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Raue Zeiten: Schiffsfinanzierer unter Druck

Für die weltweit führenden Schiffsbanken in Deutschland brechen rauere Zeiten an. Finanzierer wie die HSH Nordbank müssen sich auf gestundete Tilgungen und eine höhere Risikovorsorge einstellen. Noch sehen die Ratingagenturen die Gemengelage gelassen – für Panik gebe es keinen Anlass.

von Frank M. Drost und Mark C. Schneider
Auf Finanzierer wie die HSH Nordbank rollt eine Welle neuer Probleme zu. Foto: ap Quelle: ap
Auf Finanzierer wie die HSH Nordbank rollt eine Welle neuer Probleme zu. Foto: ap Quelle: ap

BERLIN/HAMBURG. Nachdem Banken wie die HSH Nordbank, die KfW-Tochter Ipex, die Deutsche Schiffsbank oder NordLB dank florierender Weltkonjunktur und stark wachsender Schiffsorders jahrelang glänzende Geschäfte machten, türmt sich jetzt eine Welle von Problemen auf: Das nachlassende Wirtschaftswachstum stößt auf wachsende Überkapazitäten im Transportbereich.

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Wenn sämtliche Bauaufträge für Transportschiffe ausgeführt würden, erhöhte sich die Kapazität der Welthandelsflotte in den kommenden Jahren um die Hälfte. "Das Flottenwachstum ist höher als die Nachfrage", sagt Professor Burkhard Lemper vom Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik die Situation auf den Punkt. Für 2009 rechnet Lemper mit einem Wachstum der Transportkapazitäten von knapp 16 Prozent.

Doch schon jetzt ist ein erheblicher Druck auf die Charterraten, also auf den Mietzins eines Schiffes, feststellbar. Hält der Druck an, kann sich die Kalkulation eines Reeders wegen sinkender Raten schnell in Luft auflösen. Die ersten Anträge auf Tilgungsstundung wurden bereits gestellt, einzelne Fonds haben bereits eingesammeltes Eigenkapital zurückgezahlt. Unrentable Investitionen werden besonders die deutschen Schiffsbanken zu spüren bekommen. Die spezialisierten heimischen Institute und deutsche Schiffsfonds finanzieren nach Einschätzung von Analysten weltweit mehr als 50 Prozent der Containerschiffe und Massengutfrachter.

"Wenn die Schifffahrtsmärkte sich weiter verschlechtern, dann wird es auch nach den strengen Bewertungsregeln Wertberichtigungen geben, aber nicht in einem Ausmaß, das uns besonders besorgt", beruhigt Peter Rieck, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der HSH Nordbank und verantwortlich für die Schiffsfinanzierungssparte, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Bislang lägen dem weltgrößten Schiffsfinanzierer mit einem Kreditportfolio von 26 Mrd. Euro nur drei Stundungsanträge von kleineren Reedern vor. Die Charterraten seien hier so stark gefallen, dass die Tilgung nicht erbracht werden könne.

Die HSH Nordbank steht besonders im Fokus, nachdem sie aufgrund von Abschreibungen auf Wertpapieren in den ersten neun Monaten einen Verlust von 360 Mill. Euro ausgewiesen hat. Auf Jahresbasis dürfte sich der Verlust kräftig ausweiten. Die HSH Nordbank käme in eine prekäre Lage, wenn jetzt auch noch nennenswerter Abschreibungsbedarf in der Schiffsfinanzierung entstünde. Mögliche Wertberichtigungen wären nach Einschätzung Riecks aber in keiner Weise mit der Entwicklung im Wertpapierbereich vergleichbar und würden nur relativ kleine Teile des Portfolios betreffen. Bislang lag der Abschreibungsbedarf der HSH Nordbank bei Wertpapieren in diesem Jahr bei 1,3 Mrd. Euro.

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