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Banken: Barclays verkauft ETF-Sparte iShares

Barclays verbreitet Optimismus und spricht jetzt wie zahlreiche andere Großbanken von einem guten Geschäft in den ersten Monaten des Jahres 2009. Die britische Großbank könnte zudem die vergleichsweise geringe Kapitalbasis mit dem Verkauf der weltgrößten Handelsplattform für börsengehandelte Fonds iShares stärken.

Sonne und Wolken gleichermaßen über Barclays. Quelle: dpa
Sonne und Wolken gleichermaßen über Barclays. Quelle: dpa

ina/mm/rez LONDON/FRANKFURT. Die britische Großbank Barclays will die Sparte für börsengehandelte Indexfonds (ETFs) abstoßen, um ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Barclays ist weltweit sowohl größter Vermögensverwalter als auch in diesem stark wachsenden Teilsegment mit einem Kapital von 271 Mrd. Dollar Ende Februar die Nummer eins. Das Geldhaus kommt bislang ohne Kapitalhilfen des britischen Staates aus, bestätigte aber, dass es mit mehreren Interessenten über den Verkauf gesprochen habe. Eine endgültige Entscheidung über die Trennung von der Sparte sei aber noch nicht gefallen.

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Das Geld könnte Vorstandschef John Varley helfen, die Unabhängigkeit der Bank zu verteidigen. Barclays verhandelt derzeit über eine Teilnahme am neuen Versicherungsprogramm der britischen Regierung. Premierminister Gordon Brown und sein Schatzkanzler Alistair Darling haben ein Programm entwickelt, mit dem die britischen Banken riskante Wertpapiere und faule Kredite gegen Ausfälle versichern können. Dafür wird allerdings eine Gebühr fällig. Die schwer angeschlagenen Institute Royal Bank of Scotland und Lloyds TSB sind bereits unter den Rettungsschirm der Regierung geschlüpft und haben gemeinsam 585 Mrd. Pfund abgesichert. Im Gegenzug hat der Staat allerdings endgültig die ökonomische Kontrolle über beide Banken übernommen.

Varley prüft derzeit, ob auch Barclays das Versicherungsprogramm in Anspruch nehmen soll. Allerdings will die Bank nach Informationen aus Finanzkreisen nur ein vergleichsweise kleines Portfolio gegen Ausfälle versichern. Das frische Kapital könnte Barclays helfen, ohne das Regierungsprogramm auszukommen. Varley bestätigte gestern, dass die Bank einen „starken Start ins Jahr 2009“ hatte. Diese Aussage und die Verkaufspläne sorgen für kräftigen Auftrieb an der Börse. Die Aktie gewann knapp 20 Prozent.

Einige Analysten schätzen, dass die Bank für die Sparte rund drei bis vier Mrd. Pfund und damit umgerechnet vier bis 5,6 Mrd. Dollar erzielen würde. Einen Kaufpreis von 1,5 bis zwei Prozent des Vermögens halten Fondsberater jedoch für recht hoch. Andere Experten sprechen von maximal einem Prozent, also höchstens 2,7 Mrd. Dollar. Vor über zwei Jahren hatte Barclays die HVB-Tochter für ETFs, Indexchange, gekauft und für das damalige Vermögen 1,6 Prozent des Kapitals bezahlt.

Als Berater für den Verkauf wird JP Morgan Cazenove genannt. Nach Ansicht von Marktexperten würde der weltweit größte ETF-Anbieter sowohl zu Konkurrenten als auch zu Vermögensverwaltern, Banken oder Allfinanzhäusern mit Einstiegswünschen in dieses Geschäft passen. Denkbar wäre laut einem Berater auch, das Barclays zur Erzielung eines besseren Preises I-Shares nach Regionen wie USA oder Europa aufteilt. Am Markt spekuliert man über Interessenten aus den USA und dem Mittleren Osten. Marktbeobachter trauen unter den großen europäischen Finanzhäusern derzeit unter anderem Allianz eine große Übernahme zu. In deren Vermögensverwaltung Allianz Global Investors bezeichnet man dies als „Spekulation“.

Der aktuelle Deal fügt sich in einen Trend: Immer mehr Banken kommen krisenbedingt in Kapitalnot und verkaufen zumindest Teile ihrer Vermögensverwaltungen. Laut Kevin Pakenham, Partner bei der Investmentbank Jefferies Putnam Lovell in London, fällt das den Instituten relativ leicht, „weil Asset-Management nicht zum Kerngeschäft zählt und am wenigsten mit den eigentlichen Bankaktivitäten verbunden ist“.

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