
FrankfurtDas US-Analysehaus Indexuniverse erwartet eine Welle neuer börsennotierter Indexfonds auf Anleihemärkte. "Ich denke, wir werden speziell bei internationalen Anleihen mehr Innovationen sehen, vielleicht auch bei Anleihen-ETFs auf einzelne Branchen", sagte Matt Hougan, der die ETF-Analyse bei Indexuniverse leitet, in einem am späten Mittwochabend veröffentlichten Interview mit Reuters Insider TV.
In den vergangenen Monaten haben ETF-Anbieter vermehrt Anleihenfonds auf den Markt gebracht. Sie reagierten damit auf die gestiegene Nachfrage der Investoren, bei denen in der Finanzkrise zunächst Staatsanleihen als sichere Häfen und später angesichts der europäischen Schuldenkrise und niedriger Zinsen Schwellenländer- und Unternehmensanleihen als lukrative Alternativen gefragt waren.
Hougan erwartet auch vermehrt aktiv gemanagte Anleihen-ETFs. Üblicherweise bilden ETFs die Wertentwicklungen von Finanzmarktindizes ab, indem sie deren Wertpapiere im Portfolio halten oder Derivategeschäfte eingehen. Aktiv gemanagte ETFs investieren unabhängig von Börsenbarometern in einzelne Wertpapiere oder ETFs. In den USA gibt es bereits mehrere solcher Fonds und zahlreiche entsprechende Anträge an die SEC. In Europa steckt dieser Ansatz noch in den Kinderschuhen. Auch wenn aktiv gemanagten ETFs keine Indizes zugrunde liegen, bieten sie im Unterschied zu klassischen aktiv gemanagten Investmentfonds wesentliche Eigenschaften von ETFs.
"Aktive ETFs haben im Anleihenbereich ihre Daseinsberechtigung - mehr als in Aktienmärkten", sagte Hougan. Denn die Entwicklung der Anleihenkurse und ihre Abhängigkeit von Zinsentscheiden seien für viele Anleger schwerer nachvollziehbar als die Kursentwicklungen am Aktienmarkt. Deswegen könnte es vielen Anlegern sinnvoll erscheinen, das Portfoliomanagement Profis zu überlassen.





