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Reedereien: Die Frachter der Banken

Viele deutsche Schiffseigner haben sich mit der Modernisierung ihrer Flotte übernommen. Nun sitzen sie auf gewaltigen Schulden. Weil die eigenen Schiffe der Bank gehören, haben sie kaum Perspektiven.

Die erwarteten Gewinne sind bei vielen Reedern ausgeblieben. Quelle: dapd
Die erwarteten Gewinne sind bei vielen Reedern ausgeblieben. Quelle: dapd

HamburgDeutsche Reeder sitzen in der Klemme. Sie verfügen zwar über moderne Flotten und sind weltweit führend in der Containerschifffahrt. Aber sie haben ein Problem: Sie besitzen kaum eigene Schiffe. Weil das Geld der Kapitalanleger seit vielen Jahren kräftig sprudelte, ließen sie ihre Frachter und Tanker auf Anraten der Banken durch Schiffsfonds finanzieren, an denen sie selbst in der Regel nur mit kleinen Alibi-Beträgen beteiligt sind. Berater und Kreditinstitute empfahlen das sogenannte Kommanditgesellschaftsmodell (KG-Modell), um das Risiko auf andere zu verlagern. Für jedes einzelne Schiff wurde eine eigene GmbH & Co. KG gegründet, die Anteile an Anleger verkauft.

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Viele Jahre schienen alle davon zu profitieren: die Anleger, weil sie in den Genuss von Steuererleichterungen kamen; die Reeder, weil sie unternehmerische Risiken weitgehend auf die Anleger abwälzen konnten; die Banken, weil mit den Reeder-Flotten auch ihr Geschäft wuchs.

Doch die KG-Finanzierung hatte einen Pferdefuß: Die Reeder mutierten von Schiffseignern zu Dienstleistern der Fondsgesellschaften, die die Fondsschiffe nur noch verwalteten. Nun hängen sie überschuldet am Tropf der Banken, weil sie sich – in der Hoffnung auf stetig sprudelndes Anlegergeld – mit Neubaubestellungen in Milliardenhöhe übernahmen. Da sie kaum noch über eigene Schiffe verfügen, fehlt ihnen die Möglichkeit, sich frisches Kapital zu beschaffen.

Anfang des Jahres musste deshalb die große Bremer Reederei Beluga Insolvenz anmelden. Ihre Flotte von mehr als 70 Schiffen war fast komplett über Fonds finanziert. Ebenfalls aufgeben musste die Schifffahrtsgesellschaft Detlef von Appen. Die Werse-Gruppe des Reeders Peter Hänsel fuhr mit gleich 15 Schiffsgesellschaften in die Pleite. Insolvenzverwalter Stefan Meyer: „Seitens des finanzierenden Kreditinstituts wurde die Geschäftsverbindung gekündigt. Alle Sanierungsversuche scheiterten.“

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