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Geldanlage: Hilfe, mein Fondsmanager ist weg!

Im Schnitt verlieren erfolgreiche Fonds deutlich, wenn der Fondsmanager geht. Für viele Anleger ein teures Problem. Doch nicht jeder Wechsel muss schlecht sein. Zehn Dinge, die Anleger unbedingt wissen sollten.

Fondsmanager-Wechsel gehen ins Geld. Quelle: dpa
Fondsmanager-Wechsel gehen ins Geld. Quelle: dpa

KölnVon 1994 bis Mitte 2000 war er einer der besten Fonds seiner Klasse. Doch dann wechselte der Fondsmanager. Fast zeitgleich mit dem Weggang des Spitzenmanagers verloren die Fondsanteile an Wert. Bis Anfang 2003 halbierte sich der Rücknahmekurs des ABN Amro Europe Equity. Zugegeben: Zu dieser Zeit platzte die Technologieblase und viele Märkte brachen ein. Doch auch die relative Performance des Fonds verschlechterte sich zunehmend: Hatte Fondsmanager Anko Beldsnijder zuvor kontinuierlich einen Mehrwert gegenüber seinem Vergleichsindex erzielt, lag die Fondspreisentwicklung nach seinem Ausscheiden kontinuierlich unter der Performance der Benchmark. Die Differenz lag 2003 bereits bei etwa fünf Prozentpunkten, bis 2007 schnitt der Fonds gegenüber dem Dow Jones Performance 600 Index um mehr als 20 Prozentpunkte schlechter ab.

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Fonds-Gebühren im Überblick

  • Ausgabeaufschlag

    Der Ausgabeaufschlag fällt beim Kauf an. Je nach Anlagestrategie des Investmentfonds kann er relativ gering sein, bei Geldmarktfonds liegt der Satz etwa häufig bei rund ein Prozent. Er kann aber auch deutlich höher sein wie bei Aktienfonds, wo fünf Prozent keine Seltenheit sind. Dies bedeutet, dass bei einer monatlichen Sparrate von 50 Euro beim Geldmarktfonds für 49,50 Euro Anteile erworben werden, beim Aktienfonds hingegen nur für 47,61 Euro.

    Fondskäufer können den Ausgabeaufschlag aber reduzieren. Direktbanken oder Fondssupermärkte im Internet bieten niedrigere Sätze an oder verzichten sogar ganz auf diese Gebühr. Zu den bekanntesten Fondssupermärkten zählen beispielsweise fondssupermarkt.net, avl-investmentfonds.de und infos.com. Gute Kunden dürfen außerdem auf Sonderkonditionen bei der Hausbank hoffen.

    Je länger der Anleger investiert bleibt, desto weniger stark wirkt die Kaufgebühr. Wer monatlich 100 Euro in einen Sparplan mit 5 Prozent Ausgabeaufschlag einzahlt und durchschnittlich fünf Prozent Jahresrendite erzielt, steht nach drei Jahren bei 3.690 Euro. Ohne Kaufgebühren wären es 3.885 Euro. Wer zehn Jahre investiert bleibt, kommt mit dem Ausgabeaufschlag auf ein Guthaben von 14.725 Euro, ohne Gebühr wären es 15.500 Euro. 

  • Verwaltungsgebühr

    Die Verwaltungsgebühr liegt im Regelfall zwischen null und zwei Prozent. Oft ist dieser Satz etwas höher, wenn der Ausgabeaufschlag gering ist und umgekehrt. Die Verwaltungsgebühr wird - einmal im Jahr oder auch monatlich - aus dem Fonds bezahlt. Wenn die Gebühr zum Beispiel 1,2 Prozent ist und der Fondswert 10.000 Euro, beträgt die Gebühr 120 Euro im Jahr und das neue Fondsvermögen noch 9.880 Euro. 

