
DÜSSELDORF. Allein im ersten Quartal 2010 flossen laut Daten des Fondsverbandes BVI mehr als 5,4 Mrd. Euro in diesen Fondstyp – mehr als in jedes andere Segment, das die BVI-Statistik aufweist. Das Geld investieren die mittlerweile insgesamt knapp 1 500 Mischfonds je nach Marktlage variabel in Aktien und/oder Anleihen.
Während das Segment der Mischfonds wuchs, hat sich das in Aktienfonds verwaltete Vermögen seit Ende 2000 verringert, obwohl sich die Zahl dieser Fonds seitdem mehr als verdreifacht hat.
„Die Anleger wollen in schlechten Zeiten nicht zusehen, wie ihre Fonds dogmatisch unverändert Aktien halten, nur weil es Aktienfonds sind und deshalb angeblich nicht auch mal Liquidität oder Anleihen halten können“, sagt Ralf Nomrosky, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kapitalanlagen aus Düsseldorf.
Nomrosky teilt die Kritik an zu einseitigen Anlagestrategien: „Nach dem Gesetz dürfen Aktienfonds durchaus Aktien verkaufen, wenn Manager keine Kurssteigerungen erwarten und die Dividenden nicht für attraktive Renditen reichen. Nach dem historischen Investmentprinzip sollen Manager in kritischen Phasen sogar verkaufen, um Risiken und Verluste für ihre Kunden, die Fondsanleger, zu vermeiden.“
In der heutigen Praxis berufen sich Investmentfonds-Manager freilich weniger auf historische als vielmehr auf neuartige Untersuchungen. Danach ist die Suche nach einzelnen Gewinneraktien allenfalls vorübergehend erfolgreich. Nachhaltig bessere Ergebnisse als die einschlägiger (Aktien)-Indizes seien, so lauten die jüngsten Erfahrungswerte, auf diese Weise nicht zu erzielen. Dementsprechend bilden viele Fonds heute nur noch die Zusammensetzung von Indizes in ihren Depots nach.
Dass Anleger dies nicht goutieren, ist an rückläufigen Vermögenswerten von Aktien- und Rentenfonds sowie an der steigenden Zahl aufgelöster Fonds ablesbar. Weit mehr als die Hälfte der zum Teil langjährig in Deutschland registrierten Aktienfonds hat das Vermögen seiner Anleger seit dem Jahr 2000 nicht vermehrt; nicht selten sogar Jahr für Jahr stetig vermindert.
ich denke, das Wichtigste wäre es, dass die Anleger aufhören zu sagen: Hier habt ihr mein Geld, macht mal mehr daraus, sondern selbst die Strategie vorgeben und Fondsmanager dann nur als ausführende Erfüllungsgehilfen nutzen. Und so schwer ist das nicht eine Strategie, den grundlegenden investmentansatz zu entwickeln. Gesunder Menschenverstand reicht da völlig aus.





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