
DÜSSELDORF. Seit Wochen versuchen die Fondsanbieter über ihre Interessenvertretung BVI dem Schäuble-Ministerium die Einführung einer Kündigungsfrist von mindestens sechs Monaten für alle Anleger auszureden. Auch die Mindesthaltedauer von zwei Jahren ist der Branche zu lang. Sie fürchtet drastische Absatzeinbußen, wenn die Pläne Gesetz werden. Dabei läuft das Geschäft gerade so gut. Rund 2,7 Mrd. Euro flossen in den ersten beiden Monaten 2010 in offene Immobilienfonds.
Über Mindestanlage- und Kündigungsfristen freuen würden sich dagegen die Fondsbörsen. „Wir erwarten, dass der Börsenhandel dann zunimmt“, formuliert hanseatisch zurückhaltend Kay Homann, stellvertretender Geschäftsführer der Börse Hamburg. Dort gilt heute wie in Zukunft, was eigentlich auch für alle Fonds gelten sollte: Der Anleger kann an jedem Börsentag seine Anteile gegen Geld tauschen.
Doch zurzeit nehmen sechs Fonds wegen Liquiditätsproblemen keine Anteile zurück und blockieren damit neun Mrd. Euro Anlegergelder. Eine Nachwirkung aus dem Herbst 2008, als vor allem die Flucht von Großanlegern ein Dutzend Fonds in Liquiditätsnot brachte und zeitweise 34 Mrd. Euro Anlegergelder in offenen Immobilienfonds eingefroren waren. Davon profitieren die Börsen, weil auch Anteile eingefrorener Fonds über sie verkauft werden können. Im ersten Quartal 2010 setzte allein die Börse Hamburg im Schnitt täglich zwischen 2,5 Mio. und vier Mio. Euro mit Immobilienfonds um.
Wie ein Kompromiss zwischen den Schäuble-Ideen und den BVI-Vorschlägen aussehen könnte, dazu schweigen beide Seiten beharrlich. Sonja Knorr, Fondsexpertin der Ratingagentur Scope, hat den Eindruck, dass die Fondsgesellschaften Kündigungsfristen noch mehr fürchten als eine Mindesthaltedauer. Eine Minimumfrist von zwei Jahren sei vom Vertrieb leichter zu verkaufen. Schließlich dauere es bei manchen Fonds ohnehin fast zwei Jahre, bis die Rendite den Verlust durch den Ausgabeaufschlag ausgeglichen habe.
> Schließlich dauere es bei manchen Fonds ohnehin
> fast zwei Jahre, bis die Rendite den Verlust durch
> den Ausgabeaufschlag ausgeglichen habe
Oh ja?
Aber nur falls der Fonds überhaupt Gewinn macht!
Anteile des immobilienfonds ... Europa wurde bis zu einem Zeitpunkt verkauft obwohl er geschlossen war. Dann wurde die Ausgabe der Anteile eingestellt und der Fonds machte von nun an Verluste.
Die Rendite über 2 Jahre: 5% Ausgabeaufschlag für die Fondsgesellschaft, Managementgebühr etwa 1% pro Jahr. in 2 Jahren macht das 7% für die Gesellschaft, aber Verlust für den Anleger.
Und seit Monaten wird nun Schritt für Schritt der Anteilwert reduziert...
Guten Tag,.... Dies gilt nicht nur fuer immobilienfonds. ich war hautnah dabei als in Monaco, Liechtenstein, Luzern, und Luxemburg; Mischfonds, Dachfonds ersonnen wurden ( die keinerlei Ueberlebenschance hatten ) um eine Abgabe ( im Volksmund Quellensteuer ) zu umgehen. Auf meine Einwaende hin bekam ich als Antwort " fidèlisation à contre-coeur " Die Uebersetzungen lauten " Widerwillige Treue " Na ja " Erzwungene Treue zum Fonds ". in anderen Worten die idioten die den Mist kaufen, sind auf Gedeih und Verderb gezwungen die Tapete zu behalten.... und das ueber lange .... lange Zeit. ich fresse drei besen am Stueck wenn nicht tausende Leser sich den Krempel von ihrer " Vertrauensbank " andrehen liessen. ich sah ja die Verkaufszahlen. besten Dank.
Fonds dienen der Verteilung des Risikos, aber wenn der Kunde gezwungen wird, das Risiko ohne Fluchmöglichkeit zu ertragen und nur 2 jahre zugucken muss, wie seine Fondsgesellschaft desolat wirtschaftet, dann kann er sein Geld gleich verbrennen.
Wir brauchen im Gegenteil viel mehr Flexibilität. Die grossen banken mit tausenden von Kunden müssen ihrer Aufgabe als Risikopuffer gerecht werden, und sowohl bei Krediten als auch Spareinlagen als auch Fondseinlagen jederzeit die Kündigung der Kunden akzeptieren.





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