FRANKFURT. Union Investment, Nummer drei im Publikumsfondsgeschäft vor allem für Privatkunden, hat nach Aussage ihres Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Ginsberg "über Kreditaufnahme und Kauf von Fondsanteilen in den Eigenbestand die Liquidität zu jeder Zeit gesichert".
Um Kunden ihr Kapital zurückgeben zu können, haben erstens einzelne Union-Fonds als Sondervermögen Kredite aufgenommen, unter anderem bei der Europäischen Zentralbank gegen Wertpapierleihe (Lombardkredit). Zweitens kaufte die Union den Kunden mit Eigenmitteln Fondsanteile ab und stellten sie in den eigenen Bestand. Auch die Deutsche-Bank-Tochter DWS gibt an, Geldmarktfondsanteile "in geringem Umfang" zur Stützung in andere DWS-Produkte verkauft zu haben. Laut Beratern haben "einige Fondshäuser" ihren Geldmarktfonds kurzfristig Liquidität zugeführt. Andere große Anbieter wie Deka oder Pioneer verneinten dies.
Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel im Oktober die Staatsgarantie für Spareinlagen ausgesprochen hatte, flohen verängstigte Anleger aus Geldmarktfonds und zogen knapp 30 Mrd. Euro ab. Fondshäuser bekamen Liquiditätsprobleme. Viele konnten aber über Verkäufe von Fonds-Wertpapieren "noch ausreichend" Liquidität beschaffen, hieß es. Am Markt wird die Aktion der Union als "effektive Maßnahme" begrüßt, um den Charakter der Fonds als liquide Anlage zu erhalten.
Inzwischen hat sich die Lage entspannt. Gleichwohl hat das Krisenjahr das Ergebnis vor Steuern für Union Investment um knapp 60 Prozent auf 143 Mio. Euro einbrechen lassen. In diesem Jahr will Ginsberg das Ergebnis stabil halten und weiter stark auf sicherheitsorientierte Produkte setzen. Union verwaltet 144 Mrd. Euro.




