
DÜSSELDORF. Vor der 10. Strafkammer des Landgerichts Augsburg beginnt heute der zweite Verhandlungstag gegen Franz Landerer, Initiator der Victory-Medienfonds. Die Vorwürfe lauten auf Veruntreuung von Anlegergeldern, Betrug und Steuerhinterziehung. Die Anklage wegen Untreue wurde nach Auskunft des Gerichts nur zum Teil zugelassen. Mit der Verkündung des Urteils wird im September gerechnet.
Die Victory Medienfonds sammelten seit 1991 mit 24 Filmfonds bei 8 500 Anlegern rund 350 Mio. Euro ein. Landerer positionierte die Fonds als Finanzierer von Kinder-, Jugend- und Familien-TV-Filmen. 2006 meldete die Dachgesellschaft Victory Media AG Insolvenz an.
Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung musste sich vor Landerer bereits der Medienfonds-Manager Andreas Schmid verantworten. Er wurde 2007 zu sechs Jahren Haft verurteilt. Seine VIP-Fonds hatten rund 650 Mio. Euro eingesammelt. Schmids Steuerspar-Konzept war von der Finanzverwaltung gestoppt worden.
Filmfonds waren vor allem in den Jahren 1998 bis 2002 der ganz große Renner unter den Steuersparanlagen. In Spitzenjahren summierten sich die ab etwa 10 000 Euro Mindestanlage möglichen Beteiligungen auf mehr als zwei Mrd. Euro.
Landerer soll bewusst eine falsche Steuererklärung für einen Fonds für das Jahr 2001 abgegeben haben, sagt die Münchener Anwältin Katja Fohrer von der Kanzlei Mattil & Kollegen. Das soll 2003 passiert sein. Darüber hinaus soll der Victory-Chef Gelder zwischen einzelnen Fonds verschoben haben. Zwischenzeitlich sei außerdem das Steuerkonzept für mehrere Victory-Fonds geplatzt, so dass Anlegern Steuernachzahlungen drohe - auch dies eine Parallele zu den VIP-Fonds. Mattil & Kollegen vertreten nach eigenen Angaben rund 100 Geschädigte gegen Victory.




