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„In Krisenzeiten schlafe ich am besten“

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Krisen bieten für Anleger extrem viele Chancen

Loys-Fondsmanager Christoph Bruns gilt als Verfechter der Aktie.
Loys-Fondsmanager Christoph Bruns gilt als Verfechter der Aktie.

Sie sagen, Sie hätten die Krise anders erlebt als ein Deutscher in Europa. In wie fern?
Die Amerikaner halten nicht viel von Europa. Natürlich wurde ich auf der Straße angesprochen als Europäer. Ich würde den Leuten leidtun, das ganze Elend, es müsse ja so schlimm sein im Krisen-Europa. Als Deutscher – denn das bin ich ja, den Europäer gibt es schließlich nicht wirklich – konnte ich da nur antworten, wir hätten vergleichsweise geordnete Finanzen, Wirtschaftswachstum und eine relativ geringe Arbeitslosenquote in Deutschland.

Und dann war es vorbei mit dem Mitleid?
Ich wurde völlig ungläubig angeschaut. Auch das zeigt die Übertreibung in der Euro-Krise. Das Urteil der Amerikaner über Europa ist wenig wert, denn sie wissen zu wenig über unseren Kontinent. Viele glauben doch glatt, die meisten Staaten wären sozialistisch beziehungsweise kommunistisch.

Die goldenen Regeln des Value-Investors Warren Buffett

  • Gezielt auswählen

    Konzentrieren Sie Ihre Investments auf herausragende Unternehmen, die von einem starken Management geleitet werden.

  • Weniger ist mehr

    Beschränken Sie sich auf Unternehmen, die Sie wirklich verstehen können. Zehn bis 20 sind in Ordnung, ab 20 ist Ärger vorprogrammiert.

  • Viel auf Wenige setzen

    Suchen Sie sich unter Ihren guten Unternehmen die besten aus und stecken Sie den größten Teil Ihrer Investments in diese.

  • Langfristig denken

    Denken Sie langfristig: mindestens fünf bis zehn Jahre.

  • Keine Panik

    Volatilität kommt vor. Bleiben Sie dran.

    Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

Hat Sie die Distanz zu Europa in ihren Anlageentscheidungen beeinflusst?
Auf jeden Fall. All das Krisen-Gerede – egal, ob hierzulande oder in den USA – konnte ich gelassen über mich ergehen lassen, denn ich habe es für übertrieben gehalten. Ich habe nicht geglaubt, dass der Euro untergeht, und entsprechend gehandelt. Geographische Distanz hilft da natürlich, Chancen zu erkennen.

Was heißt das konkret?
An der Börse werden Unternehmensbeteiligungen zu einem bestimmten Preis gehandelt. Für mich ist es entscheidend, dass der eigentliche Wert einer Aktie höher ist als ihr Preis. Das ist übrigens die bewährteste Anlagestrategie der Welt, die auch Warren Buffett verfolgt. Krisen bieten da extrem viele Chancen, denn in einer Krise werden Aktien richtig billig. Dann gilt es zuzukaufen, einzusteigen.

Es kann aber auch weiter nach unten gehen.
Natürlich, aber wenn der Preis niedriger ist als der wirkliche Wert einer Aktie, dann kann man das aussitzen. Das ist das Buffett-Prinzip, der Kern des Value-Investments, also des werthaltigen Anlegens.

Das funktioniert aber nicht immer. Im vergangenen Jahr hinkte die Performance des Loys Global dem Markt zunächst Zeit hinterher.
Langfristig geht die Strategie auf. Aber es stimmt, bis zum Herbst konnten wir dem Weltindex nur mit Mühe folgen. Doch dann hat der Umschwung bei Dollar und Yen uns kräftigen Rückenwind und einen erfreulichen Jahresendspurt verschafft.

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  • 04.02.2013, 13:30 Uhrhafnersp

    Schon wieder der. Das ist doch derjenige, der in einem kürzlichen HB-Artikel die Aktie als König der Sachwerte erklärt hat.
    Der bzw. dessen Fondsgesellschaft muß Euch ja ganz schön sponsern, lieber HB!

  • 04.02.2013, 13:41 Uhrwonderland666

    Viele glauben doch glatt, die meisten Staaten wären sozialistisch beziehungsweise kommunistisch.
    -> So ganz unrecht haben die da auch nicht, siehe Frankreich, sozialistisch sind die schon.

  • 04.02.2013, 13:56 Uhrmondahu

    Man muß nicht in allen Punkten derselben Meinung sein, aber dennoch:

    Dieses Interview ist ein exzellentes Beispiel dafür, daß es sich immer lohnt, eine Frage, ein Problem von (mindestens) zwei Seiten zu beleuchten. Das ist das glatte Gegenteil zu der in D derzeit bevorzugten "Alternativlosigkeit".

    Einen Blick von außerhalb auf die eigene Hütte zu werfen war noch nie ein Nachteil.

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