
New YorkDie Banken an der Wall Street stocken ihre Bestände an Anleihen mit einem „Ramsch-Rating” auf. Anleger sind dagegen vorsichtig und stoßen börsengehandelte Fonds (ETFs), die in solche Papiere investieren, ab. Die Banken greifen zu, nachdem die Kurse der „Schrottpapiere” von ihren Rekordhochs wieder gesunken sind.
Die 21 Primärhändler, die mit der Federal Reserve Geschäfte machen, haben in den ersten beiden Maiwochen ihre Nettopositionen an Junkbonds um 37 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar (sechs Milliarden Euro) erhöht. Indes berichteten US-Hochzinsfonds in der vergangenen Woche Nettoabflüsse von 400 Millionen Dollar, wobei per Saldo 520 Millionen Dollar aus ETFs abgezogen wurden, wie aus Daten von Bank of America Corp. hervorgeht.
„ETFs sind in der Regel die großen Volumentreiber”, sagt Guy LeBas, Chef-Stratege für Festverzinsliche bei Janney Montgomery Scott LLC in Philadelphia. Der Job eines Händlers ist es „Bonds zu kaufen, wenn die Leute sie verkaufen wollen”.
In nun zwölf Jahren ist die Anzahl der auf Xetra gelisteten, börsengehandelten Indexfonds auf mehr als 1000 gestiegen. Fünf ETFs von db X-trackers der Deutschen Bank, die an Indizes mit Aktien aus Bangladesch, Pakistan, den Philippinen, Singapur und Japan gekoppelt sind, haben am 22. August 2012 die 1.000er-Marke gerissen.
Rund 180 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen ist in Aktien-, Renten- und Rohstoff-ETFs investiert. (Stand: 22. August 2012)
Die Mehrheit der ETFs bildet Aktienindizes aus 48 unterschiedlichen Länder und Regionen, 26 Branchen sowie zu neun verschieden Themen ab.
218 Indexfonds ermöglichen Zugang zu Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder dem Geldmarkt.
Im größten Produktangebot Europas findet der Anleger auch ETFs, die Rohstoffindizes, Hedge-Fonds, Volatilität und Währungen abbilden.
Die Händler saugen die auf den Markt kommenden Papiere auf, denn Banken von JPMorgan Chase & Co. bis Barclays Plc gehen davon aus, dass die Nachfrage sich wieder erholen wird. Obwohl den Banken neue Beschränkungen bezüglich des Eingehens von Risiken und höhere Kapitalanforderungen ins Haus stehen, hat der Rückzug der Investoren sie bewogen, ihre traditionelle Rolle zu übernehmen und den Handel mit eigenem Geld zu erleichtern. Zuvor hatten sie ein beispielloses Volumen von neuen, als spekulativ eingestuften Anleihen platziert.
Der durchschnittliche Kurs von Junkbonds in den USA ist auf 106,2 Cent je Dollar Nominalwert gesunken, nachdem er am 9. Mai ein Rekordhoch von 107,2 Cent erreicht hatte, wie Indexdaten von Bank of America Merrill Lynch zeigen. Die Anteilsscheine am größten Hochzins-ETF, dem 15,8 Milliarden Dollar schweren iShares iBoxx High-Yield Corporate Bond Fund von BlackRock Inc. sind Bloomberg-Daten zufolge in dem Zeitraum um 1,2 Prozent auf 94,89 Dollar gesunken.





