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Hedge-Fonds-Kritik: „Wir ruinieren keine Staaten“

Die gesamte Hedge-Fonds-Branche hat die Finanzkrise hinter sich gelassen und erlebt nach dem Horrorjahr 2008 eine beeindruckende Renaissance. Derweil erkennen immer mehr Fonds, dass alle Lobbyarbeit in Brüssel nicht ausreicht, um die Branche zu schützen. Die zum großen Teil noch immer notorisch diskreten Fonds müssen mehr Offenheit wagen.

Bart Turtelboom und Karim Abdel-Motaal: Die Manager von GLG meinen, ihre Branche muss transparenter werden. Quelle: Orde Eliason/ Link Photographers für Handelsblatt
Bart Turtelboom und Karim Abdel-Motaal: Die Manager von GLG meinen, ihre Branche muss transparenter werden. Quelle: Orde Eliason/ Link Photographers für Handelsblatt

LONDON. Sie sind ein ungleiches Paar: Karim Abdel-Motaal versprüht jede Menge Charme und Energie. Wenn der groß gewachsene Ägypter mit ausholenden Gesten erzählt, dann hält es ihn kaum auf dem dunkelgrauen Velourssofa im Konferenzraum des Londoner Hedge-Fonds GLG. Bart Turtelboom spielt dagegen die Rolle des ruhigen, besonnenen Partners. Der Belgier hat sich ganz in die Ecke des Fauteuilles zurückgezogen, und gibt nur von Zeit zu Zeit lakonische Kommentare von sich.

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Vielleicht sind es gerade die unterschiedlichen Temperamente, die Abdel-Motaal und Turtelboom erfolgreich machen. Die beiden arbeiten seit Jahren als Duo und gemeinsam managen sie einen der prominentesten Hedge-Fonds in der Londoner City. Mit ihren Investments in den Emerging-Markets bescherten sie den Anlegern 2009 eine Rendite von 35 Prozent.

Doch nicht nur dem Emerging-Market-Fonds von GLG geht es gut. Die gesamte Branche hat die Finanzkrise hinter sich gelassen und erlebt nach dem Horrorjahr 2008 eine beeindruckende Renaissance. Die Beratungsgesellschaft Accenture sagt den Hedge-Fonds gar eine „goldene Zukunft“ voraus. Die Welt könnte so schön sein, wären da nur nicht die politischen Risiken, und die nehmen immer bedrohlichere Ausmaße an.

Die EU versucht nach der Finanzkrise mit aller Macht strikte Kontrollen für den bislang kaum regulierten Sektor durchzusetzen. „Wenn dabei 2000 oder 3000 Spekulanten ihren Job verlieren, wird mir das keine schlaflosen Nächte bereiten“, ließ der Franzose Jean-Paul Gauzès vor kurzem wissen. Der konservative EU-Abgeordnete koordiniert die Verabschiedung der geplanten Hedge-Fonds-Richtlinie im europäischen Parlament.

Da hilft es nicht gerade, dass die Regierungen in Berlin, Paris und Athen die Hedge-Fonds auch noch als Hauptverdächtigen für die spekulativen Attacken auf den Euro im Zuge der griechischen Schuldenkrise identifiziert haben. Finanzminister Wolfgang Schäuble spielt sogar mit dem Gedanken, die Geheimdienste auf die Fonds anzusetzen, weil er fürchtet, dass sie sich heimlich zusammenrotten, um im Rudel anfällige Staaten anzugreifen.

Angesichts solcher Verschwörungstheorien erkennen immer mehr Fonds, dass alle Lobbyarbeit in Brüssel nicht ausreicht, um die Branche zu schützen. Die zum großen Teil noch immer notorisch diskreten Fonds müssen mehr Offenheit wagen. „Mehr Transparenz ist sicher eine gute Idee“, heißt es bei der Londoner Hedge-Fonds-Lobby Aima. Dieses Motto hat sich auch GLG, einer der größten Londoner Hedge-Fonds auf die Fahnen geschrieben, und deshalb sitzen Turtelboom und Abdel-Motaal auf dem grauen Verlourssofa und versuchen zu erklären, dass sich ihr Alltag gar nicht so sehr von dem anderer Fondsmanager unterscheidet.

  • 15.04.2010, 10:40 UhrAnonymer Benutzer: DJHLS

    Klar, dass GLG sich als Hedgefonds die Erforderlichkeit einer verbindlichen Regulierung bestreitet und stattdessen lieber bekundet, selbst doch auch irgendwie "für mehr Transparenz" zu sein.

    Auch zu Handelsblattredakteueren sollte sich im Jahr 2010 herumgesprochen haben, dass es sich die Geschäftsmodelle von Hedgefonds sehr stark unterscheiden. Deswegen kann man nicht allen Hedgefonds vorwerfen, den Ruin von Unternehmen und Staaten herbeizuführen, um daraus Gewinne zu schlagen. Nur, dass man es nicht allen vorwerfen kann, heißt eben nicht, dass einige es nicht tun, und dass denen das Handwerk gelegt werden muss.

  • 14.04.2010, 02:46 UhrAnonymer Benutzer: Alpha

    Selbst Peer Steinbrück weiss nicht was ein Hedgefonds ist (siehe Video: http://www.hedgeweb.net/News-file-article-sid-903.html), wie soll man da erwarten, dass sachliche Argumente über diese Anlageform ausgetauscht werden? Natürlich ruiniert kein Hedgefonds einen Staat, sondern diese immer sich selbst.

  • 13.04.2010, 13:21 UhrAnonymer Benutzer: Leertasche

    PAPPERLAPAPP - GRiECHENLAND iST PLEiTE !
    Daß der Herr links im bild Ägypter ist, glaube ich nicht. Denn er hat keinen Fes auf dem Kopf. Auch wird im Artikel von keinen Pommes frites-Flecken auf dem Velourssofa berichtet, sodass der rechts im bild befindliche Herr auch kein belgier sein kann! Was man zu diesem Artikel beitragen kann ist, dass die EU plant, die Firmensitze diverser Hedge-Fonds mittels einer EU-Kommission Nr. 27 gleichmäßig über den Euroraum, bzw. deren Hauptstädte, zu verteilen. Hierbei habe ich im bekanntenkreis gehört, dass der oben betriebene Hedge-Fond seinen Hauptsitz in Athen bekommen soll. Stimmt das?

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