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Garantiefonds: Anleger warten auf Rendite

Wertgesicherte Fonds sind derzeit gefragt wie nie. Rund 70 Prozent der Fondsbesitzer investieren mit den Fonds in die eigene Altersvorsorge. Doch die Aktienbaisse hilft den Garantiefonds nur bedingt: Die Wertsicherung kostet die Anleger Renditepunkte.

von Christian Kemper
Rote Ampel: Viele Investoren warten auf bessere Renditen. Quelle: ap
Rote Ampel: Viele Investoren warten auf bessere Renditen. Quelle: ap

FRANKFURT. Sicherheit geht vor - nicht nur für Fußgänger im Straßenverkehr, sondern auch für Anleger an den internationalen Börsen. Garantiefonds sollen ihnen Investitionssicherheit geben. Wertgesicherte Fonds sind gefragt wie nie - auch aufgrund der vergangenen Kursstürze an den internationalen Börsen. Immerhin investieren rund 70 Prozent der Fondsbesitzer in die eigene Altersvorsorge. Denn die Produkte versprechen Kapitalerhalt bei gleichzeitiger Partizipation an der Entwicklung der Aktienmärkte. Doch diese Sicherheit kostet Geld. Und die Anleger von Garantiefonds müssen diese teuer mit der Chance auf Rendite bezahlen, um am Ende der Laufzeit zumindest ihr eingesetztes Kapital zurückzubekommen.

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Schuld an der Misere sind die starken Börsenschwankungen und die niedrigen Zinsen für risikolose Anleihen. Denn weder die Aktienkurse noch die Anleihezinsen kommen den Renditeansprüchen der Anleger derzeit entgegen.

Garantiefonds legen die Kundenvermögen in eine Wertsicherungs- und eine Überschusskomponente an. Ein Großteil des Kapitals fließt in die Wertsicherung, das ist in der Regel ein synthetischer Zerobond. Dieses Wertpapier garantiert die Zahlung eines fixen Betrages zu einem festgelegten Zeitpunkt. Je nach Laufzeit des Garantiefonds und dem aktuellen Zinsniveau beträgt der Wertsicherungsanteil zwischen 75 und 80 Prozent des gesamten Fondsvermögens. Das nicht zur Wertsicherung benötigte Guthaben ermöglicht zudem, am Aktienmarkt zu partizipieren.

Der vom Aktienmarkt abhängige Teil des Fondsvermögens wird im statischen Garantiemodell wiederum durch Optionsstrukturen abgebildet. Während der Laufzeit eines solchen Garantiefonds nimmt der Vermögensverwalter keine aktiven Umschichtungen vor. Die einmal gekauften Call- und Put-Optionen ermöglichen eine teils sogar gehebelte Partizipation am Aktienmarkt. "Diese Art der Wertsicherung stellt bereits bei Fondsauflage sicher, dass zum Ende der Laufzeit mindestens die eingezahlten Beträge zur Verfügung stehen", sagt Jürgen Gausepohl von der Postbank. Der Bereichsleiter für Produkte und Geldanlage erklärt: "Somit haben zwischenzeitliche Zinsänderungen keinen Einfluss auf die Garantie zum Ende der Laufzeit." Doch es sind die hochriskanten Optionen, die in der Börsenbaisse kräftig an Wert verloren haben. Die hohe Volatilität der Aktienmärkte ließ viele der Scheine wertlos verfallen. Die Aktienmarktpartizipation vieler Garantiefonds ist somit auf Null gefallen.

Das CPPI-basierte dynamische Garantiemodell kauft keine Optionen, sondern schichtet das Fondsvermögen je nach Marktlage zwischen Aktien und festverzinslichen Renten um. CPPI steht für Constant Proportion Portfolio Insurance und wurde bereits in den 1980er Jahren von Fisher Black und Robert Jones sowie dem Harvard-Professor André Perold entwickelt. In den 1990er Jahren geriet das Modell der systematischen Portfolioabsicherung in Vergessenheit. Seitdem die Börsen nicht mehr stetig steigen, feiert es ein Comeback. Denn das CPPI-Model gilt als prozyklisch und trendfolgend: Ein steigender Aktienmarkt hat eine steigende Aktienquote zur Folge. Bei sinkenden Kursen wird der Aktienanteil zurückgefahren und in festverzinsliche Geldmarktpapiere umgeschichtet.

Das grundlegende Prinzip beider Garantiestrukturen beruht in erster Linie darauf, dass zum vereinbarten Auszahlungs-Zeitpunkt der Gegenwert des Portfolios mindestens den garantierten Beiträgen entspricht. Eine wirkliche Partizipation am Aktienmarkt jedoch schafft keines der Produkte.

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