
FrankfurtDer Herbst der Entscheidungen bei den kriselnden Offenen Immobilienfonds beginnt mit einer herben Enttäuschung: Der seit fast zwei Jahren eingefrorene Axa Immoselect werde aufgelöst, teilte die Fondsgesellschaft Axa Investment Managers mit.
Die Gesellschaft sieht angesichts der massiven Rückgabewünsche der Anleger keine Chance mehr, den Fonds wieder zu öffnen. Mitte November wäre die Gnadenfrist für die vorübergehende Schließung abgelaufen - wie beim Degi International von Aberdeen , dem ein ähnliches Schicksal droht. Am 16. November ist der Stichtag, zu dem der Fonds wieder aufmachen müsste. In der Fondsbranche wird erwartet, dass dies nicht gelingt und auch dieser Fonds abgewickelt werden muss. "Wir sprechen aktuell intensiv mit den maßgeblichen Vertriebspartnern", hatte Aberdeen kürzlich auf Anfrage des Handelsblatts mitgeteilt.
Der Fonds kam zuletzt auf eine Liquiditätsquote von etwa 20 Prozent. Aberdeen hat bereits Erfahrung mit der Abwicklung eines Offenen Immobilienfonds: Das Ende des Degi Europa wurde bereits vor einem Jahr besiegelt. Auch der KanAm US-Grundinvest, der Morgan Stanley P2 Value und der TMW Weltfonds haben die Krise nicht überlebt. Inzwischen befinden sich hierzulande bereits fünf Offene Immobilienfonds in der Auflösung, weil sie nach der Finanzkrise nicht wieder auf die Beine gekommen sind.
Nach der Lehman-Pleite 2008 hatten viele Kleinsparer, vor allem aber große institutionelle Investoren, auf einen Schlag ihre Gelder aus Offenen Immobilienfonds abgezogen. Aus Angst vor einer Schieflage stellten deshalb etliche Fonds die Rücknahme von Anteilsscheinen bis auf weiteres ein. Auch die gesetzliche Neuregelung der Branche sorgte zeitweise für Verunsicherung. Das Gesetz ist inzwischen zwar beschlossen. Doch die Anleger fassen offenkundig kein Vertrauen mehr in die Anlageklasse, die jahrzehntelang als grundsolide galt, weil Immobilien-Investments breit gestreut werden.
Das bekam nun auch Axa zu spüren - das Management gab sich ernüchtert: „Ein Festhalten an einer Wiederöffnung gegen das Votum eines Großteils der Anleger und gegen die Marktsituation verbietet sich von selbst“, erklärte Geschäftsführer Achim Gräfen. Die für Rückgaben zur Verfügung stehende Liquidität des 2,5 Milliarden Euro schweren Fonds lag zuletzt bei gerade einmal zehn Prozent - nötig sind in solchen Fällen 25 bis 30 Prozent. Ansonsten würde der Fonds sofort wieder in Schieflage geraten, wenn zu viele Anleger auf einmal heraus wollen. Nun werden die restlichen Immobilien abverkauft. Die Erlöse sollen halbjährlich ausgeschüttet werden, erstmals voraussichtlich im April. Die leidgeprüften Anleger brauchen also weiter einen langen Atem.
Besonders gespannt blickt die Branche aber auf die beiden Schwergewichte, den CS Euroreal und den SEB ImmoInvest. Beide sind jeweils rund sechs Milliarden Euro schwer. Die Fonds müssen spätestens bis Mai nächsten Jahres wieder aufmachen - oder ein für alle Mal schließen. Mit Hochdruck arbeiten sie derzeit an Objektverkäufen, um genug Geld in die Kasse zu bekommen.
Credit Suisse Asset Management hat die Hoffnung für den CS Euroreal noch nicht aufgegeben, wie Geschäftsführer Karl-Heinz Heuß zu Reuters sagte. „Es sieht im Moment so aus, als ob wir die Wiederöffnung noch in diesem Jahr schaffen.“ Notfalls könnte der Fonds auch erst im Frühjahr wieder öffnen. „Aber Aufgeben ist für uns keine Option. Wir glauben weiter an das Produkt.“ Die Liquiditätsquote liegt derzeit bei 21 Prozent. Sie könnte auf 25 Prozent steigen, wenn die aktuell laufenden Verkaufsverhandlungen für drei weitere Immobilien erfolgreich abgeschlossen werden, wie Heuß betonte. Auch SEB-Fondsmanagerin Barbara Knoflach will den ImmoInvest noch in diesem Jahr wieder öffnen. In Sachen Liquidität hinkte der Fonds dem CS Euroreal zuletzt allerdings noch etwas hinterher.
Jaja, die Berater mal wieder. Was können die dafür, daß es in Europa bergab geht? Was konnten die dafür, das eine Lehmann mit Triple A Rating über Nacht pleite ging? Was hätten denn Berater voraussehen sollen in Sachen Immofonds? Ihr verurteilt immer hinterher. Das ist einfach, das kann ich auch. Ihr Schlaumeier hättet in 2007 mal eure Glaskugel öffentlich machen sollen. Das Immofonds in dieser Masse mal dicht machen, mein Gott (naja der vielleicht schon), wer hätte das gedacht. Herrschaften, ihr verlangt zuviel von einem Berater! Ihr verlangt von ihm, daß er einen Kunden durch alle Höhen und Tiefen souverän hindurchsteuert.
Ihr werdet es kaum glauben, aber das ist unmöglich.
Beispiel aus der Praxis: Versuch mal, einen Kunden mit auch nur geringen Verlusten aus einer schlechten Anlage herauszuholen. Über diese Klippe kriegst du einen Kunden nur schwer! Ist das Kind dann erst vollends in den Brunnen gefallen, ist, na ihr ahnt es schon, natürlich der Berater schuld.
In der Beraterlandschaft ist natürlich nicht alles Gold, was glänzt. Aber dieses elende Pauschalverurteilen ist eine Seuche.
Depressionen bei Bankberatern? Soll mir recht sein! Ich habe fünfstellig Geld verloren, ich habe kein Problem damit Banker leiden zu sehen, gar keins!
Als ehemaliger AXA Immo Fondbesitzer kann ich das Verhalten des Beraters folgendermassen zusammenfassen. Der Fond wurde als risikoloses Produkt angepriesen fuer den Teil meines Vermoegens, den ich absolut risikolos anlegen wollte. Dann wurde der Fond geschlossen. Information durch meinen Berater gab es keine. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, Ruhe zu bewahren. Ich habe mich daraufhin entschieden, die Fonds am freien Markt mit geringem Verlust zu verkaufen, da ich nicht mehr an die sichere Anlage geglaubt habe. Ich kann nur hoffen, dass im Falle einer Verschaerfung der Krise, diese Berater nicht in Vergessenheit geraten.





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