
FRANKFURT. Die Deutschen suchen sichere Geldanlagen. Das haben auch die Anbieter geschlossener Fonds erkannt und damit Erfolg gehabt. Sie sammelten im vergangenen Jahr 5,8 Milliarden Euro Eigenkapital ein - 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das geht aus den heute vorgestellten Zahlen des Verbandes Geschlossener Fonds (VGF) hervor. "Wir hoffen, in diesem Jahr weiter zu wachsen", sagte Eric Romba, Hauptgeschäftsführer des VGF auf dem Branchenkongress VGF-Summit in Frankfurt.
Der gegenwärtig geringe Appetit auf Risiko ist an den Platzierungszahlen der inländischen Immobilienfonds ablesbar. Ihr Zeichnungsvolumen stieg um fast 50 Prozent auf gut 1,6 Milliarden Euro, so dass sie das stärkste Einzelsegment darstellen. In die als riskanter geltenden Auslands-Immobilienfonds flossen dagegen nur rund 720 Millionen Euro - ein Minus von fast 50 Prozent. Der deutsche Immobilienmarkt hat die Finanz- und Wirtschaftskrise vergleichsweise gut überstanden.
Geschlossene Fonds werden von darauf spezialisierten Emissionshäusern als Kommanditgesellschaften aufgelegt. Die Fondshäuser sammeln über Banken und freie Vertriebe Einlagen von manchmal mehr als tausend Kunden ein. Die werden Kommanditisten, die nur mit ihrer Einlage haften. Das Kommanditkapital wird um Kredite ergänzt, so dass die Fonds 2010 letztendlich ein Volumen von 10,8 Milliarden Euro erreichten.
Das Anlagespektrum reicht von Immobilien, Schiffen, Flugzeugen und Anlagen für alternative Energien bis zu Beteiligungen an jungen oder schnell wachsenden Unternehmen. Geschlossene Fonds sind durch ihre rechtliche Struktur vor der Insolvenz nicht gefeit - Anleger riskieren somit den Komplettverlust ihrer Einlagen.
Vor fünf Jahren hatten Anleger der Branche noch mehr als elf Milliarden Euro gebracht. Doch nach der Lehman-Pleite 2008 rauschten die Platzierungszahlen der Branche in den Keller. Als Unternehmensbeteiligungen waren geschlossene Fonds von den staatlichen Garantien für Spareinlagen ausgeschlossen. Die anschließende Weltwirtschaftskrise brachte insbesondere Schiffsfondsanbieter in Bedrängnis. Die Charterraten (Mieten) für Schiffe sanken rapide, Reeder konnten ihre Verpflichtungen nicht mehr bedienen. Schiffe fanden keine Ladung und lagen ohne Einnahmen fest.




