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Leerverkäufe: Hedge-Fonds haben sich verzockt

Zahlreiche Hedge-Fonds haben auf fallende Kurse bei US-Aktien gesetzt. In der Börsenrally der letzten Monate mussten sie hohe Verluste hinnehmen. Jetzt geben sie klein bei. Ein gutes Zeichen für Kleinanleger.

Händler am Arbeitsplatz: Wer in den vergangenen Woche auf fallende Kurse spekulierte, verlor häufig Geld. Quelle: dpa
Händler am Arbeitsplatz: Wer in den vergangenen Woche auf fallende Kurse spekulierte, verlor häufig Geld. Quelle: dpa

Diese Deals gingen nicht auf. Spekulanten wetteten auf eine schlechte Konjunktur in den USA und starteten Leerverkäufe auf konjunktursensible US-Aktien. Doch die am meisten leerverkauften Titel Amerikas haben - im Vergleich zum breiten Markt – eine Rally hingelegt.

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Die zwanzig am meisten leerverkauften Aktien im Standard & Poor's 500 Index haben im Dezember 5,1 Prozent gewonnen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet. Der Leitindex insgesamt verbesserte sich gleichzeitig um lediglich 0,7 Prozent. Die Spanne ist so groß wie seit Januar 2012 nicht mehr.

Anlagestrategie Womit die Deutschen am liebsten zocken

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Unternehmen vom Stahlkonzern U.S. Steel bis hin zum Einzelhändler J.C. Penney verzeichnen teils kräftige Kursgewinne. Aktien von Telekomunternehmen und Versorgern, denen es gewöhnlich am besten geht, wenn die Wirtschaft schrumpft, schwächeln dagegen.

Marktoptimisten vertreten die Ansicht, dass durch den Rückzug aus den Leerverkäufen das Vertrauen in die Erholung der US-Wirtschaft unterstrichen wird. Der Trend spricht auch für Prognosen wie die von Vermögensverwalter Laszlo Birinyi, der damit rechnet, dass durch die vierjährige Rally endlich auch die Investoren angelockt werden, die den Aktien bislang fern geblieben sind.

Dax-Bilanz 2012: So stark wie lange nicht mehr

  • Die drei Schlusslichter

    Platz 30: Eon
    Auch in einem guten Börsenjahr können Anleger verlieren – zum Beispiel mit der Aktie von Eon. Der Kurs des Stromkonzerns fiel um 15,5 Prozent: Schon im Jahr davor gehörten die Eon-Aktien zu den schwächsten.
    Platz 29: Deutsche Telekom
    Unter dem Strich stand ein Minus von drei Prozent. Die Dividende sinkt.
    Platz 28: Fresenius Medical Care
    Der Dialysekonzern fällt mit einem kleinen Minus (-0,4 Prozent) im Dax deutlich zurück. In den USA droht bei Dialyselösungen eine Sammelklage.

  • So gerade im Plus

    Platz 27: Thyssen-Krupp
    Auf Jahressicht lagen die Aktien von Thyssen-Krupp nur hauchdünn im Plus (+ 0,2 Prozent). In den vergangenen drei Jahren verloren die Papiere knapp 30 Prozent an Wert. Der Konzern steckt tief in der Krise.
    Platz 26: K+S
    K+S leidet unter niedrigen Preisen für seine Kali-Düngemittel. Die Aktie machte eine wahre Achterbahnfahrt durch.
    Platz 25: Infineon
    Wegen der weltwirtschaftlichen Unsicherheiten ist der Gewinn von Infineon eingebrochen. Der Konzern reagierte und setzte Kurzarbeit ein.

  • Drei Schwergewichte schwächeln

    Platz 24: Deutsche Börse
    Für die Deutsche Börse wirkte die gescheiterte Super-Fusion mit der Nyse im Jahr 2012 immer noch nach. Die Aktie der Deutschen Börse hat 2012 sieben Prozent zugelegt.
    Platz 23: Commerzbank
    Die Aktien konnten 2012 gerade mal um zehn Prozent steigen. Vor dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 kostete die Aktie des zweitgrößten deutschen Bankhauses noch rund 30 Euro, heute gerade mal 1,44 Euro.
    Platz 22: Siemens
    Siemens verdient gut und spart. Auf Jahressicht reicht es aber nur zu einem Plus von 11,2 Prozent.

  • Unteres Mittelfeld

    Platz 21: Deutsche Bank
    11,9 Prozent im Plus. Bei der Jahresendrally wurde die Aktie ausgelassen.
    Platz 20: Linde
    Mit einem Plus von 14,8 Prozent schneidet Linde deutlich schwächer ab als der Dax. In den kommenden Jahren wird vor allem gespart.
    Platz 19: RWE
    Die Energiewende trifft RWE hart. Die Aktie legte dennoch seit Jahresbeginn 2012 um 15,1 Prozent zu - deutlich besser als Konkurrent Eon.

