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Fonds-Wissen: Warum es keine Gewinngarantien gibt

Wer langfristig erfolgreich an der Börse agieren will, sollte sein Vermögen gut diversifizieren. Das bedeutet nichts anderes, als das Kapital auf verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen zu streuen. Fonds können dabei helfen.

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Fonds streuen Risiken. Foto: dpa
Fonds streuen Risiken. Foto: dpa

Wie wird man reich? Ideal wäre es beispielsweise, wenn man als einziger Anleger voraussehen könnte, welche Aktienkurse wie stark im Wert steigen werden. Man würde rechtzeitig in die stärksten Werte investieren. Zwei- oder sogar dreistellige Zuwachsraten per annum wären regelmäßig und auf Dauer möglich. Die Realität sieht aber leider anders aus. "Das Auf und Ab an der Börse ist so willkürlich wie der Schlingerkurs eines Besoffenen", erkannte schon Louis Bachelier im Jahr 1900. Mit dieser provokanten These, nämlich dass sich die Entwicklungen von Aktienkursen und Währungen nicht prognostizieren ließen, machte sich der Mathematiker damals in der Finanzwelt unbeliebt. Er emeritierte als zweitklassiger Professor der Provinzuniversität Besançon und wurde vergessen.

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Siebzig Jahre später jedoch wurde ein anderer kluger Kopf, nämlich Paul Samuelson, für eben jene These mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Er ging sogar weiter als Bachelier und behauptete, dass selbst dann, wenn alle Anleger sich rational verhielten, die Entwicklung von Börsenkursen nicht vorhersehbar sei. Samuelson spottete, ein privater Anleger könne ebenso erfolgreich sein wie die professionellen Analysten, wenn er nur mit Dartpfeilen auf den Börsenteil einer Zeitung wirft und die entsprechenden Aktien kauft. Den Beweis dafür erbringen die Finanzprofis Jahr für Jahr selbst: Die Journalisten des Wall Street Journal nahmen Samuelson beim Wort und lassen seit 20 Jahren die Börsengurus gegen den Dartpfeil antreten. Das Rennen steht derzeit unentschieden.

Mit anderen Worten: Weder private Anleger noch Analysten noch Fondsmanager können in die Zukunft sehen. Trotzdem haben sich ganze Wissenschaften um dieses Thema herum herausgebildet. Da ist beispielsweise die sogenannte Charttechnik. Chartanalysten untersuchen historische Kursverläufe von Aktien und versuchen, aus den Daten Regelmäßigkeiten abzuleiten, anhand derer sich künftige Entwicklungen prognostizieren lassen.

Ein weiteres Beispiel für einen wissenschaftlichen Ansatz, in die Börsenzukunft zu schauen, ist die Behavioral Finance. Sie versucht, der Psyche der Anleger auf die Spur zu kommen, menschliches Verhalten an den Finanzmärkten zu ergründen - und schließlich daraus erfolgreiche Anlagestrategien zu entwickeln. Eines der einfachsten Prinzipien der Behavioral Finance ist die Suche nach "gefallenen Engeln". Die Idee dahinter: Wenn sich Investoren an einer ehemals hoch gehandelten Aktie die Finger verbrannt haben, verkaufen sie diese und lassen ihren Kurs tief stürzen - oftmals zu tief. Nach einer Weile kommen mutige Zeitgenossen dahinter, dass der Wert so schlecht gar nicht ist, und kaufen: Der Preis des Papiers steigt wieder - und das meist stärker als der Gesamtmarkt.

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