Geschlossene Fonds genießen bei deutschen Anlegern eine seltsame Wertschätzung. Obwohl viele Produkte in den vergangenen Jahren ihre Investoren massiv enttäuschten und es immer wieder Betrugsfälle in dem Segment gibt, das wegen fehlender Regulierungsstandards auch grauer Kapitalmarkt genannt wird, stoßen diese Fonds-Produkte immer wieder auf großes Interesse. Dabei sind die Risiken bei geschlossenen Fonds beachtlich.
Zu erklären war das lange Zeit mit der Suche nach Steuervorteilen. Viele der Beteiligungen, bei denen die Anleger als Kommanditisten zu Miteigentümer werden, lockten in der Vergangenheit mit hohen Anfangsverlusten, die Investoren steuermindernd geltend machen konnten. Dieser Praxis hat das Bundesverfassungsgericht allerdings einen Riegel vorgeschoben. Seither bewirbt die Branche ihre Produkte statt mit Steuervorteilen mit attraktiven Renditeversprechen. Mitunter waren diese in der Vergangenheit allerdings von vornherein nicht das Papier wert, auf dem sie standen. Immer wieder beschäftigen geschlossene Fonds daher die Gerichte. Die Finanzkrise hat viele Fonds zusätzlich gebeutelt, in etlichen Segmenten wurden Ausschüttungen gesenkt oder ganz gestrichen.
Auf den folgenden Seiten lesen Sie, welche Segmente es besonders hart getroffen hat, wo Anleger auf falsche Versprechen reingefallen sind und welche Fonds zurzeit die besten Perspektiven bieten.