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Hedge-Fonds: Hedge-Fonds machen Jagd auf Krisenbank

Die Krisenbank Monte Paschi steht im Fadenkreuz der Hedge-Fonds. Mit Leerverkäufen versucht man den Kurs der Aktien seit Tagen zu drücken. Bisher aber ohne großen Erfolg.

Die italienische Traditionsbank kämpft seit langem mit ihrem hohen Schuldenberg. Einige Hedge-Fonds wollen der Bank nun den Todesstoß versetzten. Quelle: dpa
Die italienische Traditionsbank kämpft seit langem mit ihrem hohen Schuldenberg. Einige Hedge-Fonds wollen der Bank nun den Todesstoß versetzten. Quelle: dpa

LondonHedgefonds schießen sich auf die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena ein und wetten zunehmend auf fallende Aktienkurse.

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Das drittgrößte Geldhaus des Landes hat Verluste aus komplexen Derivate-Geschäften von 720 Millionen Euro angehäuft und steht deswegen seit Tagen im Fokus der Finanzmärkte. Broker, die Hedgefonds Aktien für sogenannte Leerverkäufe leihen, spüren dieser Tage eine sehr hohe Nachfrage.

Die größten Hedge-Fonds der Welt

  • Man Group

    Man Group

    Sitz in London. Verwaltetes Vermögen: 69,0 Milliarden US-Dollar

    Durch die Übernahme des Konkurrenten GLG Partner zum weltgrößten börsennotierten Hedge-Fonds mutiert, musste das Unternehmen zuletzt hohe Mittelabflüsse hinnehmen. So zogen Anleger im vierten Quartal 2010 der Gesellschaft netto eine Milliarde US-Dollar (743 Millionen Euro) ab. Man Group-Chef Manny Roman geht für die Zukunft von weiteren Konzentrationen innerhalb der Branche aus.

  • Bridgewater Associates

    Bridgewater Associates

    Sitz in Westport, USA. Verwaltetes Vermögen: 62,0 Milliarden US-Dollar.

    Zuletzt durch Gründer und Chef Ray Dalio in den Medien. Er kündigte an, sich der philanthropischen Kampagne der Milliardäre Bill Gates und Warren Buffet anzuschließen und einen Großteil seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden.

  • JPMorgan Asset Management

    JPMorgan Asset Management

    Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 45,5 Milliarden US-Dollar

    Teil des globalen Finanzdienstleistungskonzerns JPMorgan Chase & Co. mit einer 130jährigen Tradition in der Vermögensverwaltung für private und institutionelle Investoren.

  • Paulson & Co

    Paulson & Co

    Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 30 Milliarden US-Dollar

    Amerikanischen Medien (Wall Street Journal) zufolge verdiente Gründer und Präsident John Paulson im Jahr 2010 fünf Milliarden US-Dollar und konnte sich damit selbst den dicksten Gehaltsscheck der Geschichte überreichen. Nach Daten der amerikanischen Finanzaufsicht SEC zählt neben Gold ein Aktienpaket an der amerikanischen Bank Citigroup zu den größten Positionen Paulsons. Zudem stehen die Bereiche Energie und Gesundheit in seinem Fokus. Doch der

  • Brevan Howard Asset Management

    Brevan Howard Asset Management

    Sitz in London. Verwaltetes Vermögen: 32,3 Milliarden US-Dollar

    Sorgte ähnlich wie BlueCrest Capital Management mit dem Umzug in die Schweiz für Aufsehen. Seit Sommer 2010 verwalten nun Mitarbeiter in Genf einen Großteil der Investments. Als Grund wurden die Ungewissheit über die Besteuerung der Banker und die Marktregulierungen in Großbritannien angegeben.

  • Och-Ziff Capital Management

    Och-Ziff Capital Management

    Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 28,7 Milliarden US-Dollar

    Deutschen Anleger könnte der Name durch dessen frühere Beteiligung am Windkraftanlagenbauer Nordex ein Begriff sein.

