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Absatzprobleme: Die Fondsbranche die schweren Zeiten noch nicht hinter sich

So richtig angelaufen ist das Geschäft für die Fondsbranche seit der Krise noch nicht. Vor allem private Anleger meiden gemanagte Anlageprodukte. Börsengehandelte Indexfonds sind dagegen gefragt.

Skyline von Shanghai: Viele Anleger setzen auf Fonds, die in Schwellenländer investieren. Quelle: dapd
Skyline von Shanghai: Viele Anleger setzen auf Fonds, die in Schwellenländer investieren. Quelle: dapd

FrankfurtZwar hat die Fondsbranche das Katastrophenjahr 2008 mit Kapitalabflüssen in zweistelliger Milliardenhöhe hinter sich gelassen. Doch richtig rund läuft das Geschäft noch nicht - zumindest was den Absatz an private Kunden angeht. Im vergangenen Jahr, dem für die Morningstar Fund Awards 2011 maßgeblichen Zeitraum, sammelten die Fondsanbieter fast 90 Milliarden Euro frisches Anlegerkapital ein. Aber der Löwenanteil stammt von institutionellen Kunden. Private Anleger kauften vor allem Mischfonds, die auch in den ersten Monaten des Jahres 2011 zu den Favoriten gehörten.

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Markante Zuflüsse verbuchten außerdem börsengehandelte, passive Indexfonds (ETF). Diese kostengünstigen Produkte dominierten den Absatz bei Aktien-Publikumsfonds. Gleichwohl sind die knapp 20 Milliarden Euro, die 2010 allen Publikumsfonds zuflossen, weniger als die Hälfte des Betrages, der noch zehn Jahre zuvor in Fonds investiert wurde. Kein Wunder, dass der Präsident des Fondsverbands BVI, Thomas Neiße, davon spricht, dass "es eine schwere, langwierige Arbeit ist, private Anleger wieder in Fonds zurückzubringen".

ETFs, die Anleger vielfach ein Zehntel an Gebühren kosten im Vergleich zu aktiv gemanagten Produkten, gewinnen dagegen immer mehr Gewicht. Der Anteil privater Käufer ist zwar noch gering im Vergleich zu den professionellen Anlegern, nimmt aber zu. Einer aktuellen Studie des Fondsberaters Kommalpha zufolge haben ETF beispielsweise ihren Marktanteil bei Aktienfonds - gemessen am verwalteten Vermögen, auf etwa 20 Prozent verdreifacht. Gekauft werden vor allem Branchen- und Schwellenländerprodukte. Die aufstrebenden Länder in Asien, Lateinamerika und Osteuropa üben für viele Anleger einen besonderen Reiz aus, erhoffen sie sich doch so, an den künftigen Motoren des Welt-Wirtschaftswachstum teilzuhaben.

Aber auch aktiv gemanagte Fonds mit Schwerpunkt Schwellenländer sind gefragt - etwa die des französische Vermögensverwalters Carmignac, der in seinem Flaggschiff-Fonds, einem Mischfonds, in Schwellenländeraktien und -anleihen investiert. Ebenfalls einer der beliebtesten Anleihe-Fondsmanager ist Michael Hasenstab, Emerging-Market-Anleiheexperte des US-Hauses Franklin Templeton.

Eigentlich hätte 2010 besser laufen können für die Branche. Denn das vergangene Jahr mit seiner unerwarteten Börsenerholung war "im Prinzip ein Jahr des aktiven Fondsmanagements", sagt Werner Hedrich, Deutschlandchef von Morningstar. Auch Studien belegen, dass aktive Fonds 2010 wieder mehrheitlich besser als ihre Börsenvergleichsindizes abschnitten, was langfristig nicht der Fall ist und zu massiver Kritik führte.

Unterstützung fürs Privatkundengeschäft könnte die Branche derweil auch aus Berlin bekommen. Die in der Bundesregierung angekündigten Pläne, langfristiges Sparen fürs Alter zu fördern, lässt die Anbieter von Investmentfonds frohlocken. Sparen mit Fonds könnte steuerlich der Altersvorsorge durch Lebensversicherungen gleichgestellt werden. Allerdings gibt es in Berlin noch keine konkreten Überlegungen zur Ausgestaltung dieser Idee.

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