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Fondsexperte: „Das Jahr wird ein Spaziergang“

Von vielen Seiten standen Indexfonds (ETFs) in der Kritik. Vor allem seien sie nicht transparent. Das soll sich Ende Januar mit neuer Regulierung ändern. Die Branche ist optimistisch, das damit das Geschäft belebt wird.

2012 wird ein „Spaziergang“ für die ETF-Branche. Quelle: dpa
2012 wird ein „Spaziergang“ für die ETF-Branche.Quelle: dpa

Das Fondsanalysehaus Morningstar erwartet für die Branche der börsennotierten Indexfonds (ETFs) gute Geschäfte. „Im Vergleich zu dem sehr schwierigen zurückliegenden Jahr wird 2012 wahrscheinlich ein Spaziergang werden“, sagte Ben Johnson, Chef von Morningstars ETF-Analystenteam für Europa. Neue Regulierungsvorschriften dürften das Vertrauen der Investoren stärken und den ETF-Anbietern Planungssicherheit geben.

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„Ich rechne damit, dass die Mittelzuflüsse im Vergleich wieder steigen werden“, sagte Johnson. Zwar haben Investoren auch 2011 unter dem Strich mehr Geld in ETFs investiert als abgezogen - im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds, die Nettoabflüsse verbuchten. Allerdings waren sie Johnson zufolge niedriger als in den Vorjahren.

In der zweiten Jahreshälfte 2011 haben Investoren kaum frisches Kapital in Indexfonds investiert. Zum Einen hat die Unsicherheit an den Märkten - vor allem im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise - Investoren generell von Neuanlagen abgehalten. Zum Anderen hat die Diskussion um mögliche Risiken von ETFs angehalten, die Kritik nahm weiter zu.

Unter anderem haben die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Internationale Währungsfonds (IWF) und der Finanzstabilitätsrat vor den Risiken durch ETFs für das weltweite Finanzsystem gewarnt. Dabei kritisierten sie vor allem die Wertpapierleihe- und Swap-Derivategeschäfte innerhalb der Produkte. Dadurch sei vielfach kaum nachvollziehbar, welche Risiken bei welchem Marktteilnehmer lägen.

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Vor diesem Hintergrund will die EU-Finanzaufsicht ESMA Ende Januar neue Richtlinien für börsennotierte Indexfonds und andere Investmentfonds erlassen. Diese sollen unter anderem die Geschäfte betreffen, welche die Fonds innerhalb ihrer Portfolios eingehen dürfen. „Die neuen Regeln werden Investoren darin bestärken, dass ETFs sichere Produkte sind“, sagte Morningstar-Analyst Johnson. „Man darf nicht vergessen, dass ETFs im Vergleich zu anderen Produkten bereits sehr transparent sind.“ Beispielsweise veröffentlichen börsennotierte Indexfonds ihre Portfoliobestände täglich, bei aktiv gemanagten Fonds sei das in der Regel nur einmal monatlich der Fall.

Johnson zufolge werden die neuen Regeln auch den ETF-Anbietern mehr Planungssicherheit geben. „In den vergangenen Monaten haben sich viele Anbieter mit neuen Produkten oder Umstellungen in den Konstruktionen ihrer Fonds zurückgehalten, weil sie nicht wissen, was sie erwartet“, sagte der Morningstar-Analyst. Sobald die neuen Regeln öffentlich sein, würden die Emissionsmaschinen aber wieder anlaufen.

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