"Doch", warnt er, "die Islamischen Banken können sich von den Turbulenzen nicht hermetisch abschirmen." Da auch im islamischen Finanzsystem Hypotheken durch Immobilien gedeckt sind, kommen Banken unter Druck, wenn die Immobilienpreise fallen. Weil in Dubai derzeit Häuser günstiger werden, kann sich das negativ auf Islamische Banken mit Exposure zum Immobilienmarkt in Dubai auswirken. Für Islamische Banken ist das Liquiditätsmanagement äußerst wichtig, da sie sich nicht auf dieselben Instrumente wie andere Banken verlassen können. Daher müssen auch Risk-Management-Prozesse strikt eingehalten werden.
Im Islamischen Banking dürfen Geldhäuser oder Fonds nur in Firmen investieren, die sich an die Regeln des Islams halten. Die Scharia sei keine Strategie, um mehr Profite zu erwirtschaften, sondern um Ökonomie und Religion in Einklang zu bringen, sagt ein Banker in Dubai. So dürfen zum Beispiel keine Zinsen verrechnet werden. Neben dem Zinsverbot existieren eine ganze Reihe von Tabus: Das Geld darf nicht in Industriezweigen angelegt sein, die Waffen produzieren, Alkohol herstellen, Tabakvertreiben, Schweinefleisch verkaufen oder hoch verschuldet sind. Zu meiden sind ebenfalls Firmen, die sich dem Glückspiel verschrieben haben oder Pornographie publizieren. Mit einem Bann belegt sind mitunter auch Fluggesellschaften oder Hotelketten, die ihren Kunden Alkohol ausschenken. Gegen die Pflichtenlehre des Islams verstoßen ferner Kredite und Kreditkarten, Derivate, Bonds oder Termingeschäfte. Doch die Islamischen Banker sind innovativ. Mit Raffinesse umgehen sie Beschränkungen, die ihnen die Scharia, das islamische Recht, auferlegt.
Lassen sich Zinsen zum Beispiel nicht vermeiden, werden sie für wohltätige Zwecke gespendet.




