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05.01.2009 
Währungen

Eurokurs fällt kräftig

Investoren am Devisenmarkt haben am Montag auf eine kurzzeitige Erholung des Dollar gesetzt und den Euro damit zeitweise unter 1,36 Dollar gedrückt. Die US-Währung notierte zum Euro und auch zum Yen so hoch wie seit Mitte Dezember nicht mehr.

HB FRANKFURT. Der Dollar profitierte Händlern zufolge davon, dass der künftige US-Präsident Barack Obama offenbar Steuersenkungen für Unternehmen und die Mittelschicht von rund 310 Mrd. Dollar vorschlagen will. „Der Plan ist zwar an sich nicht neu, aber immerhin gibt es nun ein paar Details“, sagte Währungsstratege David Watt von RBC Capital Markets in Toronto. „Der Dollar bekommt kurzfristig Auftrieb, weil so ein Paket die Konjunkturrisiken für die USA mindert.“ Die US-Währung notierte zum Yen und zum Euro so hoch wie seit Mitte Dezember nicht mehr. Der Euro rutschte im Vergleich zum späten US-Geschaft am Freitag um mehr als drei Cent auf bis zu 1,3556 Dollar ab.

Einige Analysten vermuten nach der Euro-Rally zum Jahresschluss technische Gründe für den Absturz. „Es gibt frische Risikobudgets und die Investoren gehen wieder neue Positionen ein“, erläuterte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. Derzeit gingen Anleger wieder verstärkt Verkaufspositionen auf den Dollar ein, weswegen sie sich im Anschluss wieder mit Dollar eindecken müssten. „Wenn alle short sind, kann irgendwann keiner mehr verkaufen, aber alle müssen irgendwann kaufen. Das ist die Logik dahinter“, sagte Karpowitz.

Wegen der lahmenden Konjunktur in der Eurozone wird die Europäische Zentralbank (EZB) nach Einschätzung der Commerzbank nicht umhinkommen, die Zinsen erneut deutlich zu senken. „Dies dürfte den Euro in den kommenden Wochen belasten“, heißt es in einem Marktkommentar. Helaba-Experte Ulrich Wortberg rechnet mit weiterhin starken Kursausschlägen und sieht den Euro in dieser Woche zwischen 1,35 und 1,45 Dollar. „Das technische Umfeld lässt kurzfristig eine fortgesetzte Konsolidierung der vorweihnachtlichen Euro-Rally erwarten“, erklärte er.

Den Referenzkurs legte die EZB mit 1,3582 nach 1,3866 Dollar am Freitag fest. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) fiel der Euro auf 1,3647 (1,3938) Dollar.

Fallende Preise für US-Staatsanleihen setzten auch den europäischen Rentenmarkt unter Druck. Um die Kosten für die Wiederbelebung des US-Finanzsystems zu refinanzieren, rechnen Analysten mit einer massiven Ausgabe neuer US-Anleihen in diesem Jahr. Ein solches Überangebot werde weiter fallende Preise für Staatsanleihen nach sich ziehen.

Im europäischen Handel gab der Bund-Future 80 Ticks auf 124,52 Punkte nach. Die dem Terminkontakt zugrundeliegende zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,023 Prozent. Die von der Bundesbank täglich errechnete Umlaufrendite börsennotierter öffentlicher Anleihen stieg auf 2,93 (2,89) Prozent. Der Rex-Rentenindex verlor 0,4 Prozent auf 121,58 Punkte.

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