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„In Krisenzeiten schlafe ich am besten“

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Große Katastrophen sind wichtige Weichenstellungen für die Menschheit

Und zwar?
Es ging damit los, dass der Euro zu früh eingeführt wurde. Länder sind Mitglieder der Währungsunion geworden, die dort eigentlich nichts zu suchen gehabt hätten, denken wir nur an Griechenland. Dann die Ausgestaltung der Europäischen Zentralbank. Wie kann es sein, dass das kleine Zypern genauso viel Macht hat wie Deutschland? Als erste Länder in Schieflage gerieten, hat sich einiges hochgeschaukelt.

Auch wenn die Märkte sich beruhigt haben, ist die Krise in Griechenland, Spanien, Italien oder aktuell in Zypern doch keinesfalls ausgestanden.
Die Krise ist lediglich an den Märkten vorbei. Aktien, Euro – alles steigt. Realwirtschaftlich ist die Krise aber natürlich noch lange nicht vorbei. Die dringend notwendigen Strukturreformen werden Jahre, sogar Jahrzehnte dauern. Das erinnert an die ehemalige DDR.

Echte Anleger sind...

  • ...gelassen

    "Sie wissen, dass Aktienkurse von allen möglichen unvernünftigen Kräften beeinflusst werden, dass sie ebenso fallen wie steigen können und dass das auch für Aktien gilt, die sie selbst besitzen. Wenn das passiert, reagieren sie darauf mit Gleichmut. Sie wissen, dass der Preis wieder zurückkommt, solange das Unternehmen die Eigenschaften behält, die sie als Anleger zunächst angezogen hatten."

  • ...geduldig

    "Anstatt sich von der Begeisterung der Menge mitreißen zu lassen, warten echte Anleger die richtige Gelegenheit ab. Sie sagen öfter Nein als Ja."

  • ...rational

    "Sie gehen auf der Basis klaren Denkens an den Markt und die Welt heran. Sie sind weder übermäßig pessimistisch noch irrational optimistisch; sie sind vielmehr logisch und rational."

    Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

Die DDR?
Ja, dieser Vergleich muss erlaubt sein. Wir transferieren immer noch Jahr für Jahr 150 Milliarden Euro in die sogenannten neuen Bundesländer. Das läuft nun schon seit mehr als 20 Jahre so. Das wird mit den südeuropäischen Ländern ähnlich laufen. Und ob Griechenland besser dasteht, als damals die DDR, darüber kann man streiten…

Die Lösung der europäischen Schuldenkrise könnte also 20 und mehr Jahre dauern?
Machen wir uns nicht vor: Das ist eine Generationenaufgabe. Diese Reformen werden sehr, sehr lange dauern.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

  • Eigene Strategie festlegen

    Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

  • Widerstandskraft zeigen

    Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

  • Richtig mischen

    Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

  • Barrieren einbauen

    Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

  • Herdentrieb beobachten

    Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

  • Risiko rausnehmen

    Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

  • Insidern folgen

    Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

  • Geopolitische Ereignisse beachten

    Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

  • Auf reale Werte setzen

    Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

  • Moden misstrauen

    Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Und scheinbar ist auch immer Druck von außen, also von den anderen Euro-Ländern nötig…
Wohl wahr. Ohne eine Krise verändert sich nichts. So war es schon immer. Die wichtigsten Weichenstellungen in der Geschichte der Menschheit sind große Katastrophen und Kriege. Es mag ironisch klingen, aber für die nachkommenden Generationen war der Zweite Weltkrieg ein großes Glück. Es folgten Jahrzehnte langer Frieden und Wirtschaftswachstum.

Was wird auf die Euro-Krise folgen?
Zuerst einmal sind die alten, unfähigen Regierungen, die uns den Schlamassel eingebrockt haben, vom Hof gejagt worden – inklusive des Suppenkaspers Berlusconi. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten, wichtige Reformen werden hoffentlich zügig angegangen. Ohne die große Krise, wäre das sicher nicht passiert.

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  • 06.02.2013, 13:18 UhrWennSchonDennSchon

    Physische replizierende ETF sowie aktive Fonds haben ebenfalls ein durch Collaterals gemildertes Kontrahentenrisiko durch die Leihe die sie praktizieren.
    Den Swaps steht ebenfalls ein Collateral Basket gegenueber, desweiteren wird der Swap laufend nachgezogen und Collateral Management betrieben sodass das eh begrenzte Eventual Kontrahentenrisiko noch weiter reduziert wird.
    Bei Moningstar oder in einer Johannig Studie kann man sich hierueber sicher genauer informieren als bei Twitter/Suite101, aber ich gebe Ihnen Credit dafuer dass sie mit ihrer Kritik wenigstens nicht mehr auf dem sonst ueblichen Panikmachestand von vor zwei Jahren- als diese Diskussion aufkam- sind.

  • 06.02.2013, 12:06 Uhrna_dann_prost_mahlzeit

    Die Schattenseite der synthetischen Replikation ist, dass Swaps derivative Finanzinstrumente sind – und die genießen bei vielen Anlegern seit der Finanzkrise keinen guten Ruf mehr. Zudem gibt es bei Swaps das Risiko, dass der Kontrahent ausfällt, der Vertragspartner des Fonds also. Allerdings ist der Anteil von Swaps am Nettoinventarwert (NAV) eines Fonds durch die Richtlinien der Europäischen Fondsregulierung auf höchstens zehn Prozent begrenzt. Zudem verweisen die Fondsgesellschaften auf die hohe Bonität ihrer Swap-Partner: Lyxor ETF swappt mit seiner Muttergesellschaft, der französischen Großbank Société Générale, bei den db x-trackers ist der Vertragspartner die Deutsche Bank selbst. Und die kann schließlich nicht pleite gehen.

    Vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen: ETFs: volle oder synthetische Replikation?: Ein Vergleich voll replizierender und Swap-basierter Indexfonds | Suite101.de http://suite101.de/article/etfs-volle-oder-synthetische-replikation-a53764#ixzz2K7Eb7Wec
    Follow us: @suite101 on Twitter | Suite101 on Facebook

  • 05.02.2013, 16:58 UhrProspektleser

    Hmm- auch das scheint nicht ganz korrekt zu sein.
    Laut der hauseigenen Broschuere (weiterer Grund zur Vorsicht) betrug der Mehrertrag 8.8% auf 5 Jahre, wovon das Gros auf das Jahr 2009 entfiel- wohl durch Kasse im freien Q1Fall. Danach sieht's mau aus- also auch wie so oft ein negativer/underperformender $weighted return.
    Und das alles noch ohne Steuern, welche bei aktiven Fonds immer hoeher ausfallen als bei passiven und somit die Nettorendite schmaelern, und ohne den 5% Ausgabeaufschlag...
    Synthetisch replizierende TR-ETF bilden mittlerweile die Indizes 1:1 ab und generieren ein weiteres % Outperformance gegenueber aktiven Fonds durch den Steuerstundungs bzw. bei BTH Steuerspareffekt der reinvestierten Dividenden- somit ist der 2.Teil ihrer Aussage komplett falsch.

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