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Indexprodukte: ETF-Dachfonds: Hohe Flexbilität nötig

Es scheint durchaus vielversprechend, als Grundlage für Dachfonds günstige börsengehandelte Fonds (ETFs) zu wählen. Das Problem: Trotz wachsenden Angebots gibt es kaum Produkte auf dem deutschen Markt, die als reinrassiger ETF-Dachfonds aufgestellt sind. Das hat seine Gründe.

ETF-Dachfonds sind nicht immer die günstigste Variante. Quelle: dpa
ETF-Dachfonds sind nicht immer die günstigste Variante. Quelle: dpa

Der größte Feind klassischer Dachfonds sind die Gebühren: Eine komplette Fondsstruktur muss bezahlt werden, die wiederum in teure Fondsstrukturen investiert, Anleger bezahlen auf diese Weise locker drei bis vier Prozent ihres investierten Vermögens für die Verwaltung - pro Jahr. Vor allem wegen dieser hohen Gebühren scheint es eine elegante Lösung, als Grundlage für Dachfonds künftig lediglich börsengehandelte Fonds (ETFs) zu wählen, die auf Indizes basieren und deutlich schlankere Kosten bieten. Der Markt für entsprechende Produkte ist jedoch sehr überschaubar. Das hat zwei Gründe: Erstens sind Privatinvestoren, für die derart aktiv gemanagte Produkte noch den meisten Mehrwert bringen können, auf dem ETF-Markt deutlich in der Minderheit. Und zweitens gibt es neben der klassischen Konstruktion als Dachfonds noch andere Möglichkeiten, mehrere Indizes in einem Produkt zu vereinigen - und die sind meistens noch günstiger.

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Einer der eifrigsten Verfechter des Prinzips passiver Vermögensstrategien ist Professor Martin Weber von der Uni Mannheim. "Eine aktive Auswahl ist bei Investments nur in wenig entwickelten Märkten nötig. Auf Dauer erzielt man anderswo durch einen aktiven Ansatz keine Überrendite", lautet seine Einschätzung. Auch bei einem Dach-Portfolio seien nur marginale aktive Eingriffe nötig: "Das ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht sinnvoll. Man sollte nach Regionen und Asset-Klassen diversifizieren und die Gewichtung von Zeit zu Zeit anpassen - mehr ist nicht nötig."

Nicht das klassische Konzept

Dass sich ein solches Konzept noch einmal deutlich günstiger umsetzen lässt als ein ETF-Dachfonds, zeigt sein eigenes Produkt, das er selbstbewusst "Arero - Der Weltfonds" (ISIN: LU0360863863) nennt. In einem passiven Portfolio kombiniert Weber dort zu 60 Prozent weltweite Aktienindizes, zu 25 Prozent entsprechende Rentenindizes und zu 15 Prozent Rohstoffe. Die Neugewichtung erfolgt einmal jährlich nach fundamentalen Kennzahlen - ansonsten bleibt das Investment passiv. Der Clou dabei: Auch die Konstruktion entspricht nicht der eines klassischen Dachfonds. Anstatt die abgebildeten Indizes als Einzelprodukte zu kaufen, erstellt Weber einen einzigen, virtuellen Arero-Index, der im Fonds abgebildet wird. Die Kosten sind mit 0,45 Prozent pro Jahr für eine solche Dachkonstruktion zumindest in Deutschland konkurrenzlos niedrig.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die Quirin Bank, die mit ihrem Wealth Management ETF (ISIN: LU0397221945) in Unter-Indizes aus dem Aktien-, Renten- und Immobilienmarkt investiert. Die Gewichtungen sind hier flexibler und die Anpassungen erfolgen im Abstand von drei Monaten - allerdings zum höheren Preis von 0,72 Prozent des angelegten Vermögens pro Jahr.

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