  • Soros Fund Management

    Soros Fund Management 

    Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 27,0 Milliarden US-Dollar

    Der Quantum Fund von George Soros brachte seit seiner Gründung im Jahr 1973 bisher 35 Milliarden US-Dollar ein – nach Abzug sämtlicher Gebühren. Seine Anlagenstrategien basieren auf der Analyse von tatsächlichen oder vermeintlichen makroökonomischen Trends in verschiedenen Ländern. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, vom Druck auf Währungen zu profitieren. Dies kommt nicht von ungefähr: 1992 wette Soros gegen die Bank of England auf eine Abwertung des englischen Pfunds und verdiente damit mehr als eine Milliarde Dollar.

  • BlackRock

    BlackRock

    Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 26,6 Milliarden US-Dollar

    Durch den Kauf der Vermögensverwaltung der britischen Barclays Bank zum größten Aktionär Deutschlands aufgestiegen. In der Finanzwelt ist die Gesellschaft für ihr einzigartiges Risikomanagement bekannt. Über 5.000 vernetzte Computer spielen rund um die Uhr alle erdenklichen Szenarien eines Geschäfts durch.

  • Highbridge Capital Management

    Highbridge Capital Management

    Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 25,0 Milliarden US-Dollar.

    Tochter von JPMorgan. War zeitweise an der deutschen Immobiliengesellschaft Gagfah beteiligt.

  • BlueCrest Capital Management

    BlueCrest Capital Management

    Sitz in London. Verwaltetes Vermögen: 24,5 Milliarden US-Dollar

     Konkurrent Man Group verkaufte Ende März seinen Anteil von 25,5 Prozent wieder zurück an Bluecrest. Zudem sorgte die Firma ähnlich wie Brevan Howard Asset Management mit dem Umzug in die Schweiz für Aufsehen. Seit Sommer 2010 verwalten nun Mitarbeiter in Genf einen Großteil der Investments. Als Grund wurden die Ungewissheit über die Besteuerung der Banker und die Marktregulierungen in Großbritannien angegeben.

  • Baupost Group

    Baupost Group

    Sitz in Boston. Verwaltetes Vermögen: 24 Milliarden US-Dollar

    Gründer und Präsident ist Seth Klarman. Die Gesellschaft verwaltet das Geld für vermögende Familien und Einzelpersonen in liquiden Kapitalanlagen.

  • Cerberus Capital Management

    Cerberus Capital Management

    Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 24 Milliarden US-Dollar

    Beteiligt sich an Unternehmen und veräußert sie nach Umstrukturierung weiter. In Deutschland ist die Gesellschaft durch den Kauf von Handelsimmobilien in Erscheinung getreten. Zuletzt mit dem Kauf von Großmärkten die an die Metro vermietet werden.

  • Angelo Gordon & Co

    Angelo Gordon & Co.

    Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 23,5 Milliarden US-Dollar

    1988 von den beiden ehemaligen LF Rothschild-Bankern John Angelo und Michael Gordon gegründet. Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Immobilien und Distressed Securities. Bei letzteren handelt es sich um Wertpapiere von Emittenten, die sich in einer wirtschaftlichen Notlage befinden, aufgrund dessen Zahlungsausfälle drohen oder bereits eingetreten sind. Dies kann ein in die Krise geratenes Schwellenland sein, meist handelt es sich aber um ein finanziell angeschlagenes Unternehmen.

  • Farallon Capital Management

    Farallon Capital Management

    Sitz in San Francisco. Verwaltetes Vermögen: 21,5 Milliarden US-Dollar

    Von Thomas Steyer im Jahr 1986 gegründet, verwaltet die Gesellschaft in erster Linie Geld für College-Stiftungen, Stiftungen und vermögende Privatpersonen. Seine Firma benannte Steyer nach den Farallon-Inseln, einer Gruppe vulkanischer Inseln und Felsen vor der Küste San Franciscos.