  • Mittelfeld

    atz 18: Daimler
    Im Oktober enttäuschte Daimler und schickte die Aktie damit auf Talfahrt. Auf Jahressicht hat die Aktie um 21,8 Prozent zugelegt.
    Platz 17: Fresenius
    Die Aktie des Gesundheitskonzerns Fresenius ist 2012 um 21,9 Prozent gestiegen. Im Jahr seines 100-jährigen Bestehens feierte das Unternehmen Rekorde.
    Platz 16: Merck
    Merck blickt auf ein durchwachsenes Jahr zurück. Die Aktionäre vertrauten dem Unternehmen trotzdem. In 2012 stieg der Aktienkurs um 29,6 Prozent.

  • Oberes Mittelfeld

    Platz 15: BASF
    2012 war das Jahr des Umbaus bei BASF. Die Aktie des Chemiekonzerns hat 32 Prozent zugelegt. Auf Drei-Jahres-Sicht steht sogar ein Plus von mehr als 60 Prozent zu Buche. BASF gehört zu den Konzernen, die Anlegern konstant satte Dividenden auszahlen.
    Platz 14: Adidas
    Die Aktie des Sportartikelherstellers kann ein stolzes Jahresplus von 34 Prozent vorweisen. Seit 2009 hat sie fast 150 Prozent zugelegt.
    Platz 13: Henkel
    Die Aktionäre dürfen mit einem Plus von 39,5 Prozent zufrieden sein. Die Aktie kostet mit mehr als 60 Euro so viel wie nie. Im Jahr 2009 gab es die Anteilsscheine noch für unter 20 Euro.

  • Deutsche Post

    Der Logistikkonzern ist nach Ansicht von Analysten hervorragend aufgestellt, besonders im Expressgeschäft. Die Entwicklung der Aktie spiegelt das wider: Anleger freuen sich über ein Plus von 39,7 Prozent im Jahr 2012. Der Durchschnitt der Analysten prognostiziert bis 2015 ein jährliches Gewinnwachstum von rund zehn Prozent.

  • Heidelberg-Cement

    Dass in Europa wegen der Euro-Krise weniger gebaut wurde, hat den Baustoffkonzern belastet. Dank seines Sparkurses sowie Preiserhöhungen in absatzstarken Märkten wie Nordamerika steigerte das Unternehmen trotzdem seinen Gewinn. Auch die Aktie schnitt mit einem Plus von 39,8 Prozent über dem Dax-Durchschnitt ab.

  • BMW

    Die Aktie des Autobauers hat 2012 um 40,9 Prozent zugelegt. Wer die Aktie länger hält, darf sich besonders freuen. In den vergangen drei Jahren hat sich der Wert der Aktie um mehr als 120 Prozent gesteigert.

  • Beiersdorf

    Der Nivea-Hersteller entwickelt sich erstaunlich: Ohne große Rücksetzer ist das Papier durch 2012 gerauscht und kann ein Jahresplus von rund 41,2 Prozent vorweisen.

  • Allianz

    Europas größter Versicherungskonzern hatte in diesem Jahr, wie fast alle Vermögensverwalter, mit sinkenden Zinsen zu kämpfen. Die Allianz-Aktie hat sich von ihrem Einbruch in den Jahren 2007/2008 noch nicht erholt, konnte aber deutlich aufholen. 2012 steht ein Plus von 41,8 Prozent zu Buche. Auf Fünf-Jahres-Sicht weist sie allerdings ein Minus von fast 30 Prozent auf.

  • Münchener Rück

    Trotz des Hurrikans Sandy rechnet das Unternehmen 2012 mit einen Gewinn von rund drei Milliarden Euro. Das wären 500 Millionen mehr als Anfang des Jahres geplant. Aktionäre freuen sich über ein Plus von 43,5 Prozent. Die Dividende für 2012 soll oberhalb des Vorjahresniveaus von 6,25 Euro je Anteilsschein liegen.

  • Bayer

    Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern gab seine Pläne zur Übernahme des US-Vitaminherstellers Schiff Nutrition auf – Aktionäre waren davon nicht enttäuscht. Die Bayer-Aktie hat 45,5 Prozent an Wert gewonnen.

  • SAP

    Für den Walldorfer Softwarekonzern geht ein Rekordjahr zu Ende. Auch wenn es nicht unter die Top Drei der Dax-Werte reicht, ist der Wertzuwachs der Aktie mit knapp 46 Prozent beachtlich. In den vergangenen drei Jahren machten Aktionäre einen Schnitt von 83 Prozent.

