
MÜNCHEN. Der Staat scheint pleite. Gemeint sind nicht etwa Irland und Griechenland, sondern die ausufernden Staatsverschuldungen führender Wirtschaftsnationen wie Deutschland, USA oder auch Japan. Was dies bedeutet, wird kontrovers diskutiert: Experten sprechen vom Zusammenbruch unseres auf Papiergeld basierenden Währungssystems bis hin zu einem Totalausfall der heute noch als sicher geltenden Staatsanleihen. Vermögenden Anlegern wird empfohlen, Gold, Immobilien, landwirtschaftlichen Grund oder ähnliches zu kaufen - möglichst weit weg von Staat und Papiergeld. Aber was bedeutet die Staatsverschuldung in Deutschland für den Privatanleger?
Um diese Frage zu beantworten, lohnt ein Blick in die Geschichte: Vor etwa 2800 Jahren in der archaischen Welt gab es kein Privateigentum. Alle und alles gehörte dem Tyrannen. Dieser musste erst vertrieben werden, damit unser moderner Staat als eine der außerordentlichsten Erfindungen der Menschheit möglich wurde. Er entstand im alten Griechenland durch die explizite Trennung von Macht und Eigentum und stellt damit das Gegenmodell zur Tyrannis dar. Der Staat (Polis) in seiner Idealform ist selbst eigentumslos, dennoch besteht sein originärer Zweck im Schutze des Eigentums durch Militär, Polizei und Gericht. Die privaten Haushalte (Oikos) finanzieren dafür den Staat über eine Steuer.
Der Grundsatz "Ohne Staat kein Privateigentum, und ohne Privateigentum kein Staat" gilt im Übrigen noch heute. So fordert auch das Grundgesetz, dass "Eigentum verpflichtet". Gemeint ist, dass Eigentum der Gesellschaft dient, und andersherum die Gesellschaft dem Eigentum dient.
Dieser Kontext macht deutlich, warum die Bonität eines Staates nicht am Staatsvermögen oder an der Staatsverschuldung hängt, sondern am Wert seines Steuermonopols. Ölquellen als Ausnahme einmal außen vor gelassen - die Bonität eines Staates steht und fällt mit der Werthaltigkeit seines Steuermonopols, über das er die Möglichkeit hat, Privatvermögen in Staatsvermögen zu verwandeln. Daher ist zum Beispiel die Bonität Japans trotz extremer Verschuldung sehr gut. Die Privatwirtschaft ist solide. Es ist nur eine politische Entscheidung, wie stark sich der Staat über neue Abgaben saniert.
Das Gegenmodell ist Griechenland. Der Verschuldungsgrad ist deutlich unter dem Japans, aber das Steuermonopol scheint wenig wert zu sein. Ohne funktionierende Privatwirtschaft, in der die Erträge letztendlich erwirtschaftet werden, gibt es keine Staatseinnahmen via Steuern an diesen Erträgen.
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Verkehrte Sichtweise: Der im natürlichen Rechtsempfinden tief verankerte Grundwert des Eigentums geht vor dem Anspruch der vielen Habenichtse auf Teilhabe. Dieser Anspruch läuft letztendlich auf Diebstahl hinaus. Eigentum wird durch das indiviuum verteidigt und darauf gründet es sich - nicht durch den Eintrag ins Grundbuch.





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