
Handelsblatt: Herr Kaldemorgen, Griechenland oder Goldman, worüber sprechen wir zuerst?
Klaus Kaldemorgen: Zu Goldman Sachs kann ich wenig sagen. Die unterschiedlichen Auffassungen zum Sachverhalt und zur Rechtslage klaffen zwischen den Parteien weit auseinander. Kann das noch auf die Märkte durchschlagen? Schwer zu sagen. Anzunehmen ist, dass Verhaltensregeln und Standards für die Akteure zukünftig verschärft werden. Aber auf diesem Feld wird möglicherweise auch Politik gemacht. Man fragt sich beispielsweise, warum die ganze Diskussion nach eineinhalb Jahren direkt vor Bekanntgabe der Goldman Sachs Gewinnzahlen hoch kocht.
Und der Euro-Kollaps auf unter 1,33 Dollar?
Natürlich wegen Griechenland: Aber Griechenland ist nicht das entscheidende Problem. Es ist tragisch, dass die Staaten die Wirtschaft gerettet haben, aber genau dadurch in die Krise geschlittert sind. Warum? Durch direkte Staatshilfen und Ausgabenprogramme. Sie haben ihre Finanzlage maßlos überstrapaziert. Griechenland ist die Spitze des Eisbergs. Andere Staaten werden je nach Finanzsituation die Skepsis der Kapitalmärkte noch zu spüren bekommen. Man muss bei den Anleihen ja nur auf die explodierenden Renditen schauen. Die Investoren nehmen eben erst die schwächsten Länder aufs Korn, dann die schwächeren.
Bewegen wir uns jetzt in einer Spirale abwärts?
Die aufgeblähten Staatsschulden belasten das künftige Wirtschaftswachstum. Die Staaten werden durch den wachsenden Schuldendienst in ihrer Flexibilität eingeschränkt und entziehen der Wirtschaft Nachfrage über den Druck zur Haushaltskonsolidierung Kaufkraft. An diesem Punkt wird es tragisch, denn in der prekären Lage brauchen die Länder dringend Wachstum. Nur Wachstum könnte sie aus dem Schlamassel heraus holen. Aber mit der Schuldenpolitik tun sie genau das Gegenteil und schwächen die Wirtschaft.. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es auch uns in Deutschland trifft. Ein politischer Königsweg wäre natürlich ein bisschen mehr Inflation. Darüber mag aber niemand laut nachdenken.
Bis wann läuft unsere Gnadenfrist?
Erst spielen die Investoren die Zinsunterschiede wie jetzt im Fall Griechenland und anderer Eurozonen-Länder. Aber in möglicherweise einem Jahr sind auch wir an der Reihe. Dann steigen auch die deutschen Renditen. Nicht ohne Grund hat der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück in einem Interview mit unserem Hause gerade gesagt, er würde keine deutschen Regierungsanleihen mehr kaufen. Man mache sich das einmal klar: Das sagt jemand, der vor kurzer Zeit noch für die Finanzen unseres Landes verantwortlich war.
Was ist die beste, was die schlechteste Währung?
Im Moment wird auf den Devisenmärkten Not gegen Elend gespielt. Unter Euro, Dollar, Yen ist keiner besser, die sind alle schlechter. Ich könnte mir vorstellen, dass vor allem der Yen demnächst ins Fadenkreuz kommt.. In Japan sieht es viel schlimmer aus als in Griechenland. Mit etwas Abstand kann man sagen: Alle die genannten Währungen der Industrieländer kommen unter Druck, weil sich das Wachstum in die Schwellenländer verlagert hat.
