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Immobilienverluste: Morgan Stanley schockt Fondsanleger

Die Immobilienkrise in den USA sorgt für einen weiteren traurigen Höhepunkt. Der Immobilienarm von Morgan Stanley musste Investoren eines milliardenschweren Fonds jetzt erklären, dass fast zwei Drittel des Fondsvermögens weg sind. Insgesamt belaufen sich die Verluste auf 5,4 Mrd. Dollar. Einen solch massiven Verlust hat es in der Immobilienwelt noch nie gegeben.

Morgan-Stanley-Zentrale in New York. Die Bank hat große Probleme mit ihren Immobilienfonds. Quelle: Reuters
Morgan-Stanley-Zentrale in New York. Die Bank hat große Probleme mit ihren Immobilienfonds. Quelle: Reuters

HB NEW YORK. DIE US-Bank Morgan Stanley hat mit einem Immobilienfonds Schiffbruch erlitten. Dem Fonds MSREF VI International drohe ein Verlust von 5,4 Mrd. Dollar, teilte Morgan Stanley seinen Anlegern laut übereinstimmenden Berichten von Wall Street Journal und Bloomberg mit. Der Fonds würde damit nicht nur knapp zwei Drittel seines Vermögens verlieren. Es wäre zugleich der größte Wertverlust, den ein Immobilienfonds jemals erlitten hat. Morgan Stanley lehnt einen Kommentar ab.

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Morgan Stanley war in den vergangenen Jahren einer der führenden Investoren auf dem Immobilienmarkt. Zahlen des Wall Street Journal zufolge investierte der Immoblienarm Morgan Stanley Real Estate Funds (MSREF) seit 1991 rund 174 Mrd. Dollar. Das Geld stammte unter anderem von Pensionsfonds, College-Stiftungen und auch von ausländischen Investoren. 20 Prozent sollen zudem Morgan Stanley und die Mitarbeiter der Bank in den Fonds eingeschossen haben.

Mit dem Fonds MSREF VI International, der in Geschäftsimmobilien investiert, hatte Morgan Stanley Investoren einst eine Rendite von 22,1 Prozent im Jahr in Aussicht gestellt. Zu Beginn liefen die Geschäfte auch blendend und brachten dem Fonds hohe Erträge ein. Doch mit dem Einbruch der Immobilienmärkte im Jahr 2008 wurden nicht nur diese Traumrenditen zu einer Illusion. Für die Investoren des Fonds entwickelte sich das Engagement vielmehr schnell zu einem Ärgernis, das jetzt in einem Alptraum zu münden droht.

Zum Verhängnis wurden dem Fonds laut Wall Street Journal unter anderem Investitionen in den Frankfurter EZB-Tower, ein großes Immobilienprojekt in Tokio sowie Hotels der Intercontinental-Kette in Europa. Ein Minus von 350 Mio. habe allein ein Geschäftsgebäude in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul eingespielt.

Mit der Fonds-Pleite erreicht die Immobilienkrise einen neuen schmerzhaften Höhepunkt. Experten befürchten in Zukunft bei zahlreichen anderen Fonds ebenfalls hohe Verluste von mehr als der Hälfte des Vermögens. Der Verlust, der den Anlegern des MSREF VI International jetzt droht, dürfte aber einzigartig bleiben. Nach Angaben des Datenanbieters Preqin gibt es außer dem Morgan-Stanley-Produkt lediglich zwei Immobilienfonds, die überhaupt mehr als 5,4 Mrd. Dollar an Investorengeldern eingesammelt haben.

Im Sommer hatte Morgan Stanley in Deutschland seinen offenen Immobilienfonds P2 Value um knapp 14 Prozent abgewertet und damit für erhebliche Unruhe unter Investoren gesorgt. Die Immobilienkrise hat seit 2008 zu rapide sinkenden Mieteinnahmen weltweit geführt. Viele Fondsanbieter gerieten in Liquiditätsnöte und setzten die Rücknahme von Anteilsscheinen aus. Es sind immer noch einige Fonds eingefroren.

  • 16.04.2010, 19:53 UhrEymon

    Nun wird wieder mal offensichtlich, dass es keine Wertsteigerung gibt, sondern nur eine Geldillusion. Politiker brauchen die Geldillusion um die Kontrolle über das Volk zu behalten und benutzen die Finanzbranche zur Umsetzung. Leider sind die banken und Versicherungen undankbar und schieben sich boni in die Taschen, so dass die für die Misere verantwortlichen Politiker vor Neid blaß werden und nach Kontrolle und Krisenfonds schreien. Statt dessen sollten sämtliche Gewinne der Finanzunternehmen zur Aufstockung des Eigenkapital verwendet werden und zwar bis alle Drohverluste ausgeglichen sind. Und so lange gibt es auch keine boni!

  • 14.04.2010, 15:06 UhrPragmat

    ich finde es sehr gut vom Handelsblatt, das Klartext berichtet wird.
    Keine fadenscheinig gezündeteten Nebelkerzen, ala "alles ist super alles ist wunderbar".
    Macht in eurer Redaktion bitte weiter so, solchen Journalismus brauchen wir in D.

  • 14.04.2010, 14:26 UhrJonas

    Wir erinnern uns an all die Dummschwätzer, die private Altersvorsorge als notwendig und den viel lukrativere Weg ansahen, als eine staatliche Rente? Klar, für die war es ja auch lukrativer...

    Wir erinnern uns aber hoffentlich auch, daß jedes Renditeversprechen, welches deutlich über dem Durchschnitt liegt, und 22% lagen dramatisch über schm Schnitt, zu besonderer Vorsicht ermahnt?
    Nein, zumindest die angeblich ach so Klugen an Colleges und in banken waren doch eher von der Gier gesteuert.

    Daß diese Fonds kriminell waren (wie alle Fonds, es sollen zu beginn mit nach oben gelogenen Renditezahlen, bezahlt im Schneeballsystem aus Neueinlagen, stets nur Kunden gelockt werden, um dann wenn genug Geld eingesammelt wurde viele Ausreden zu erfinden warum das Geld nicht mehr wird ohne zu verraten daß es bankintern umgeleitet wird, bis zum Schluss die Anleger leider leer ausgehen) ist klar, bedauerlich ist nur, daß mal wieder die Akteure straffrei ausgehen.

    Das nenne ich bankdiebstahl, Diebstahl durch die banken legitimiert durch ausbleibende Strafverfolgung.

    Wer vor Jahren noch für private Altersvorsorge plädiert hat, soll heute bitte aus seiner Privatschatulle den hier Geschädigten was auszahlen.

    SPERRT SiE ALLE EiN !

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