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17.06.2008 
Fishers Zwischenruf

Fußball und Aktien

von Ken Fisher, Grüner Fisher Investments

Es gibt keine Strategie, die für jeden Investor die richtige ist. Wer langfristig erfolgreich an der Börse sein will, muß seine Erfahrungen machen und daraus lernen. Aktien können größere, kurzfristige Abwärtsphasen haben. Aber sollten Anleger deshalb Anleihen den Vorzug geben?

Es ist eine allgemein bekannte Wahrheit: Deutsche lieben Fußball und hassen Aktien. Deutsche ziehen Anleihen vor in dem Glauben, diese seien sicherer. Das stimmt zwar auf sehr kurze Sicht, ist aber falsch, wenn man der Sache etwas Zeit lässt. Über einen längeren Zeitraum betrachtet verzeichnen Aktien durchweg positivere, höhere Renditen und weniger Verluste.

Sie wissen, dass Aktien kurzfristig implodieren können, und das ist beängstigend. Bis Mitte März 2008 waren sie um 19 Prozent eingebrochen! Ein riesiger Verlust! (Natürlich sind sie seitdem wieder um acht Prozent gestiegen). Die Kurse der Anleihen bewegen sich weniger, was sicherer erscheint, richtig? Aber Anleihenkurse bewegen sich auch und können durchaus negative Ergebnisse, sprich Verluste einfahren.

Sie glauben mir nicht? Am 6. Mai sagte ich, dass Aktien fast immer bessere Ergebnisse über 20 Jahre hatten. Sie wissen im Grunde Ihres Herzens, dass Sie auf lange Sicht denken sollten, aber das kann schwierig sein. Denken Sie also einfach in kürzeren Zeiträumen - einfach über drei Jahre. Das ist nicht sehr lange. Seit 1963, der Inflation angepasst, hatten Anleihen 20 negative gleitende Dreijahreszeiträume gegenüber gerade mal 13 für globale Aktien - Anleihen sind um 53 Prozent öfter negativ als Aktien.

Es stimmt, Aktien können größere, kurzfristige Abwärtsphasen haben. Aber mit weitaus weniger Dreijahreszeiträumen sowie 11,1 Prozent durchschnittlichen Jahreserträgen sollten Sie das den niedrigeren Ergebnissen von Anleihen vorziehen. Es sind nicht nur Deutsche, die Aktien fürchten. Jeder auf der Welt hasst kurzfristige Kursschwankungen. Doch ist es so ziemlich überall das Gleiche: Mit ein bisschen Zeit haben Aktien höhere Erträge und ein niedrigeres Risiko - und damit weniger Verlustzeiträume.

Also, wenn Sie negative Ergebnisse fürchten und Ihren Investitionen einfach ein bisschen Zeit geben können, ohne zu zucken, dann ist es irrational, Anleihen Aktien vorzuziehen. Fußball ist eine herrliche nationale Leidenschaft, aber die Furcht vor Aktien ist ein deutscher Zeitvertreib, den Sie aufgeben sollten. Immer Aktien zu meiden aufgrund kurzfristiger Kursschwankungen bedeutet, immer auf ein höchst unwahrscheinliches Szenario zu setzen - und das ist das Riskanteste, was Sie machen können.

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