0 Bewertungen
09.10.2008 
Wohnungsunternehmen

Annington streicht 400 Stellen

von Rainer Reichel

Die Deutsche Annington Immobilien GmbH (DAIG), Deutschlands größtes Wohnungsunternehmen, streicht 400 von 1 400 Stellen. DAIG-Chef Wijnand Donkers wollte betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen, versprach aber, diese "so weit wie möglich zu vermeiden". Der Stellenabbau ist Folge einer Neuorganisation der Wohnungsbewirtschaftung.

DÜSSELDORF. Er kündigte an: "Auch in der 25-köpfigen Führungsmannschaft werden Stellen gestrichen." In welchem Zeitrahmen abgebaut wird, ließ Donkers offen. Der Stellenabbau ist Folge der Neuorganisation von Arbeitsabläufen in der Wohnungsbewirtschaftung. Die vom britischen Finanzinvestor Terra Firma initiierte DAIG verfügt aktuell über 220 000 Wohnungen. Davon stehen 4,5 Prozent leer, eine Quote, die auf einem Niveau mit der des börsennotierten Konkurrenten Gagfah liegt. Die zweitgrößte deutsche Gesellschaft bezifferte den Leerstand kürzlich auf 4,6 Prozent.

Die DAIG investierte rund 70 Mill. Euro in das Rationalisierungsprojekt. Unter anderem wurden im Vorfeld 600 Mieter und 150 Mitarbeiter befragt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse führten unter anderem dazu, dass Kunden- und Objektdaten komplett digitalisiert wurden und so bei Mieteranfragen schneller verfügbar sind. Deshalb verspricht sich Donkers auch zufriedenere Mieter.

Zumindest stoßen die Betroffenen auf einen aufnahmefähigen Markt für Wohnungsverwalter. Große Property Manager wie Treureal und Alt & Kelber suchen Mitarbeiter, bestätigten sie dem Handelsblatt. Alt & Kelber übernimmt monatlich 2 000 Wohnungen zusätzlich in die Verwaltung. Auch der Verwaltungsbestand der Treureal wächst ständig. Beide Gesellschaften profitieren unter anderem davon, dass ausländische Finanzinvestoren nach Profis in der Wohnungswirtschaft suchen.

In der Branche wird spekuliert, dass die DAIG sich mit der Neuorganisation selbst fit machen will, um Dritten die Wohnungsverwaltung anzubieten. Zu diesen Spekulationen wollte sich Donkers nicht äußern. Andere große Vermieter kauften sich Erfahrung in der Wohnungsbewirtschaftung durch Übernahmen zu. Im vergangenen Herbst übernahm die österreichische Conwert-Gruppe Alt & Kelber; im Februar ging Curanis an Vivacon.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Zuletzt besucht / gesucht

Anzeige

weiter Thema:

weiterAnlegerakademie

Deutsche setzen auf den Sparplan  Artikel in Merkliste

29.11.2008Ein Sparplan ist zwar so sicher wie ein Sparschwein, doch die Rendite ist oft mager. Foto: dpa

Nach den schweren Einbrüchen der Finanzmärkte passen für viele Sparer Investitionen am Kapitalmarkt und eine vernünftige Altersvorsorge nicht mehr so recht zusammen. Sie gehen jetzt auf Nummer sicher und entscheiden sich für einen privaten Banksparplan. Dieses fast in Vergessenheit geratene Vorsorgemodell erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Artikel


Anzeige