  • Winton Capital Management

    Winton Capital Management

    Sitz in London. Verwaltetes Vermögen: 20 Milliarden US-Dollar

    Der Neueinsteiger in den Top20. Gegründet 1987 vom britischen Mathematiker und Unternehmer David Winton Harding. Seit 1997 besitzt Goldman Sachs 10 Prozent an der Gesellschaft. Auf ihrer Homepage weist das Unternehmen auf seine Forschung rund um die Themen Finanzmathematik, statistische Analyse historischer Marktdaten und die Entwicklung von Handelssystemen unter Verwendung von mathematischen Algorithmen hin.

  • King Street Capital Management

    King Street Capital Management

    Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 19,9 Milliarden US-Dollar

    Gegründet 1995 von Brian J. Higgins, and Francis Biondi Jr.

    Die Investitionen der Firma umfassen Public Equity- und Anleihe-Märkte weltweit mit dem Schwerpunkt auf notleidende Unternehmen, Aktien, Anleihen, Devisen, Optionsscheine und Optionen.

  • Goldman Sachs Asset Management

    Goldman Sachs Asset Management

    Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 19,8 Milliarden US-Dollar

    Gegründet 1988. Offen für private und institutionelle Investoren. Neben der Beratung von  Universitäten, Wohlfahrtsverbänden und Stiftungen unterstützt der Hedge-Fonds-Arm von Goldman auch Konzerne bei der Erfüllung von Pensionsverpflichtungen.

  • Canyon Partners

    Canyon Partners

    Sitz in Los Angeles. Verwaltetes Vermögen: 19 Milliarden US-Dollar

    Die 1990 gegründete Gesellschaft kümmert sich um vermögende Privatkunden und institutionelle Anleger weltweit. Das Unternehmen bezeichnet seinen Ansatz selbst als risikoscheu und ereignisgesteuert und investiert in alle wesentlichen Asset-Klassen, inklusive unter anderem Bankschulden, Distressed Securities und verbriefte Forderungen.

  • Renaissance Tec.

    Renaisssance Tec.

    Sitz in East Setauket, USA. Verwaltetes Vermögen: 17,1 Milliarden US-Dollar

    1982 vom Mathematiker James Harris Simons gegründet.

    Seine für Kunden und die derzeit etwa 275 Mitarbeiter angepeilte überdurchschnittliche Rendite erzielt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge durch das Festhalten an mathematischen und statistischen Methoden. Simons selbst tritt wie andere Milliardäre in den USA mehr und mehr durch seine großzügigen Spenden an Forschungseinrichtungen in Erscheinung.

  • Elliott Management

    Elliott Management

    Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 17,1 Milliarden US-Dollar

    Chef Paul Singer gründete 1977 die Gesellschaft Elliott Associates. Der Hedge-Fonds war zuletzt mit einer Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in den Medien. Dabei ging es um die Auszahlung von argentinischen Staatsanleihen, die aufgrund des Staatsbankrotts im Jahr 2001 weitgehend ausgefallen seien.

Bei solchen durchaus riskanten Leerverkäufen leihen sich Hedgefonds Aktien und verkaufen diese im großen Stil an der Börse. Fällt der Kurs wie von den Spekulanten gewünscht, werden die Papiere später zu einem günstigeren Preis wieder gekauft. Die Differenz bleibt den Hedgefonds als Gewinn. Nur für die Leihe muss eine Gebühr entrichtet werden. Steigt der Kurs entgegen den Erwartungen, kann der Verlust aber schnell sehr groß werden. Aktiv waren am Markt in den vergangenen Tagen unter anderem Hedgefonds aus London wie Odey Asset Management und Egerton Capital.

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Wellington Management aus Boston hatte diese Strategie bereits gewählt, als die Probleme der Traditionsbank aus den Jahren 2007 bis 2009 noch nicht öffentlich bekannt waren. Bis jetzt dürften die Leerverkäufe aber noch kein sehr einträgliches Geschäft gewesen sein - es kommt immer auf den Zeitpunkt des Einstiegs an. Zwar haben die Papiere Ende Januar stark an Wert eingebüßt. Auch am Montag gaben sie nach, bis zum Vormittag um knapp vier Prozent. Sie liegen aber noch in etwa auf dem Niveau zum Jahresende 2012.

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