Redeker sieht in den USA sogar erste Anzeichen für eine Wende im Finanzsektor: Staat und Notenbank hätten sowohl bei Fannie Mae
und Freddie Mac
als auch in der Finanzkrise insgesamt die richtigen Maßnahmen ergriffen, und die Rekapitalisierung der Banken sei weiter fortgeschritten als viele glaubten. Er rechnet daher damit, dass die Risikoaufschläge von Anleihen des Finanzsektors früher oder später fallen werden. Das werde auch den Dollar stützen, der zurzeit sehr eng mit diesen Aufschlägen korreliert sei.
Anders als mit seinem vorsichtigen Optimismus für die USA befindet sich Redeker mit seiner Kursprognose von 1,42 Dollar je Euro in einem Jahr in guter Gesellschaft. Selbst Bill Gross, Manager des weltgrößten Anleihefonds bei Pimco und bekannter Dollar-Skeptiker, hat sich zuletzt erstmals seit 1999 negativ zum Euro geäußert und die Gemeinschaftswährung als überbewertet bezeichnet.
Trinkaus
-Experte Sartoris erwartet Ende des Jahres einen Kurs von 1,45 Dollar je Euro. Entscheidend sei, dass nicht nur die US-Konjunktur schwach sei. "Auch in der Euro-Zone hat sich die Wirtschaft deutlich abgekühlt, insbesondere Spanien und Italien ziehen die Euro-Zone nach unten", erklärt Sartoris.
Nach einem starken ersten und einem schwachen zweiten Quartal rechnet der T&B-Devisenfachmann mit einer längeren Durststrecke: "Anzeichen, dass sich die Konjunktur fängt, sehen wir nicht vor Ende 2009. Und je länger die Schwäche anhält, desto schneller dürften sich die Hoffnungen auf eine Zinserhöhungen legen". Das spräche ebenfalls gegen den Euro.
