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Aufbruchstimmung: Wetten auf ein Wirtschaftswunder in Afrika

Afrika steht kurz davor, eine wirtschaftliche Aufholjagd zu starten. Deshalb setzen immer mehr Profi-Investoren auf Länder wie Nigeria, Ghana oder Kenia. Wie Privatanleger von der Aufbruchsstimmung profitieren können.

von Andreas TollerQuelle: WirtschaftsWoche Online
Geldscheine aus Südafrika: Das Land wird für Anleger immer interessanter.
Geldscheine aus Südafrika: Das Land wird für Anleger immer interessanter.

DüsseldorfDie großen Industrienationen kämpfen mit Verschuldung, schwächelnder Konjunktur und mauen Wachstumsraten, gleichzeitig sind die Zinsen im Keller. Für Anleger eine schwierige Kombination, denn eine gute Investment-Story ist hier selten geworden, lukrative Investments sind nur schwer auszumachen. Auch Schwellenländer wie China oder Brasilien dürften schon einen großen Teil ihrer Erfolgsstory hinter sich haben. Wo sind sie also, die Märkte der Zukunft?

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Wer außerhalb der großen Volkswirtschaften investieren will, um sein Geld unempfindlich gegen die mächtigen Trends aus Amerika, Europa und Fernost zu machen, und zugleich in einen der am schnellsten wachsenden Märkte der Welt investieren will, kann auf Afrika setzen. Auf dem schwarzen Kontinent entwickelt sich seit ein paar Jahren die Basis für eine Erfolgsstory, wie sie etwa in Brasilien bereits in vollem Gange ist. Wer jetzt einen Teil seiner Geldanlagen in afrikanische Märkte steckt, dürfte von den rasantesten Wachstumsjahren profitieren – muss allerdings aufgrund der mancherorts noch instabilen politischen Verhältnisse auch mit starken Schwankungen und herben Rückschlagen rechnen.

Mark Mobius, Chef der Schwellenländer-Fonds beim Fondsanbieter Franklin Templeton, erwartet auf Sicht der kommenden 20 Jahre hohe jährliche Wachstumsraten in afrikanischen Ländern. „Sechs von zehn der wachstumsstärksten Märkte der vergangenen zehn Jahre finden wir in Afrika“, sagt Börsenguru Mobius, der sich mit seinem Riecher für starke asiatische Märkte Kultstatus erworben hat. Für ihn zählen zu den wichtigsten Faktoren, die eine Aufholjagd Afrikas wahrscheinlich machen, vor allem die deutlich verbesserte Wirtschaftspolitik gepaart mit der steigenden Nachfrage aus Industrie- und Schwellenländern nach den Rohstoffen des Kontinents. Auch die Experten der Großbank HSBC gehen davon aus, dass bis 2017 sieben afrikanische Staaten zu den zehn wachstumsstärksten Volkswirtschaften in der Welt gehören. Interessant ist ein Afrika-Investment deshalb vor allem für Anleger, die einen Anlagehorizont von fünf Jahren und mehr haben.

Exportorientierte Wirtschaft

Der zweitgrößte Erdteil nach Fläche und Bewohnerzahl ist nach wie vor geprägt von Landwirtschaft und seinem Reichtum an Bodenschätzen. Dementsprechend exportorientiert ist die Wirtschaft. Afrika ist einer der wichtigsten Rohstofflieferanten weltweit, nicht zuletzt für die riesige und wachstumsstarke chinesische Volkswirtschaft.

Die Spitzenreiter unter den Aktienfonds

  • Platz 10

    Den zehnten Platz unter den Aktienfonds macht der Schroder ISF Asian Equity Yield unter dem Management von Lee King Fuel. Asiatische Unternehmen mit guten Renditen stehen hier im Mittelpunkt. Mit dieser Strategie erreichte der Fonds im laufenden Jahr eine Performance von 26,2 Prozent, auf die letzten fünf Jahre gerechnet sind es 5,3 Prozent.

    Die Aufstellung zeigt die besten Fonds für die zehn besten Anlageschwerpunkte im Zeitraum vom ersten bis zum dritten Quartal 2012. Quelle: Feri Eurorating; Ultimo 30.09.2012

  • Platz 9

    Der neunte Platz geht an den Sparinvest-High Yield Value Bonds Euro.  Der Rentenfonds investiert unter dem Management von Klaus Blaabjerg in weltweit börsennotierte Industrieanleihen. Die Performance im laufenden Jahr beträgt 21 Prozent. In den letzten fünf Jahren sind es 8 Prozent.

  • Platz 8

    Der Renaissance Ottoman Euro hat es vor allem auf Investitionen in Osteuropa abgesehen. Türkische Aktien stehen ganz oben auf der Liste von Fondsmanager Aziz Unan. Für die letzten fünf Jahre liegt die Performance bei minus 2,2 Prozent, im laufenden Jahr sind es 27,9 Prozent.

  • Platz 7

    Fondsmanager Dirk-Jan Dirksen hat für den Fonds Delta Lloyd L Technology Trends internationale Technologiewerte im Blick. Der im Januar 2010 aufgelegte Fonds weist im laufenden Jahr ein Plus von 24,4 Prozent auf.

