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Immobilienfonds: CS Euroreal bleibt eingefroren

Der Offene Immobilienfonds CS Euroreal hat nicht genügend Kapital, um alle Rückgabewünsche von Anlegern zu erfüllen. Deshalb bleibt der Fonds bis auf weiteres eingefroren - und ein Ende der Krise ist nicht abzusehen.

Die Kapitalanlagegesellschaft Credit Suisse Asset Management hat die Rücknahmeaussetzung für CS Euroreal um bis zu zwölf Monate verlängert. Quelle: Reuters
Die Kapitalanlagegesellschaft Credit Suisse Asset Management hat die Rücknahmeaussetzung für CS Euroreal um bis zu zwölf Monate verlängert. Quelle: Reuters

FrankfurtDer milliardenschwere Offene Immobilienfonds CS Euroreal bleibt bis auf weiteres eingefroren. Die Kapitalanlagegesellschaft Credit Suisse Asset Management verlängerte die Rücknahmeaussetzung am Mittwoch formal um bis zu weitere zwölf Monate. Die derzeitige Bruttoliquidität von 16,8 Prozent reiche nicht aus, um alle potenziellen Rückgabewünsche bedienen zu können, erklärte die Gesellschaft. Der Fonds arbeite aber an einer Reihe von Immobilienverkäufen, um die Liquidität auf 25 bis 30 Prozent zu erhöhen. Ziel sei es, die Rücknahme von Anteilscheinen im vierten Quartal wieder aufzunehmen.

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Der CS Euroreal schließt sich damit dem großen Wettbewerber SEB ImmoInvest an. Seit einigen Tagen steht fest, dass auch dieser Fonds dicht bleibt. Er hatte zuletzt eine ähnliche Liquiditätsquote. Das Management des SEB ImmoInvest stellte die Wiederöffnung des Fonds im weiteren Jahresverlauf in Aussicht.

Der CS Euroreal und der SEB ImmoInvest zählen mit einem Fondsvolumen von jeweils über sechs Milliarden Euro zu den Schwergewichten. Wegen massiver Mittelabflüsse hatten sie in der Finanzkrise - wie etliche andere Offene Immobilienfonds auch - vorübergehend dicht gemacht. Danach öffneten sie nur kurzzeitig wieder und begründeten die erneute Schließung im Mai 2010 mit der Unsicherheit über die Ausgestaltung des Anlegerschutzgesetzes.

Dieses ist inzwischen beschlossen und sieht strengere Haltefristen für Investoren in Offenen Immobilienfonds vor. Insgesamt ist in der Branche in Deutschland derzeit ein Fondsvermögen von mehr als 20 Milliarden Euro eingefroren. Drei Offene Immobilienfonds befinden sich in der Abwicklung - ein Novum.

Offene Immobilienfonds galten in Deutschland jahrelang als solide Anlage auch für private Anleger mit täglicher Verfügbarkeit. Da kein Ende der Krise abzusehen ist, bringen sich nun Anwälte in Stellung: "Die Anleger sind wieder die Dummen und werden hingehalten. Wir gehen insgesamt von rund einer Million betroffenen Anlegern aus", erklärte Fachanwalt Peter Hahn von Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft. Er sieht für die Betroffenen nun drei Alternativen: Den Verkauf der Anteilsscheine über den Zweitmarkt, Schadenersatzansprüche gegen die beratende Bank oder Schadenersatzansprüche gegen die Kapitalanlagegesellschaft. In jedem Falle müssten Anleger schnell handeln, da der Erwerb der Fonds als Wertpapiergeschäft mit einer dreijährigen Verjährungsfrist gelte.

  • 12.05.2011, 08:35 Uhrkherrmann

    dem kann ich nur beipflichten. gestern noch nicht gewusst wie mann immofonds schreibt und heute schon die klagevertretung übernommen. wird interessant, wenn vor dem hintergrund steigender zinsen die langfristigen aaa-anleihen deutlich fallen werden oder wenn die ach so inflationssicheren gold-anlagen im kurs fallen werden, weil die weltwirtschaft - wieder einmal - allen unkenrufen zum trotz doch in der lage ist, sich zu stabilisieren und zu heilen. das wird ein echtes konjunktur programm.

    ich plädiere daher für den anlegerführerschein. wer keine sachkenntnis in der jeweiligen finanzwaffen-kategorie nachweisen kann, darf sich auch nicht mit derartigen finanzwaffen eindecken...

  • 11.05.2011, 14:52 UhrKommissar

    Bald platzt mir echt der Kragen!
    Was auch immer in der Finanzwelt passiert, der Berater war Schuld und die Bluthunde sind ihm auf den Fersen.
    Offene Immobilienfonds galten für Jahrzehnte als sichere, teilweise sogar als 'langweilig' belächelte Anlageform. Bewertet mit geringer Risikokennziffer von führenden Ratingagenturen.
    Die Finanzkrise mit hat Vorgänge mit sich gebracht, denen niemand ein paar Jahre zuvor auch nur 1% Wahrscheinlichkeit zugebilligt hätte.
    Was sich hier die Anwaltszunft herausnimmt, ist nichts anderes, als mal wieder vom Problem anderer ohne Moral zu profitieren. Vorbild USA. Ein schuldiger muss gefunden werden. Hat der Berater auch deutlich und ausführlich auf die Möglichkeit der Rücknahmeaussetzung und der theoretischen Fondsabwicklung hingewiesen???
    Liebe Anwälte: Jetzt, wo über 20 Mrd eingefroren sind, ist uns allen dieses Problem präsent, was hingegen Jahrzehnte überhaupt kein Thema war. Wenn ein Berater jedes theoretisch eintretbare Szenario zum wesentlichen Beratungsgegenstand machen soll, dann dauert ein Beratungsgespräch für eine 20.000 Euro Anlage, die beispielsweise auf 4 Fonds verteilt wird, wahrscheinlich 72 Stunden.
    Würden Ärzte auch nur 10% Risikobelehrung von dem liefern, was heute Finanzberater liefern müssen, obwohl es in Einzelfällen um Leben und Tod geht und nicht nur um den schnöden Mammon, würde der Marburger Bund wahrscheinlich schon zur bundesweiten Protestaktion ausrufen.
    Theoretisch steht jede Anlage vor einem Verlustszenario, selbst Bundesschatzbriefe. Wie viel klärt die Bundesfinanzagentur den Käufer von Bundeswertpapieren über Verlustrisiken auf, obwohl diese vor dem Hintergrund steigender Marktzinsen sicherlich viel realer sind, als die Schließung eines Immofonds aus der Sicht von 2006??? Sie klärt gar nicht auf!
    Aber hier beißt sich kein Anwalt die Zähne aus. Lieber den kleinen Berater verklagen, der wird schon irgendeine Lücke in seinem Beratungsprotokoll haben.
    Abscheulich, wie ich finde.

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