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03.01.2009 
Euro

"Schutzschild in der Finanzkrise"

Der Euro hat sich in der Finanzkrise bewährt. Das jedenfalls glaubt der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark. Der Euro habe sich als Schutzschild gegen die Turbulenzen auf den internationalen Devisen- und Finanzmärkten erwiesen.

Euro. Foto: dpaLupe

Euro. Foto: dpa

HB BERLIN. Es gebe gute Gründe, dies anzunehmen, sagte das EZB-Direktoriumsmitglied dem RBB-Inforadio. Profitiert haben nach seiner Ansicht die Volkswirtschaften, die die gemeinsame Währung eingeführt haben. Ohne die Gemeinschaftswährung hätten die Staaten des Euroraums in den vergangenen Monaten in weit größere Schwierigkeiten geraten können. "Aus der Zeit vor Einführung des Euro wissen wir, dass solche Turbulenzen, wie wir sie jetzt über die letzten Monate und Quartale erlebt haben, immer auch zu erheblichen Spannungen zwischen den europäischen Währungen geführt haben... und letztlich auch zu zunehmenden politischen Spannungen. Das ist uns erspart geblieben... Der Euro hat uns in Europa beziehungsweise im Euro-Gebiet vor schlimmeren wirtschaftlichen Auswirkungen geschützt."

Angesichts der Auswirkungen der Finanzkrise habe in vielen Nicht-Euro-Ländern ein Nachdenken eingesetzt, ob es nicht doch sinnvoll sei, sich rasch für die Währungsunion zu qualifizieren. Es gebe jedoch weder einen Automatismus noch die Möglichkeit, den Euro über einen "kürzeren Umweg" einzuführen, betonte Stark. "Alle, die sich qualifizieren wollen für den Euro ... müssen auch die Maastricht-Kriterien einhalten." Die Einführung des Euro in der Slowakei zeige jedoch, "dass das Euro-Währungsgebiet keine geschlossene Veranstaltung ist". Stark weiter: "Wer sich qualifiziert, und das auf einer nachhaltigen Basis, ist immer willkommen im Währungsgebiet."

Der EZB-Manager pochte zudem auf die Unabhängigkeit der Zentralbanken in Europa von politischem Einfluss. Diese sei ganz entscheidend für die Sicherung der Preisstabilität, betonte Stark. Er hoffe daher sehr, dass diese auf künftig gewahrt bleibe.

Stark bezeichnete die ersten zehn Jahre mit dem Euro als "großen Erfolg". "Mit Ausnahme des Jahres 2008 haben wir eine Inflationsrate erreicht, im Durchschnitt der einzelnen Jahre, die nahe bei dem liegt, was wir als Preisstabilität festgelegt haben. Wir haben die Herausforderungen, denen wir gegenüberstanden, gut gemeistert." Der EZB-Volkswirt wandte sich damit auch gegen die Kritik, die Einführung des Euro habe generell zu Preiserhöhungen geführt. Dies sei zwar für einzelne Teilbereiche richtig, nicht aber beim Blick auf den Preisindex, der alle Preise abbilde.

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