Im besten Fall ist das Alpha positiv. Gegenüber klassischen Investmentstrategien haben Alpha-Strategien aber vor allem den Charme, dass ihr Alpha auch dann positiv sein kann, wenn alle Wertpapiere des Marktes an Wert verlieren - also auch die vom Fondsmanager ausgewählten Aktien, von denen er eine im wahrsten Sinne des Wortes überdurchschnittliche Performance erwartet. Denn bei Alpha-Strategien kommt es nur darauf an, dass eine bestimmte Wertpapierauswahl besser ist als die andere. Nur die Relation zählt, nicht die absolute Performance.
Beispiel: Die Manager eines Alpha-Strategie-Fonds verkaufen Dax-Optionen und investieren gleichzeitig in eine Auswahl von Dax-Werten. Auf diese Art können sie selbst dann positive Erträge erzielen, wenn alle Aktien an Wert verlieren. Denn wenn der Kurs des Dax beispielsweise um 15 Prozent fällt, der Wert eines Portfolios mit ausgewählten Dax-Titeln aber nur um fünf Prozent, dann beträgt das Alpha dieses Portfolios plus zehn Prozent.
Fazit: Ihre Stärken spielen Alpha-Strategien aus, wenn die Börsenkurse auf breiter Front fallen oder wenn die Märkte stagnieren. Denn durch die Konzentration auf Differenzgeschäfte können die Fondsmanager auch in schwachen Märkten positive Renditen erzielen. Das Risiko von Alpha-Fonds ist deshalb sogar eher niedriger als das Performance-Risiko herkömmlicher Aktienfonds. Es gibt allerdings auch eine Kehrseite der Medaille: Bei allgemein steigenden Börsenkursen bleiben Alpha-Fonds immer hinter klassischen Fonds zurück. Das liegt in der Natur der Sache. Denn den Kauf-Positionen stehen schließlich Verkauf-Positionen in gleicher Höhe gegenüber. Selbst wenn das Fondsmanagement auf der Kauf-Seite eine gute Wertpapier-Auswahl getroffen hat, wird deren positive Performance durch die Verkauf-Seite ausgebremst. Das kann im schlechtesten Fall sogar dazu führen, dass der Fonds an Wert verliert, wenn alle Börsenkurse steigen. Das ist dann der Fall, wenn die Kauf-Positionen weniger an Wert gewinnen als die Verkauf-Positionen. In Börsen-Haussen sind Investitionen in Alpha-Fonds deshalb in der Regel keine besonders gute Idee.




