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Fondsanleger: Fondsabsatz zieht kräftig an

Die Investmentfondsanbieter sammelten im Juli in Europa laut Lipper FMI netto 46,6 Mrd. Euro an Kapital ein. Verantwortlich für den guten Monatswert ist unter anderem das wachsende Interesse an Aktien- und Anleiheprodukten. Damit kauften die Investoren in Europa so massiv wie zuletzt vor zwei Jahren.

Angesichts der jüngsten Daten glauben Experten, dass das zweite Halbjahr besser laufen wird als das erste. Quelle: dpa
Angesichts der jüngsten Daten glauben Experten, dass das zweite Halbjahr besser laufen wird als das erste. Quelle: dpa

FRANKFURT."So groß war das Anlegerinteresse seit zwei Jahren nicht", sagt Diana Mackay, Leiterin der Londoner Researchfirma. Im Vormonat hatten noch Abflüsse in Höhe von knapp neun Mrd. Euro das Bild geprägt.

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Verantwortlich für den guten Monatswert ist unter anderem das wachsende Interesse an Aktien- und Anleiheprodukten. Diese Segmente beeindrucken mit Zuflüssen von 12,3 bzw. 15,7 Mrd. Euro und damit einer annähernden Verdopplung bzw. Vervierfachung gegenüber den Juni-Werten. Die deutsche Investmentbranche hatte vor zwei Wochen ebenfalls über zunehmende Nachfrage bei diesen wichtigen Produktgruppen auf dem nationalen Markt berichtet.

Mitentscheidend für das Europabild war darüber hinaus der Geldmarktfondsabsatz von 16,4 Mrd. Euro. Hier spielen allerdings saisonal bedingte Käufe von institutionellen Investoren eine entscheidende Rolle. Vor allem französische Firmen nutzen die Produkte zum Liquiditätsmanagement.

Angesichts der jüngsten Daten werden die Experten optimistischer. "Für August und September erwarte ich ebenfalls gute Absatzzahlen für die europäische Branche. Insgesamt sollte das zweite Halbjahr besser laufen als das erste", sagt Michel Haski, Leiter Geschäftsentwicklung Europa bei Allianz Global Investors. Er argumentiert: "Im letzten Jahr musste die Branche massive Abflüsse von etwa 300 Mrd. Euro hinnehmen. Viel Geld ging in Bankeinlagen, aber diese Einlagen werden jetzt nur noch gering verzinst. Deshalb erwartete ich einen stetigen Rückfluss in risikoreichere Anlagen."

Ganz ähnlich denkt Peter Schwicht, Deutschland-Chef von JPMorgan Asset Management, der Anlagegesellschaft mit dem höchsten Nettoabsatz im Juli (siehe "Top Five der Gesellschaften"). Er erinnert zwar an das anhaltende Sicherheitsbedürfnis der Investoren und die damit verbundene hohe Nachfrage nach Geldmarktfonds. Doch auch Schwicht beobachtet: "Das Vertrauen kommt an die Kapitalmärkte zurück, und die wichtige Anlagealternative Geldmarkt ist jetzt weniger attraktiv - deswegen steigt der Risikoappetit wieder." Der JP-Morgan-Mann erkennt beispielsweise größeres Interesse an Aktienfonds mit Schwerpunkt Nordamerika, Europa und Schwellenländer.

Experten tun sich schwer mit einer konkreten Absatzprognose für das laufende Kalenderjahr. Für die Monate Januar bis Juli errechnet Lipper FMI bisher 102 Mrd. Euro. "Bei anhaltend gut laufenden Aktienbörsen und ohne eine weitere dramatische schlechte Nachricht könnten wir bis zu 200 Milliarden Euro sehen", sagt Mackay. In ihrem zweiten Szenario mit schlechten Meldungen und trüberen Wirtschaftsprognosen hält sie allerdings einen Jahres-Nettoabsatz von lediglich 100 Mrd. Euro für realistisch.

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