  • Depotbankgebühr

    Die Investmentgesellschaft hinterlegt das Fondsvermögen bei einer sogenannten Depotbank. Für das Führen dieses Depots wird eine Gebühr erhoben, die im Regelfall aus dem Fondsvermögen bezahlt wird. Diese Gebühr kann bei großen Fonds bis zu 0,3 Prozent des Fondsvolumens per anno ausmachen.

    Zusätzlich ist die Depotbank berechtigt, eine Transaktionsgebühr von bis zu 100 Euro je Transaktion, die nicht über die Depotbank getätigt wird, zu erheben. Auch eine zusätzliche Verwahrgebühr von bis zu 0,1 Prozent pro Jahr ist rechtens. Neben den genannten Vergütungen verlangen einige Gesellschaften eine weitere tägliche Vergütung in Höhe von bis zu 0,75 Prozent pro Jahr. 

  • Performance Fee

    Die Performance Fee ist eine erfolgsabhängige Gebühr. Wenn ein aktiv gemanagter Fonds eine bessere Wertentwicklung aufweist als ein vorher festgelegter Vergleichsindex, wie zum Beispiel der DAX, wird die Performance Fee gezahlt. Wenn eine Performance Fee von 20 Prozent vorgesehen ist, bedeutet das zum Beispiel: Ein Kunde hat ein Fondsvermögen in Höhe von 20.000 Euro. Der Fonds hat in diesem Jahr sechs Prozent Plus gemacht, der Vergleichsindex nur vier Prozent. Das Mehr an Rendite von zwei Prozent sind 400 Euro. Davon bekommt die Gesellschaft 20 Prozent, also 80 Euro. 

    Performance Fees sind an ganz unterschiedliche Bedingungen geknüpft. Die Investmentgesellschaft profitiert von einem besseren Abschneiden im Vergleich zum Vergleichsindex, muss sich aber nicht zwangsweise auch an Verlusten beteiligen, falls der Index besser war.

    Es ist auch möglich, dass Anleger Performance Fee`s zahlen müssen, obwohl der Fonds Verluste gemacht hat. Wenn der Vergleichsindex zehn Prozent Minus gemacht hat, der Fonds aber nur sechs Prozent Minus, war er besser als der Vergleichsindex. Dann lässt die

    Investmentgesellschaft es sich vergüten, dass der Fond zwar Verluste gemacht hat, aber eben nicht so viel wie andere. 

  • Transaktionskosten

    Transaktionskosten entstehen, wenn im Fonds eine Umschichtung der Wertpapiere stattfindet, also beispielsweise Aktien verkauft und andere dafür gekauft werden. Bei einer solchen Umschichtung entstehen Transaktionskosten, die von den Anlegern bezahlt werden. Je öfter umgeschichtet wird, desto mehr Gebühren müssen gezahlt werden und desto geringer ist die Rendite.

    Wegen mangelnder Transparenz bleibt die Höhe der Transaktionskosten in der Regel im Dunkeln. Eine Ausweisung der relevanten Daten im Fondsprospekt geschieht laut Studie der Verbraucherzentrale NRW kaum oder nur unzureichend. 

  • Sonstige Gebühren

    Der Fantasie sind bei den sonstigen Kosten keine Grenzen gesetzt. Rechtliche Vorgaben gibt es so gut wie nicht. So kann es passieren, dass Anleger nicht nur den Ausgabeaufschlag beim Kauf bezahlen, sondern auch einen Rücknahmeabschlag bei der Rückgabe der Anteilsscheine. Und wenn ein Fonds Geld einnimmt, weil er Wertpapiere verleiht, dann kassiert die Gesellschaft dafür oft auch eine Gebühr. Hier empfiehlt sich eine genaue Prüfung der Fondsunterlagen und des amtlichen Verkaufsprospekts um herauszufinden, welche sonstigen Kosten anfallen können.

    Eine Hilfe beim Vergleich von Fonds anhand der anfallenden Kosten ist die Total Expense Ratio (TER). Die TER ist eine Gesamtkostenquote, die für Transparenz sorgen soll. Das gelingt allerdings nur zum Teil. Grund ist, dass in der TER nicht alle Kosten enthalten sind. So sind weder die Ausgabeaufschläge enthalten, noch die erfolgsabhängigen Gebühren (Performance Fee`s). Die Aussagekraft der TER ist daher begrenzt. Laut Morningstar liegt sie bei Aktienfonds bei gut zwei Prozent.