  • Platz 6

    Das Vermögen des BNY Mellon Small Cap Euroland Euro wird zum größten Teil in vielversprechende Aktien von europäischen Unternehmen wie Gerresheimer oder Hannover Rück investiert. Damit erreichte Fondsmanager Daniel Le Van im laufenden Jahr eine Performance von plus 21,7 Prozent, in den letzten fünf Jahren ist es allerdings ein Minus von 4,2 Prozent.

  • Platz 5

    Die Telekomunikations- und Medienbranche ist das Hauptanlageziel des Allianz Telemedia Euro. Rund 21,5 Prozent im laufenden Jahr und 3,6 Prozent in den letzten fünf Jahren sind das Ergebnis.

  • Platz 4

    Im DWS German Small/Mid Cap wird vorwiegend in Aktien kleiner und mittelgroßer deutscher Unternehmen angelegt. Unter anderem Titel von Continental und Lanxess finden sich im Portfolio von Fondsmanager Raik Hoffmann wieder. Im laufenden Jahr beträgt die Wertentwicklung 26,9 Prozent, in den letzten fünf Jahren minus 4,4 Prozent.

  • Platz 3

    Der Dexia Equities B Europe Small Caps investiert unter der Leitung von Arnaud Stenuit in kleinere europäische Unternehmen. Nach einem Minus von 8,5 Prozent auf die letzten fünf Jahre gerechnet, steht der Fonds im laufenden Jahr mit einem Plus von 30,6 Prozent da.

  • Platz 2

    Der im März 2009 aufgelegte MIV Global Medtech Fund P1 legt im laufenden Jahr eine Performance von 30,7 Prozent vor. Fondsmanager Juerg Nagel konzentriert sich auf Medizintechnik-Unternehmen, hauptsächlich aus den USA.

  • Platz 1

    Der Deutschland-Invest investiert, wie schon der Titel sagt, grundsätzlich in den deutschen Aktienmarkt. Vor allem Standardwerte wie BASF und Bayer sucht Fondsmanager Sven Krause aus. Im laufenden Jahr schlägt hier ein Plus von 27,4 Prozent zu Buche, auf die letzten fünf Jahre gerechnet sind es minus 1,9 Prozent.

Die Investmentbank Morgan Stanley hat in einer Analyse jüngst festgestellt, dass die Nachfrage aus China für die Erzminen und Stahlhersteller Südafrikas lebensnotwendig ist. So verkaufte etwa der südafrikanische Eisenerzförderer Kumba im ersten Halbjahr 2012 rund 70 Prozent seiner gesamten Exporte nach China – Tendenz steigend. Der Kohleförderer RBCT schickt ein Fünftel seiner Produktion in Richtung China. Die Morgan-Stanley-Experten gehen davon aus, dass sich die chinesische Nachfrage kurzfristig zugunsten der Rohstoffförderer in Südafrika auswirkt. Langfristig bleibt jedoch ein Fragezeichen, nicht zuletzt wegen der unsicheren Prognosen zu Chinas Wachstum.

  • 11.11.2012, 21:48 Uhrrein

    Chinesische und indische Firmen haben im mittleren Afrika (z.B. in Äthiopien) schon soviel Landraub verübt. In Uganda am Ufer des Viktoriasees zum Beispiel besitzt eine Stuttgarter Gärtnerei eine Blumenfarm, wo Weihnachtssterne gezüchtet und demnächst in Deutschland verkauft werden (eine Vorarbeiterin bekommt ZWEI Euro Monatslohn). Warum zwingen wir den Schwarzafrikanern unser Wirtschaftsstreben auf? Sie leben auch mit Ihrer Kultur und Religion glücklich und zufrieden. Die Halbschwester von Obama aus Kenia hat einmal völlig richtig gesagt: "Entwicklungshilfe ist Schweinegeld, Schweinegeld für unsere Regierung."

  • 11.11.2012, 19:53 UhrAndre

    Die Bevölkerungexplosion und Radikalislame werden Afrika vernichten noch bevor überhaupt der Kleinanleger einen müden Cent verdient.

  • 11.11.2012, 18:43 UhrAufmerksamerLeser

    @svebes: Dem kann ich nur zustimmen.

    "Die Mentalität und der momentane Stand der Massen ist noch Lichtjahre von solidem Denken entfernt."

    Genau, so sehe ich das auch. Das ist noch nicht mal abwertend gemeint, sondern da herrschen einfach absolut andere Verhältnisse als in Europa und USA. Die Menschen dort leben am materiellen Existenzminimum (zumindest die meisten) und müssen jeden Tag aufs neue gucken, wie sie den Tag überstehen. Dort herrscht Korruption (auch wenig verwunderlich), die exorbitant ist. Das wir Europäer wesentlichen Anteil daran haben, muss man aber auch hervorheben. Hier ist insbesondere der geschichtliche Aspekt der Kolonialisierung und des Imperialismus gemeint. Afrika wird es auch in diesem Jahrhundert nicht schaffen-leider. Dafür gibt es noch zu viele strukturelle Probleme, die immer noch nicht gelöst sind und auf absehbare Zeit werden. Jeder der einmal da war, weiß das.

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