
FrankfurtETF-Produkte bergen Risiken für die Stabilität der Finanzmärkte, sie sind zunehmend komplex und weniger transparent, warnt der Finanzstabilitätsrat FSB. Der FSB ist ein Gremium, das die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer bei den neuen Regeln für die Finanzmärkte berät.
In einem siebenseitigen Papier nimmt der FSB ETF-Produkte aufs Korn. Im Zentrum der Anmerkungen stehen die Stichworte Komplexität und Transparenz. Die Stellungnahme ist zwar bemerkenswert, aber sie scheint in einigen Punkten überzogen und lädt zu Fehldeutungen ein. Gefährdung von Anlegern ist nicht das Thema. Eher ist mehr Aufklärung über die Produkte nötig. Und dazu wollen sich die Anbieter organisieren. Im Kern ist entscheidend: ETFs erfüllen wie alle offenen Investmentfonds im Vergleich zu anderen Anlageformen wie etwa Zertifikaten weitaus höhere Standards beim Anlegerschutz und bei der Transparenz. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.
Allerdings muss der Anleger wissen, dass sich auch die ETF-Landschaft entwickelt. Die Branche hat sich von ihren Ursprüngen entfernt. Gestartet ist sie in Europa mit einfachen Produkten auf bekannte Aktienindizes wie den Euro Stoxx 50 für die größten 50 europäischen Unternehmen und den Dax, der die 30 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften enthält. In den jeweiligen Fondsportfolios sind exakt die in der Messlatte enthaltenen Werte.
An dieser Innovationswelle setzt der FSB an. Der Rat warnt vor Indizes für Märkte mit geringer Liquidität und vor Produkten, die Derivate einsetzen. Das beeinträchtigt nach Meinung der Experten die Transparenz, und es stellt sich die Frage nach Bonitätsrisiken.




