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Rohstoffe: Spekulanten setzen (fast) alles auf eine Karte

Rohstoffe sind derzeit heiß begehrt bei Hedge-Fonds-Managern und anderen Spekulanten, ganz besonders Gold. Die Nachfrage steigt und steigt, wie aktuelle Daten vom Terminmarkt belegen.

Wenn die Unsicherheit an der Börsen steigt, steigt auch der Goldkurs. Quelle: dpa
Wenn die Unsicherheit an der Börsen steigt, steigt auch der Goldkurs. Quelle: dpa

FrankfurtSpekulationen auf geldpolitische Maßnahmen der großen Notenbanken haben im August die Nachfrage nach börsennotierten Produkten (ETPs - Exchange Traded Products) auf Gold steigen lassen. Anleger investierten in diese Produkte mit 3,6 Milliarden Dollar so viel wie in keinem anderen Monat dieses Jahres, wie aus einer am Montag veröffentlichten Statistik des US-Vermögensverwalters Blackrock hervorgeht.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank Fed hatten Maßnahmen wie umfassende Anleihenkäufe angekündigt, um die Schuldenkrise in der Euro-Zone beziehungsweise die hohe Arbeitslosenquote in den USA zu bekämpfen. Investoren steckten ihr Geld deshalb in Gold, um sich gegen eine möglicherweise zunehmende Inflation zu schützen und von den steigenden Preisen für das Edelmetall zu profitieren. Der Goldpreis kletterte im August um 4,8 Prozent und liegt aktuell bei 1734 Dollar pro Feinunze.

Die Goldreserven der Staaten

  • USA

    Goldschatz: 8.133 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

    Stand: Februar 2013

  • Deutschland

    Goldschatz: 3.391 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

  • Internationaler Währungsfonds (IWF)

    Goldschatz: 2.814 Tonnen

  • Italien

    Goldschatz: 2.451 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

  • Frankreich

    Goldschatz: 2.435 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

  • China

    Goldschatz: 1.054 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

  • Schweiz

    Goldschatz: 1.040 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

  • Russland

    Goldschatz: 958 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

  • Japan

    Goldschatz: 765 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

  • Niederlande

    Goldschatz: 613 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

  • Indien

    Goldschatz: 558 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

  • Europäische Zentralbank (EZB)

    Goldschatz: 502 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Insgesamt verzeichnete die Branche im August nach Angaben von Blackrock weltweit Nettozuflüsse von 12,1 Milliarden Dollar in ETPs, zu denen unter anderem börsennotierte Indexfonds (ETFs) gehören. Das war mehr als doppelt so viel wie im August 2011. Damals hatten allerdings heftige Börsenturbulenzen viele Anleger verschreckt.

Aber auch andere Rohstoffe sind derzeit heiß begehrt. Hedge-Fonds und andere spekulativ orientierte Anleger haben so viel Geld in die Rohstoff-Märkte gesteckt wie seit rund einem Jahr nicht mehr. Angetrieben von der Hoffnung auf eine weitere Welle billigen Geldes von den Notenbanken baute diese Investorengruppe das Volumen ihrer Wetten auf weiter steigende Kurse in der Woche zum 4. September um vier auf 111,26 Milliarden Dollar aus. Dies ergibt sich aus Reuters-Berechnungen auf Grundlage von den am Freitagabend veröffentlichten Daten der US-Regulierungsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC).

Prognosen der Börsenprofis „Dieses Mal wird es noch schlimmer“

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Die Zahl gehandelten Terminkontrakte an den 22 von der CFTC beobachteten Märkten erhöhte sich den Angaben zufolge in der Berichtswoche um 2,4 Prozent. Dies ist der dritte Anstieg in Folge.
Nach einer Serie enttäuschender Konjunkturdaten spekulieren zahlreiche Anleger darauf, dass die US-Notenbank Fed zur Stützung der weltgrößten Volkswirtschaft ein drittes Anleihe-Ankaufprogramm (QE3) auflegt. Auch in China wird über eine mögliche Lockerung der Geldpolitik diskutiert. Das geldmarktpolitische Komitee der Fed will am Donnerstag eine Entscheidung über QE3 treffen.
Vor diesem Hintergrund kletterte der Goldpreis am Freitag auf ein Sechs-Monats-Hoch. Kupfer war am Montag so teuer wie zuletzt im Mai. Der Ölpreis zog ebenfalls an. Darüber hinaus trieb die Jahrhundert-Dürre in den USA die Preise für Sojabohnen, Mais & Co. in den vergangenen Monaten vor Rekordhoch zu Rekordhoch.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

  • Deutscher Aktienindex (Dax)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

  • Dow Jones

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

  • EuroStoxx 50

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

  • Nikkei

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

  • Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

  • MSCI Emerging Markets

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

  • Gold

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

  • Silber

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

  • Öl

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

  • Weizen

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

  • Kaffee

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

  • Staatsanleihen (Rexp)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

  • Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

  • Sparbuch

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

    *bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

  • Tagesgeld

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

    *bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

  • Festgeld

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

    *bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Das Volumen der Rohstoff-Spekulationen berechnet Reuters auf Grundlage der Veränderungen bei den gehandelten Futures, multipliziert mit dem Kontraktwert zum Ende des Berichtszeitraums. Das insgesamt am Rohstoff-Markt investierte Kapital ist Schätzungen zufolge allerdings um einiges höher, da zahlreiche Geschäfte außerbörslich getätigt werden.

  • 10.09.2012, 22:26 Uhrwahrheit29

    Spätestens wenn die Weltkonjungtur endgültig einbricht werden die Spekulanten auf ihren teuren Rohstoffen sitzen bleiben.

  • 10.09.2012, 21:46 UhrBrasil

    Dazu müsste die BuBa erst mal über Goldreserven verfügen! Diese sind aber konfisziert von den Allierten und lagern überall, nur nicht bei der BuBa. Auch hat diese Lager kein Deutscher in den letzten jahrzehnten je gesehen und niemand der Regierungsmarionetten ist bereit, die gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen durchführen zu lassen! Wieso? Dann würde der ganze Schwindel, den man jahrzehntelang erfolgreich dem Volk verschwiegen hat offiziell auffliegen und das kann natürlich niemand gebrauchen, weder in der Vergangenheit nochn jetzt!

  • 10.09.2012, 18:18 UhrMazi

    Weshalb geht die Bundesbank nicht hin, gibt selbst Goldzertifikate aus und unterlegt diese mit ihrem effektiven Goldbestand?

    M.E. wären die Zertifikate in kürzester Zeit vergriffen, eine Ersatzwährung geschaffen und die Politiker wären aus der Währungsmanipulation ausgegrenzt.

    In den Geschäften würden die Waren in RE (Rechnungseinheiten) ausgezeichnet. Ein RE würde in eine feste Relation zu einem bestimmten Goldgewicht gesetzt, z.B. Gramm). So haben es die Russen in deren Krise auch gemacht. Allerdings war die Relation damals zum USD, was man ja heute nicht mehr machen würde.

    Das Geldvermögen wäre von jetzt auf gleich gesichert, die Inflation gegen Gold wäre weg. Die Bürger hätten eine alternative Geldanlage. Es käme auch keine Bank mehr auf den Gedanken, Geld zu Minuszinsen anzulegen.

    Die spekulativen Finanztransaktionen, die bekanntlich mit der Finanztransaktionssteuer bekämpft werden sollen, wären ebenfalls ein Relikt der Vergangenheit.

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