
FRANKFURT. Bei vielen der erfolgreichsten weltweit anlegenden Anleihefonds haben die Manager gewichtige Anteile des Fondskapitals auf Anleihen gesetzt, die auf andere Währungen lauten. Auf diese Weise profitieren die Kunden hier zu Lande, die ihre Depots in Euro führen, von der Schwäche der europäischen Währung. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Spekulation mit den Währungen teils rund ein Fünftel der Wertsteigerungen der Fonds ausgemacht.
Der Euro verlor allein gegenüber dem US-Dollar im vergangenen halben Jahr knapp ein Fünftel an Wert. Anfang der Woche war die Gemeinschaftswährung auf ein neues Vier-Jahres-Tief zum US-Dollar gesackt, bevor der amerikanische Notenbankpräsident Ben Bernanke mit seiner Zuversicht für den Rettungsplan für hochverschuldete Euro-Länder dem Euro wieder etwas Halt gab.
"Währungen sind aktuell das Thema, das die Renditen wesentlich bestimmt", sagt Andre Härtel, Analyst bei Feri Eurorating. Die Fonds mit den höchsten Wertentwicklungen im vergangenen Monat profitierten klar von der akuten Euro-Schwäche, sagt er. So hat Michael Hasenstab im Templeton Global gerade über Derivate stark gegen den Euro gewettet. Als einen Grund nennt er seine Erwartung, dass in Europa die Wirtschaft langsamer wächst als in den USA und Asien. Der Fondsmanager der US-Firma Franklin Templeton rechnet mit einem zum Euro weiter erstarkenden US-Dollar.
Mit dem US-Dollar und Schwellenländerwährungen punktete zuletzt auch Charles Zerah von der französischen Star-Fondsboutique Carmignac. Er hat den letztplatzierten Global Bond Fonds im März übernommen und soll das Produkt nach glücklosen Strategien des Vorgängers auf einen erfolgreicheren Pfad führen.
Unter den besten Fonds der vergangenen zwölf Monate gibt es bei der Anlagestrategie sehr deutliche Unterschiede: Während Gerd Rendenbach beim erstplatzierten Pioneer Investments Total Return stark auf Unternehmensanleihen auch aus Osteuropa setzt, investiert Templeton-Mann Hasenstab regional breit gestreut auf Bonds der verschiedensten Länder. Staatsanleihen aus Südkorea und den USA machen dabei je rund 14 Prozent des Fondsvermögens aus. Rendenbach von der Unicredit-Tochter Pioneer gefallen wegen der "besseren Wachstumsaussichten" vor allem Schwellenländeranleihen und Bonds von Finanzinstituten, "allerdings nicht aus Südeuropa".
Der gewichtige Anteil Firmenanleihen von zwei Dritteln des Fondsvermögens beschere Rendenbach überdurchschnittlich hohe Wertschwankungen, sagt Härtel. 2008 etwa hat der Fonds ein Drittel an Wert verloren, da Rendenbach die Kurserholung bei Staatsanleihen verpasste. Feri bewertet den Fonds daher mit "(C)" - also durchschnittlich. Hasenstab weist mit seinem breiten Ansatz dagegen über drei Jahre die höchste durchschnittliche Rendite pro Jahr von 15 Prozent aus, und das bei relativ niedrigen Wertschwankungen. Feris Urteil: "(A)" - sehr gut.
Gar nicht auf Währungen setzt dagegen der Renditefonds UI, den der Schweizer Vermögensverwalter Johannes Führ seit knapp einem Jahr nach ethisch-ökologischen Kriterien managt. Der Fonds auf Platz 174 leidet unter der Kursschwäche von Anleihen südeuropäischer Staaten wie Griechenland, Italien, Spanien und Portugal, die mit fast zwanzig Prozent im Fonds vertreten sind. "Wenig verwunderlich", findet Härtel daher die schwache Wertentwicklung.

Das darf man doch nicht...Herr Schaeuble, Frau Merkel..haben Sie das nicht gesehen?






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