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Immobilienfonds: Verband will einen Tummelplatz für Profis

Immobilienfonds für Jedermann sollen künftig Großanlegern verschlossen bleiben. Der Fondsverband BVI will deren Geld stattdessen in separate Anlagevehikel lenken. Der Vorschlag zielt vor allem darauf ab, professionelle Kunden zu halten.

Häuserfassaden in Paris: Immobilienpublikumsfonds sollen künftig für Großanleger verschlossen bleiben. Quelle: dpa
Häuserfassaden in Paris: Immobilienpublikumsfonds sollen künftig für Großanleger verschlossen bleiben. Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Nach dem Desaster bei offenen Immobilienfonds kommt der Fondsverband BVI jetzt mit einem neuen Vorschlag, wie Großanleger und Kleinsparer bei solchen Fonds getrennt werden könnten. Der Verband möchte Großanleger künftig in eine neue Form von Immobilienfonds steuern, um zu verhindern dass Profiinvestoren bei den klassischen Publikumsfonds Schaden anrichten. Das geht aus der jüngsten Stellungnahme des BVI zum geplanten Anlegerschutzgesetz hervor.

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Am Mittwoch berät der Finanzausschuss des Bundestags über das Gesetz. Änderungen sollen Fondssparer besser schützen. Während der Finanzkrise waren Großanleger mit großen Summen aus Publikumsfonds ausgestiegen und hatten die Fonds damit in Liquiditätsnöte getrieben. "Institutionellen Anlegern muss eine Anlagemöglichkeit außerhalb der für Kleinanleger aufgelegten Publikumsfonds geboten werden", sagte BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip dem Handelsblatt.

Ein Vorschlag, um Kunden zu halten

Deshalb sollen Fonds, die rechtlich Publikumsfonds sind, aber in der Praxis nur an Großanleger wie Vermögensverwalter, Versicherer und Pensionsfonds vertrieben werden, auch juristisch auf eine neue Basis gestellt werden. Größter Vertreter eines dieses knapp elf Milliarden Euro großen Segments ist derzeit der 2,4 Milliarden Euro schwere UBS (D) Euroinvest. Die reinen Publikumsfonds haben ein Volumen von insgesamt 80 Milliarden Euro.

"Dieser Vorschlag des BVI dient dazu, professionelle Kunden für Immobilienfonds zu halten", sagt Rechtsanwalt Nicolas Deuerling von der Kanzlei Ashurst. Denn die Änderungen im Investmentrecht im Rahmen des neuen Anlegerschutzgesetzes hätten die Folge, dass auch für diese semi-professionellen Fonds eine Mindesthaltedauer und Rücknahme von Anteilen nur mit Abschlägen in den beiden Folgejahren gelten würde. Der Gesetzentwurf sieht für alle Publikumsfonds zwei Jahre Mindeshaltedauer und Abschläge von zehn Prozent im ersten und fünf Prozent im zweiten Folgejahr vor.

Spezialfonds, die eindeutig für Institutionelle aufgelegt werden, können Rückgabefristen selbst vereinbaren. Genau dieses Recht soll auch den semi-professionellen Fonds erhalten bleiben. Dann wären sie allerdings auch juristisch keine Publikumsfonds mehr. Vielen Profis, die in Kleinanleger-Fonds wie auch in den bestehenden Semi-Professionellen Publikumsfonds investiert sind, ist es aus rechtlichen und praktischen Gründen nicht möglich, in Spezialfonds auszuweichen. Geld von wohlhabenden Privatanlegern und aus fondsgebundenen Lebensversicherungen ist in Spezialfonds nicht zugelassen. Für kleinere Versicherer und Pensionskassen ist die Mindestanlagesumme eines Spezialfonds von einer Million Euro und mehr zu hoch, so dass sie in der Vergangenheit in Publikums- oder Semi-Profi-Fonds auswichen.

Beide Fondskategorien bleiben diesen Investoren aber nach geplantem neuen Recht verwehrt. Denn laut BVI dürfen Versicherer und Pensionsfonds nur Immobilieninvestments wählen, aus denen sie spätestens nach sechs Monaten wieder aussteigen können. Die Semi-Profi-Fonds sind derzeit lauf BVI auch von der Rendite her attraktiv. In den zwölf Monaten bis Ende Oktober 2010 hätten sie deutlich besser abgeschnitten als Kleinanleger-Fonds. Fünf von elf Semi-Profi-Fonds schafften eine Rendite von drei Prozent und mehr.

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