
FRANKFURT. Die deutschen Aktienfonds liefern wieder vergleichsweise stabile Renditen. Der Dax konnte im Jahresverlauf um maximal knapp 60 Prozent zulegen. Inklusive der Kurskorrekturen im Jahresverlauf steht der bekannteste deutsche Aktienindex aktuell mit knapp acht Prozent Wertzuwachs im Plus. Und so erwirtschafteten auch die Vermögensverwalter der fünf besten deutschen Aktienfonds in den vergangenen zwölf Monaten positive Erträge. Im Durchschnitt allerdings kommen alle 77 Deutschland-Aktienfonds auf einen Zwölf-Monats-Verlust von minus 0,33 Prozent.
Ganz oben in der Renditeauswertung von Feri Euro-Rating Services steht mit 21 Prozent Wertentwicklung der FPM-Stockpicker-Germany-All-Cap-Fonds. Trotz der hohen Rendite bewerten die Feri-Experten das Produkt mit der Note "D", dem zweitschlechtesten Rating. Ein Grund dafür ist die stark schwankende Wertentwicklung. - Im Jahr 2008 verloren die Anteilseigner des Fonds rund 50 Prozent ihres Kapitals, die Volatilität des Fonds liegt bei 30 Prozent.
Für die Anlagestrategie verantwortlich ist Martin Wirth, Vorstandschef von Frankfurt Performance Management (FPM). Er glaubt an künftig weiter steigende Kurse: "Die Kursentwicklung der letzten, üblicherweise durchwachsenen Monate, spricht für eine Fortsetzung des positiven Trends", schreibt Wirth in einem aktuellen Kommentar. Die Frage sei nun eher, welche Annahmen über die Zukunft in den höheren Kursen bereits enthalten sind. "Wir gehen davon aus, dass die Aktienkurse erst einmal auf ein Aufholen der Realitäten warten werden."
Trotz der Skepsis vieler Marktexperten zählt der deutsche Leitindex für private und institutionelle Investoren wieder zu den beliebtesten Anlagezielen weltweit. "Wir verzeichnen seit Januar 2009 Nettomittelzuflüsse von 370 Mio. Euro", sagt Tim Albrecht, der Manager des DWS-Deutschland-Fonds. Das frische Geld für sein Produkt stammt vor allem von ausländischen Anlegern, die gemeinsam mit allen anderen Anteilseignern auf Ein-Jahressicht rund zwölf Prozent Rendite einstreichen können. Im vergangenen September gewann der Fonds knapp fünf Prozent an Wert hinzu und steht in der Hitliste nun auf Platz fünf.
Kaum mehr Wertentwicklung als der Deutschlandfonds von der DWS schaffte in den vergangenen zwölf Monaten der Zürich-Invest-Aktien Deutschland aus dem gleichem Haus. Er steht mit rund 13 Prozent auf Platz vier der Fondstabelle. Die beiden Fondsvermögen werden mittlerweile nahezu parallel verwaltet, denn ihre Fusion steht kurz bevor. "Das Fondsvermögen steigt dann um 140 Mio. Euro, sonst ändert sich nichts", sagt Albrecht über seinen DWS-Deutschland-Fonds.
Der Zürich-Invest-Aktienfonds stammt noch aus dem Vermächtnis der ehemals eigenständigen Zürich Investmentgesellschaft, die die DWS im Jahr 2002 übernahm. Stichtag für die Fondsverschmelzung ist nun der 11. Dezember. Das Vermögen des Zürich-Invest geht dann im DWS-Deutschland auf. "Die Verschmelzung der beiden Produkte zeigt, dass die Konzentration des Produktangebots durchaus sinnvoll ist", kommentiert ein Sprecher der DWS.
Ein Grund für die zahlreichen Fondsfusionen in diesem Jahr ist allerdings auch der Sparzwang vieler Fondsanbieter, ausgelöst durch die Finanzkrise und den Rückzug vieler Fondsanleger vom Aktienmarkt. Künftig sollen weniger deutsche Nebenwerte und mehr Dax-Bluechips für eine positive und vor allem stabilere Wertentwicklung sorgen. Der Fondsmanager Albrecht setzt dazu ganz auf den Growth- statt auf den Value-Ansatz, also auf Unternehmen in Wachstumsmärkten und weniger auf Unternehmen, die als unterbewertet gelten. Zudem passt er die Volatilitätsziele des Fonds an.
Noch bestimmt jedoch Christoph Ohme die Anlagestrategie des DWS-Zürich-Invest und freut sich über die letzten Gewinnmitnahmen: "Ein Übergewicht der Bayer-Aktie hat dem Portfolio zusätzliche Rendite beschert", sagt er. "Die Anleger schauen bei Bayer wieder auf den zyklischen Teil des Unternehmens. Die Chemie- und Agrarsparte sollten bei einer Wiederbelebung der Konjunktur entsprechend mit der Wirtschaft laufen." Die Aktie des auch in der Pharmabranche tätigen Konzerns trägt aktuell zu knapp zehn Prozent zur Wertentwicklung des Fonds bei. Die größten Aktienpositionen im Portfolio sind außerdem Eon, Siemens, Allianz und die Telekom.