Der Euro kippt, aber vor einigen Monaten haben Sie noch einen starken Euro bei 1,60 Dollar gesehen …
An den Devisenmärkten werden augenblicklich die aktuellen Probleme in der Eurozone besonders stark beachtet. Treten diese in den Hintergrund werden die weiterhin schwelenden Ungleichgewichte der USA wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen. Seien es die Probleme am US-Immobilienmarkt, die prekäre Finanzlage Kaliforniens oder das Budget- und Handelsbilanzdefizit.. Der Trend kann schnell wieder drehen. Dazu passt übrigens die relative Gold-Stärke. In der Krise suchen die Anleger sichere Häfen außerhalb der Weltleitwährungen. In Euro erreicht das Gold augenblicklich fast täglich neue Höchstpreise.
ich bin zum Glück bereits vor 3 Jahren -über die Empfehlung eines bekannten- auf die Seite von Walter K. Eichelburg gestoßen. Erst dachte ich, dass wäre alles wirre Panikmache eines Untergangpropheten, habe mich aber anschließend doch mit dem Thema befasst und 2 Monate später war mein Erspartes zu 90% in physisches Silber umgeschichtet. ich habe es wirklich nicht bereut und die Freunde und bekannte die mich damals für "durchgedreht" gehalten haben stehen jetzt auf der Matte und fragen mich (als "Experten") was man jetzt machen sollte. ;-)ich bin zum Glück bereits vor 3 Jahren -über die Empfehlung eines bekannten- auf die Seite von Walter K. Eichelburg gestoßen. Erst dachte ich, dass wäre alles wirre Panikmache eines Untergangpropheten, habe mich aber anschließend doch mit dem Thema befasst und 2 Monate später war mein Erspartes zu 90% in physisches Silber umgeschichtet. ich habe es wirklich nicht bereut und die Freunde und bekannte die mich damals für "durchgedreht" gehalten haben stehen jetzt auf der Matte und fragen mich (als "Experten") was man jetzt machen sollte. ;-)
"...weil sich des Wachstum in die Schwellenländer verlagert hat", das ist die rale Quintessenz der Analyse. Und die drei Kommentare zeigen, wie hilflos manche da noch immer herumwürgen und -stochern: während der erste von "X-Ray" von einem Aktienhändler stammen könnte, einem Fondsmanager z.b., der sich um den fallenden Absatz seiner Aktienprodukte sorgt, ist der zweite von "Felix Schwarz" schon deutlicher: "potentielle"...nennt er jene, die "es sind", die kriminellen, namentlich doch bekannten Finanzhaie, welche die Staaten der Welt zu insolvenzabwendern mit garantierten Pleiteaussichten trieben, damit ein überholtes System schließlich und endlich kollabiert, das da heißt: "Kaufen, kaufen, kaufen - nicht lang nachdenken" ()3. Kommentator). Die "Profite" dieser Grundhaltungen, wie immer sie aussehen mögen, machen Geld zu einer willfährigen Hure der Gosse und uns alle zu Klienten mit suizidalen Verhaltensstörungen incl. "Fremdgefährdung". Die Krise ist folglich ethisch-moralisch - und nicht "ökonomisch" bedingt! Skandal-Aufarbeitungs-Resistenz von Psychopathen mit demokratischen Totalladehemmungen. Es wird Zeit, sie auf den Mond zu jagen. So viele sind es übrigens gar nicht!
Na, Herr Kaldemorgen, wo Sie irren, ist die Aktienentwicklung meiner Meinung nach. Wie Sie richtig feststellen, war im letzten Jahrzehnt nix damit zu holen (abgesehen vom trading). ich erwarte allerdings real eine ähnliche Seitwärtsentwicklung im laufenden Jahrzehnt. Richtig ist, alle Staatsanleihen werden real Verluste vergleichbar mit Argentinien-Anleihen 2001 machen. Die Gewinner dieses Jahrzehnts werden Gold und Silber sein, die Anstiege der letzten zehn Jahre waren erst der müde Anfang. Erst, wenn eine Verdopplung innerhalb eines halben Jahres gelaufen ist, werde ich anfangen zu überlegen, obs es das in Gold gewesen sein könnte. Hängt dann davon ab, ob eine Hyperinflation oder Währungsreform wahrscheinlich ist oder nicht.....
Trotzdem bemerkenswert, dass ein Fondsmanager eine, wenn auch kleine, Goldquote empfiehlt. Wenn das jeder Wohlhabende auf der Welt ernsthaft physisch umsetzt, würde der Goldpreis schon jetzt explodieren.





6 Kommentare
Alle Kommentare lesen