
FRANKFURT. Internationale Vermögensverwalter sagen ein baldiges Ende der Weltrezession voraus. 72 Prozent der Fondsmanager, die das US-Institut Bank of America Merrill Lynch monatlich zu ihrer Anlagestrategie befragt, rechnen ab 2010 mit weltweit wieder steigenden Unternehmensgewinnen.
Die Stimmung unter den Anfang Oktober befragten 229 Asset-Managern mit einem verwalteten Kapital von 616 Mrd. Dollar ist so positiv wie zuletzt Ende 2003. Der befürchtete Double-Dip, ein zweiter Wirtschaftsrückschlag und im Gefolge eine neue Börsentalfahrt, wird ihnen zufolge immer unwahrscheinlicher.
Mit dem steigendem Optimismus gehen die Profianleger in ihren Aktienpositionen wieder höhere Risiken ein. Die durchschnittliche Kassenhaltung in den Portfolios schrumpfte im September 2009 von vier auf jetzt 3,7 Prozent. Sie erreicht damit ein Fünf-Jahres-Tief. "Der Risikoappetit ist wieder zurück an den Märkten", sagte Gary Barker, Aktienanalyst von Bank of America Merrill Lynch. Er gibt jedoch auch zu bedenken, dass die Investoren weltweit unter einem hohen Renditedruck stehen: "Trotz der fundamentalen Erholung werden Wirtschaftswachstum und Zinsniveau weiterhin auf niedrigem Niveau bleiben", sagt der Experte.
Die befragten Aktienstrategen gewichten den weltweiten Bankensektor noch immer unter. Sie kaufen dagegen wieder stärker Technologietitel und Aktien aus der Energie- und Rohstoffbranche zu. Die große Ausnahme in der Sektorallokation ist Europa: Hier bieten vereinzelte Finanzinstitute den Profis günstige Einstiegschancen. Die Vermögensverwalter glauben an eine vergleichsweise stabile positive Entwicklung des Sektors.
Auf der Währungsseite glaubt jetzt jeder fünfte Verwalter an eine Unterbewertung der US-Devise. Vor einem Monat, bei deutlich höherem Dollar, waren es nur ein Prozent.




