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Strategieschwenk: Norwegischer Riesen-Ölfonds kauft sich in London ein

Für einen der größten Fonds der Welt wird 2011 ein spannendes Jahr: Erstmals seit seiner Gründung 1996 wird der norwegische Ölfonds nämlich in Immobilien investieren. Der Chef des zweitgrößten Pensionsfonds der Welt, Yngve Slyngstad, hat die Genehmigung der Regierung in Oslo für die veränderte Anlagestrategie erhalten und sogleich in die Tat umgesetzt.

Bohrinsel in Norwegen: Die staatlichen Ölmilliarden fließen in den Ölfonds des skandinavischen Landes. Quelle: dpa
Bohrinsel in Norwegen: Die staatlichen Ölmilliarden fließen in den Ölfonds des skandinavischen Landes. Quelle: dpa

STOCKHOLM. Der Norwegian Government Pension Fund Global, wie die offizielle Bezeichnung lautet, erwirbt einen 25-prozentigen Anteil an 113 Gebäuden in der berühmten Londoner Einkaufsmeile Regent Street. Der Kaufpreis beträgt 4,2 Milliarden Kronen (513,8 Millionen Euro). Verkäufer ist der staatliche britische Immobilieninvestor The Crown Estate. Der Kauf soll bis März 2011 abgeschlossen sein.

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In den norwegischen Ölfonds fließen die staatlichen Ölmilliarden. Ende September war er mit einem Verwaltungskapital von derzeit 2908 Milliarden Kronen (360,24 Milliarden Euro) der größte Fonds Europas und der zweitgrößte weltweit nach Abu Dhabi Investment Authority. Mittlerweile ist Fonds sogar mehr als 3 000 Milliarden Kronen wert. Er wurde eingerichtet, um den Wohlfahrtsstaat auch nach dem Versiegen der Öl- und Gasquellen noch finanzieren zu können. Der Ölfonds dient aber nicht nur der sozialen Vorsorge, sondern soll auch den Staatshaushalt in der Balance halten. Derzeit werden reale Erträge von vier Prozent im Haushalt eingeplant. Einnahmen, die darüber hinaus gehen, werden akkumuliert.

Weniger Anleihen im Depot



"Der Schritt in Immobilieninvestments wird den Fonds stärken, der bislang ausschließlich in Aktien und Anleihen investiert hat", erklärte der Fonds-Chef. Außerdem soll durch die Diversifizierung das Anlagerisiko verringert werden. Bislang legte der Fonds 60 Prozent seines Kapitals in ausländischen Aktien und 40 Prozent in Anleihen an. Jetzt ist dieser Anteil auf 35 Prozent reduziert worden, fünf Prozent dürfen in Immobilien angelegt werden. Aktien in Norwegen darf der Fonds nicht kaufen. Zu groß ist das Risiko einer Überhitzung der einheimischen Wirtschaft, würde der riesige Fonds in der vergleichsweise kleinen Volkswirtschaft investieren.

Am liebsten möchte der Fonds auch in Private Equity anlegen. Fondschef Slyngstad und Zentralbankchef Svein Gjedrem diskutieren derzeit mit der Regierung über eine weitere Veränderung der Anlagestrategie mit dem Ziel, auch in unnotierte Papiere aus den Bereichen Umwelt und Infrastruktur investieren zu können. Allerdings gibt es bislang keine Entscheidung.



  • 14.01.2011, 19:28 UhrAnonymer Benutzer: dosto

    Der Fund gehört geschlossen.
    Ab einer gewissen Höhe ist er schlichtweg nur noch dekadent und pervers.
    Er schafft kaum Neues, und Altes versetzt er in
    Asset-bubbles.

    Moneypower und Humanpower sind nicht immer dasselbe.

    Also Norwegen, ein Volk von Spekulanten.
    Viel Spaß

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