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Fondsvergleich: Japan-Manager sehen bei zyklischen Titeln Kaufkurse

Über viele Jahre hinweg haben Anleger in Japan günstig Kredite aufgenommen und damit Aktien- und Anleihenkäufe rund um den Erdball finanziert. Nun, in den Zeiten der Krise, lösen sie diese so genannten Yen-Carry-Trades auf und haben damit für eine massive Aufwertung der japanischen Währung gesorgt.

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HAMBURG. Allein seit Anfang Oktober stieg der Wechselkurs gegenüber dem Euro um mehr als 20 Prozent. Mit entsprechenden Folgen für exportorientierte Japan-Konzerne wie Canon, Komatsu oder Toyota, die dadurch massiv unter Druck gerieten.

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"Diese Entwicklung überlagert an der Tokioter Börse derzeit alles andere", sagt Frank Lingohr. Das ist jedoch nicht der einzige Grund, warum der von Lingohr beratene Aktienfonds HSBCTrinkaus Japan Inka in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 43 Prozent an Wert verlor. "Wir waren zwischenzeitlich sehr stark in zyklischen Sektoren wie Rohstoffe oder Gebrauchsgüter investiert", so Lingohr weiter. Dort hätten die US-Rezessionsängste für überdurchschnittliche Verluste gesorgt.

Unter 143 Japan-Fonds ist der HSBCTrinkaus Japan Inka, bis zum Frühjahr 2007 noch einer der Besten seiner Kategorie, mittlerweile auf den viertletzten Platz abgerutscht (siehe Tabelle).

Trotz der für ihn ungünstigen Momentaufnahme glaubt Lingohr, dass sich das Blatt schon bald wieder wendet. Er vertraut unverändert seinem systematisch Unterbewertungen aufspürenden Computerprogramm Chicco, das auch bei allen anderen von ihm beratenen Fonds zum Einsatz kommt. "Einzelne Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis sind auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gefallen" sagt er. Im HSBCTrinkaus Japan Inka etwa betrage das durchschnittliche KGV derzeit 7,2, das KBV 0,9. "Das wird nicht auf Dauer so niedrig bleiben", gibt sich Lingohr überzeugt.

Deutlich besser durch die Finanzkrise ist bislang der Japan-Fonds der dänischen Gesellschaft Value Invest gekommen. Er verlor in den vergangenen zwölf Monaten lediglich vier Prozent an Wert. Fondsmanager Jens Hansen führt dafür unter anderem seine Zurückhaltung bei zyklischen Titeln ins Feld. "Ertragsstabilität spielt für uns eine große Rolle", sagt er. Was diesen Punkt betrifft, so teilt Value Invest das Universum der japanischen Unternehmen in insgesamt fünf Risikoklassen ein. "Der breite Markt besteht zu 50 Prozent aus Firmen der Risikokategorie D und E, wir waren dagegen zeitweise zu fast 90 Prozent in den Kategorien A bis C vertreten", erläutert er.

Mittlerweile hält aber auch Hansen den Kursrutsch bei einigen zyklischen Titeln für übertrieben: Der Anteil von mit D oder E klassifizierten Unternehmen am Portfolio hat sich seit Ende Juli verdoppelt. "Wer langfristig hohe Renditen erzielen will, muss zugreifen, wenn die Märkte nach unten übertreiben", sagt er.

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