Fondsmanagerwechsel sind für Anleger ärgerlich: Liegt endlich ein Papier im Depot, bei dem die Performance passt, beschäftigen sich die Meisten ungern mit der Frage, ob man den Titel abstoßen soll. Selbst Profis stehen vor einem Dilemma: Wird der Nachfolger an die gute Performance anknüpfen können? Oder ist es besser, das Papier zu verkaufen? Ratingagenturen wie Feri setzen in solchen Fällen für einige Monate die Bewertung aus. Der Konkurrent Morningstar bewertet das Portfolio kontinuierlich weiter. Anleger bleiben mit ihren Fragen allein.

Regel Nummer eins: Bei erfolgreichen Managern lohnt es sich oft, auszusteigen.

2009 hat eine bisher kaum bekannte Studie erstmals die Auswirkungen von Fondsmanagerwechseln auf die risikoadjustierte relative Wertentwicklung untersucht. Dafür wurden 3.946 US-amerikanische Aktienfonds von 1992 bis 2007 unter die Lupe genommen. Die Experten arbeiteten dabei jeweils die besten und die schlechtesten Portfolios eines Jahres heraus und verglichen die Erfolge in der Folgeperiode. Während dieser Zeitspanne kam es bei allen Portfolios zusammen zu insgesamt 6.444 Fondsmanagerwechseln. Ergebnis: Ein erfolgreicher Fonds büßt nach einem Weggang des Portfolioverantwortlichen in der Folgeperiode im Schnitt 3,6 Prozentpunkten ein.

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Dabei verloren Fonds, die zuvor sehr erfolgreich verwaltet wurdenund hohe Mittelzuflüsse erfuhren, im Durchschnitt 2,5 Prozentpunkte mehr als Fonds ohne größere Mittelbewegungen. Der Fondsmanagerwechsel sorgte zudem auf Jahressicht für ein um 1,4 Prozentpunkte schwächeres Ergebnis als bei erfolgreichen Fonds ohne Fondsmanagerwechsel. Der Performancebegriff der Studie ist vergleichbar mit dem Mehrwert gegenüber der Benchmark. Wolfgang Bessler, David Blake, Peter Lückoff und Ian Tonks haben die Analyse im Auftrag des britischen Pensions Institute erstellt.

  • 31.08.2012, 09:54 UhrWasska

    Jeder "Normalanleger", der sich der Fondsanlage nähern oder diese effektivieren möchte, wird in diesem Artikl soviel widerstreitende Beispiele finden, die alle hier aufgestellten regeln ad absurdum führen.
    Deshalb ist es umso bedauerlicher, dass die Alternative der Indexfonds und die entsprechenden Studien von Wissenschaftlern wie beispielsweise Prof. Martin Weber über das Verhältnis "erfolgreicher" zu - nicht den jeweiligen Vergleichsindex schlagenden - erfolglosen gemanagten Fonds nicht einmal erwähnt wurden.

  • 30.08.2012, 14:24 UhrIWF120

    Inzwischen dürfte doch dem letzten klar sein, das aktiv gemanagte Fonds von Deka, UnionInvestment, DWS usw. kein Investment wert sind. Alle Studien belegen, dass aktives Fondsmanagement längerfristig keine Outperformance gegenüber einem Index erzielt. (höchstens mal temporär -dem Zufall geschuldet) Anleger zahlen also hohe Gebühren auch für Fehlentscheidungen. Die Fondsmanager können die Zukunft nicht vorhersehen und sollten besser etwas produktives für die Gesellschaft tun. Wenn Fonds, dann immer ETF-Fonds (ohne Fondsmanager). Preiswerter und vor Fehlentscheidungen der N in Nadelstreifen geschützt.

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