  • Blech

    Volkswagen: Die Vorzugsaktien legten 48,7 Prozent zu. Die Papiere pendelten zwischen 114 und 174 Euro. Besondere Kurspflege gab es von einem Gericht in den USA. Ein New Yorker Berufungsgericht wies die Klage von 26 Hedge-Fonds gegen Porsche zurück. Ein wichtiger Teilerfolg, denn die Kläger werfen dem Unternehmen Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung im Zusammenhang mit den Transaktionen mit Volkswagen-Aktien im Jahr 2008 vor. Die Hedge-Fonds sprechen insgesamt von einem Schaden in Höhe von mehr als 1,4 Milliarden Dollar. VW-Aktien stürmten daraufhin an die Spitze des Dax.

  • Bronze

    Lufthansa: Während Air Berlin über den unfertigen Hauptstadtflughafen klagt, kann Lufthansa im Dax glänzen. Die Aktie der größten deutschen Fluglinie kann ein stolzes Kursplus von 55 Prozent vorweisen. Eines der größten Probleme ist die hohe Tankrechnung der Gruppe. Das Sparprogramm soll helfen diese auszugleichen.

  • Silber

    Lanxess: Stolze 65,7 Prozent hat die Aktie des Dax-Neulings 2012 zugelegt. Lanxess wird wegen der Autokrise etwas vorsichtiger. Die Autohersteller sind wichtige Kunden, deswegen schlägt sich die Krise der Branche auf die Zahlen des Chemiekonzern nieder.

  • Gold

    Continental: Die Aktie schaffte nicht nur das zweite Comeback in den Dax (was bisher keinem Unternehmen gelang), sondern setzte sich auch noch an seine Spitze. Mit einem Kursplus von 82 Prozent ist die Continental-Aktie der beste Dax-Wert auf Jahressicht. Dabei hatte die Aktie, bevor sie in den Dax kam, bereits eine Rally von 180 Prozent hinter sich. Das traditionelle Reifengeschäft läuft beim Autozulieferer Continental weiter auf vollen Touren.

“Lassen Sie es mich so sagen: Ich habe mit Käufen mehr Geld gemacht als mit Leerverkäufen”, sagt Gilles Sitbon von Sycomore Asset Management in Paris. Sein Sycomore Long-Short Opportunities Fonds hat 2012 rund 15 Prozent zugelegt. “Leerverkäufe fallen nicht nur schwer, sie sind schmerzhaft.”

Wenn die am stärksten leerverkauften Aktien gut laufen, läutet das meist eine breite Rally ein. Im März 2009 entwickelten sich diese Titel um 8,1 Prozentpunkte besser als der S&P 500, woraufhin die die amerikanischen Aktien ihre beste Jahresentwicklung in sechs Jahren hinlegten.

  • 10.01.2013, 00:47 Uhrfritzle

    Ich finde es immer schön wenn Hedgefonds bluten. Noch schöner fände ich es wenn sie reihenweise verbluten würden. Weil sie volkswirtschaftlich gesehen keinen Mehrwert produzieren. Also reine Parasiten sind.

    Solange einzelne durch das "produzieren" von Schäden anderer sich die Taschen voll machen können wird unsere Zukunft in materieller Not, Elend, Diktatur, Krieg, Mord und Totschlag zu finden sein.

  • 09.01.2013, 19:16 UhrX_TRADER

    Siehst du mal, was eine gute Ausbildung (logischerweise incl. einer Börsenhändlerprüfungen, sowie alle relevanten Händlerlizenzen für die Märkte/Börsen an denen man aktiv ist) bei einer Top-Investmentbank wert ist als Basis um sich selbständig zu machen und mit eigenem Geld auf eigene Rechnung erfolgreich zu arbeiten.

    Mein intraday VaR ist dabei ca. 1 - 1,5 Mio. €

    Schönen Abend noch, hab jetzt (private) Termine.

  • 09.01.2013, 19:10 UhrLungomolch

    Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B.

    a) Wie hoch ist das Risiko, dass ich eingehen kann? Ein Familienvater oder ein älterer Mensch sind vermutlich aus gutem Grund nicht so risikofreudig.

    b) Woher stammt das Geld, mit dem ich spekuliere? Wurde es mühsam durch eine langjährige, stressige Berufstätigkeit erworben? Auch in diesem Falle wird man vorsichtig sein.

    c) Wieviel Zeit kann und will ich in die Börse investieren? Wer berufstätig ist, hat kaum die Chance intraday zu traden. Mancher hätte vielleicht die Zeit, will es aber nicht, weil es eine sehr einseitige Tätigkeit ist, die sicher auch Auswirkungen auf das Denken und Fühlen hat.

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