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In den ersten drei Quartalen: Aktienfonds mit hohen Verlusten

Mit der Depotabrechnung für die ersten drei Quartale haben die Fondsanleger ihre Verluste schwarz auf weiß in der Hand. Die abstürzenden Börsenkurse haben vor allem den Wert der Aktienportfolios kräftig nach unten gedrückt. Einige Anlageprodukte konnten sich aber in der Gewinnzone halten.

Anlageklassen, die auf Sicherheit aus sind, sind bis dato die großen Gewinner des Jahres. Foto: dpa
Anlageklassen, die auf Sicherheit aus sind, sind bis dato die großen Gewinner des Jahres. Foto: dpa

FRANKFURT. Größte Verlierer sind die Schwellenländer. Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Osteuropa und China sackten im Schnitt um mehr als 40 Prozent ab. Die europäischen Fonds schreiben mit einem durchschnittlichen Minus von 30 Prozent ebenfalls tief rote Zahlen. Große Gewinner sind die sicherheitsbetonten Anlageklassen: Produkte für erstklassige Staatsanleihen, Geldmarkttitel sowie offene Immobilienfonds erzielten positive Erträge.

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Die Fondsbilanz für die ersten drei Quartale schließt Ende September ab. Sie bezieht damit die Börsentalfahrt im Januar und den Absturz ab Mitte September nach der Pleite von Lehman Brothers mit ein. Das Tableau des Datenanbieters Feri Euro Rating berücksichtigt rund 4 000 Investmentfonds mit Zulassung in Deutschland für 36 Anlageschwerpunkte. Die Fondsgruppen sind nach dem durchschnittlichen Anlageerfolg der einzelnen Produkte gelistet. Zusätzlich zeigt die Übersicht die Durchschnittsperformance über fünf Jahre, außerdem den ertragreichsten Fonds für das laufende Jahr sowie dessen Manager.

Nach den hohen Verlusten an den Aktienmärkten und bei Anleihen mit Kreditrisiken konzentrieren sich die Analysten auf die künftigen Perspektiven. "Wir müssen in einer unsicheren Zeit logische Entscheidungen treffen", beschreiben die Vertreter von Tweedy Browne die Herausforderung gegenüber ihren Kunden.

Rob Burnett vom britischen Anlagehaus Neptune Asset Management zählt zu den Aktienskeptikern. "Der Bärenmarkt ist intakt; die Zeit für offensive Positionierungen ist noch nicht gekommen", sagt der Londoner. Burnett sieht die Kreditkrise zwar als gelöst an, rechnet aber jetzt mit Marktbelastungen durch die schlechter laufend Konjunktur. "Die deflationären Kräfte gewinnen die Oberhand über die inflationären Tendenzen", glaubt er und gibt angesichts der fallenden Rohstoffpreise den daran stark gekoppelten Schwellenländern wenig Chancen.

Das wankende Finanzsystem und die hohen Tagesschwankungen an den Börsen haben extreme Unsicherheit erzeugt. "Der Markt befindet sich in Endzeitstimmung", konstatiert Sebastian Paris-Horovitz von Axa Investment Managers. Er selbst sagt jedoch: "Wir glauben nicht an den Weltuntergang." Der Anlage-Experte erkennt einen großen Angstfaktor in den Märkten, der zu "ausgesprochen attraktiver Bewertungen" geführt habe. Seine defensive Ausrichtung ändern will der Axa-Mann deswegen aber noch nicht: "Wir behalten unsere Strategie mit einem Fokus auf Kapitalerhaltung mit einer Übergewichtung liquider Anlageformen gegenüber Risikoanlagen bei." Paris-Horovitz setzt auf europäische Staatsanleihen, gewichtet bei Aktien die USA über, die Schwellenländer unter und bevorzugt die Branchen Versorger und den Gesundheitssektor.

Andere Manager gehen einen Schritt weiter und erwarten schon bald eine bessere Stimmung. Diese Verwalter glauben, die Flucht der Anleger aus Aktien sowie aus den mit Kreditrisiken behaftenen Anleihen und der Sturm auf Staatstitel seien übertrieben gewesen. Kurz gesagt: Anleihen sehen sie jetzt als zu teuer an, Aktien als zu billig. "Allein die Dividendenrendite von Aktiengesellschaften mit etablierten Produktmarken und stabilem Cash Flow beträgt heute in nicht wenigen Fällen zwei Mal die Rendite festverzinslicher Staatsanleihen", sagt Markus Mezger, Mitgründer der schweizerischen Tiberius Asset Management. Er erwartet schon in wenigen Wochen eine Stimmungsänderung, wenn "mit der Umsetzung der bereits beschlossenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen Vertrauen zurück kehrt." Laut Mezger sind Aktien jetzt ein Schnäppchen, ein "Screaming Buy", wie die Angelsachsen sagen.

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