
FRANKFURT. Experten fällen ein ernüchterndes Urteil über die standardisierten Vermögensverwaltungen mit Fonds, die manche Banken seit vielen Jahren offerieren. Die Leistungen der Geldverwalter seien nur unterdurchschnittlich. "Es fällt auf, dass die Resultate im Vergleich zu den Marktindizes häufig nicht überzeugen", sagt Rüdiger Sälzle, Vorstand von Fonds Consult Research.
Sälzle hat in einer umfangreichen Studie die Angebote von sechs Finanzhäusern untersucht und bewertet (siehe "Die Studie"). Die besten Noten bekommen die Fürst Fugger Privatbank, knapp dahinter rangiert die Commerzbank. Am schlechtesten schneidet Union Investment ab.
Eine standardisierte Vermögensverwaltung bieten einige Banken in verschiedenen Strategievarianten für unterschiedliche Risikovorlieben an. Es gibt beispielsweise ein offensives und ein defensives Modell mit hoher beziehungsweise geringer Quote an Aktienfonds. Anleihe- und Geldmarktfonds dienen hier als defensive Bausteine. Fonds-Vermögensverwaltungen sind meist als Dachfonds aufgelegt, in denen je nach Strategievariante Einzelfonds mit unterschiedlichen Anteilen kombiniert werden.
Der Markt hat in Deutschland spürbar gelitten. Vor der Finanzkrise errechnete Fonds Consult ein Volumen von etwas über 30 Milliarden Euro, von denen jetzt noch 22 Milliarden Euro verblieben sind. "Anleger waren von den Leistungen enttäuscht und haben Geld abgezogen", sagt Sälzle.
Während der heißen Phase der Finanzkrise war nach Einschätzung von Fachleuten "Flucht ins Festgeld" das große Thema. Kapital aus Fonds für die Langfristanlage wurde abgezogen. Laut Hans Dendorfer, Leiter der Fonds-Vermögensverwaltung bei Fürst Fugger, ist es "in schwierigen Börsenzeiten auch schwierig, mit einer Fonds-Vermögensverwaltung zu punkten." Sälzle rät allerdings: "Gerade in schwierigen Zeiten sollten die Gesellschaften ihre Produkte aktiver managen und Verluste frühzeitig begrenzen."
Hinzu kommt nach Beobachtung von Sälzle die wachsende Gebührenbelastung, was an der Performance zehrt. Er kommt auf laufende jährliche Gebühren von durchschnittlich 1,6 Prozent. In den aktienbetonten Varianten nähert sich diese Belastung in Einzelfällen sogar der Marke von drei Prozent. Zusätzlich erheben einige Anbieter erfolgsabhängige Gebühren.
Mit der Performance-Fee hat sich die branche ihr eigenes Grab geschaufelt. in ihrer unendlichen Gier schröpfen die Fondsmanager nun auch die letzte magere Rendite bei teilweise konstruierter positiver Entwicklung ab! Welcher halbwegs intelligente Mensch investiert da noch in Fonds? Schon mit AGiO und Verwaltungskosten wird der Anleger arm gemacht. Nein, danke! Hier hat sich die branche entgültig vom gesunden menschenverstand entfernt. Wenn man doch "unbedingt" Fonds braucht, kommt man mit ETFs auch gut zurecht.





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