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Bilanz 2012: Wachwechsel in der Fondsbranche

2012 war für viele Fonds-Anleger ein gutes Jahr. Doch ein Fünf-Jahres-Rückblick zeigt: Die Strategien vieler Superstars gingen nicht auf. Neue Talente springen in die Bresche. Welche Produkte einen Blick wert sind.

Gute Zeiten für Geldanleger: Die Börsen liefen im vergangenen Jahr prächtig. Quelle: Reuters
Gute Zeiten für Geldanleger: Die Börsen liefen im vergangenen Jahr prächtig. Quelle: Reuters

FrankfurtZum Jahreswechsel suchten Anleger die Marktkommentare von Klaus Kaldemorgen und Heidrun Heutzenröder vergebens. Denn beide geben ihre Fonds auf. Während sie das Platzen der Technologieblase und die nachfolgende Baisse mühelos gemeistert hatten, sind sie an der aktuellen Finanzkrise gescheitert. 2013 beginnt daher nicht mehr mit Kaldemorgen, Lingohr und Ehrhardt. Jetzt geben Namen wie Bert Flossbach und Peter E. Huber den Ton an, die zu Recht immer mehr Anleger begeistern.

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Denn das Aktienjahr 2012 verlief gerade für den Deutschen Aktienindex (Dax) außerordentlich erfolgreich. 26 Prozent Plus innerhalb von zwölf Monaten haben Anleger verdient, die direkt auf das Börsenbarometer setzten.

Fondsbilanz Gefallene Stars

Sie waren oft über Jahre die Stars der Fondsszene und bescherten ihren Anleger lange überdurchschnittliche Renditen. Doch die Finanzkrise ließ ihren Stern sinken, auch den von Vermögensverwalter Jens Ehrhardt.

Doch die Börse Istanbul und Thailand legten noch stärker zu. Vor allem Aktienfonds, die auf den türkischen Aktienmarkt setzten erzielten daher in den vergangenen zwölf Monaten hohe Renditen. Doch der Bestperformer unter allen 22.000 Fondstranchen, die die Ratingagentur Morningstar beobachtet, heißt für 2012 Antecedo CIS Strategic Invest (Isin DE000A0YJL93).

Fondsmanager Kay-Peter Tönnes investiert zu rund 50 Prozent in kurz laufende Anleihen hoher Bonität und zu etwa 50 Prozent in eine selbst entwickelte Options- und Handelsstrategie und erzielte damit in den vergangenen zwölf Monaten 74 Prozent Plus. Langfristig strebt er eine Zielrendite von zehn Prozent per annum über der Verzinsung am Geldmarkt an. Dieses Ziel wurde seit der Fondauflegung im August 2010 zwar übertroffen. Doch die Absolute Return Strategie von Kay-Peter Tönnes birgt hohe Risiken. So lag die Peformance 2011 bei minus 24 Prozent.

Auch der schlechteste Fonds des Jahres 2012 arbeitet mit Derivaten. Der Salus Managed Futures Fonds (Isin AT0000A08QJ5) verlor sage und schreibe 49 Prozent. In den Jahren 2009 und 2011 hatte sich das Portfolio bereits unterdurchschnittlich entwickelt.

Beide Fonds sind für Anleger kein Kauf- auch wenn der Erfolg der Börse Istanbul erfreulich ist. Doch derartige Übertreibungen wiederholen sich nur selten im nächsten Jahr. Und so landen viele Spitzenreiter auf Jahressicht ein Jahr später in den Rankings weit unten. Wer hingegen Fonds sucht, in die er auf lange Sicht investieren will, sollte daher längere Zeiträume betrachten.

Dauerbrenner-Fonds Langfristig ganz vorn

Wer in diese Fonds investiert ist, kann sich gratulierten. Denn Fondsmanager wie Bert Flossbach zählen vor und während der Krise zu den Besten. Welche Produkte im langfristigen Vergleich vorne liegen.

Der Fünf-Jahres-Zeitraum gilt dabei als ideal, weil diese Zeitspanne etwa die Länge eines Konjunkturzyklus zeigt. Derzeit ist die Frist besonders interessant. Zu Beginn der jüngsten Fünf-Jahres-Frist, also im Januar 2008, war gerade die US-Immobilienblase geplatzt. Doch die amerikanische Immobilienkrise war noch keine weltweite Finanzkrise. Der große Kursrutsch stand noch aus. Schließlich war die Lehman-Bank noch nicht pleite und die Schuldenkrise im Euroraum noch nicht ausgebrochen. Der Dax hatte das Börsenjahr bei knapp 8.000 Punkten geschlossen.

  • 09.01.2013, 20:17 UhrAsterix

    Wenn Frau Jochims auch nur ansatzweise in diesem Thema kompetent wäre oder alternativ wenistens ein wenig recherchiert hätte, wüsste sie, dass es sich bei dem BL-Emerging Markets eben nicht um einen EM-AKTIEN-Fonds sondern um einen EM-MISCHfonds handelt, der als Standard-Allokation 75% Aktien und 25% Renten vorsieht, wobei der Aktienanteil zwischen 60% und 100% schwanken kann. Bislang lag die Allokation eher zwischen 60-80% Aktien (aktuell ca 62%). Der Vergleich ist -jedenfalls was die EM angeht- daher unsinnig. Immerhin hat sie die Standardqualifikation für Journalisten an den Tag gelegt: von nix eine Ahnung aber immer eine Meinung.

  • 04.01.2013, 17:50 UhrLungomolch

    Leider erlebt man bei Fonds immer wieder böse Überraschungen.

    Ein Beispiel: Viele Fonds werden inzwischen in Luxemburg aufgelegt (die ISIN beginnt mit LU...) und sind gleichzeitig thesaurierend. Das führt dazu, dass die Ausschüttungen doppelt besteuert werden, was man erst beim Verkauf merkt. Mit viel Mühe muss man sich das Geld dann beim Finanzamt zurückholen.

    Wo bleibt hier die Kundenfreundlichkeit? Wer will seine Zeit mit Bürokratie vergeuden? Die Fonds-Gesellschaften wissen das, aber ihr eigenes Geld ist ihnen wohl wichtiger. Vermutlich sind thesaurierende Fonds für sie einfacher zu handhaben.

  • 04.01.2013, 13:35 Uhrmaximilian@baehring.at

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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