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Geschlossene Fonds: Der beste Schutz vor gefährlichen Geldanlagen

Die Skandale reißen nicht ab: Egal ob Immobilien, Schiffe oder Windparks - riskante Beteiligungen können teuer werden. Wie Anleger unseriöse Anlageangebote meiden, welche Rechte Investoren haben.

Kaum eine Woche, geschweige denn ein Monat vergeht ohne einen Anlageskandal. Heutzutage muss jede Kaufentscheidung wohl überlegt sein. Quelle: dpa
Kaum eine Woche, geschweige denn ein Monat vergeht ohne einen Anlageskandal. Heutzutage muss jede Kaufentscheidung wohl überlegt sein. Quelle: dpa

Die traditionsreiche Reederei Hapag-Lloyd hat schon bessere Tage gesehen. Niedrige Frachtraten und hohe Treibstoffkosten habe die Bilanz des vergangenen Jahres verhagelt: 128 Millionen Euro Verlust. Bereits 2011 fuhr Hapag-Lloyd einen Minus von 26 Millionen Euro ein. Schuld, so die Reederei, sei die Abkühlung der Weltkonjunktur.

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Das lahmende Frachtgeschäft bekommen derzeit Privatanleger zu spüren, die ihr Geld in geschlossene Schiffsfonds investiert haben. Über diese Fonds sind sie beispielsweise an Containerschiffen beteiligt, wie sie auch Hapag-Lloyd betreibt. Weil die Schiffe zu wenig abwerfen, können die Fonds die versprochenen Ausschüttungen nicht erbringen.

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Stattdessen fordern einzelne Fonds sogar Geld zurück: mehrere Millionen Euro an Ausschüttungen wollten kriselnde Schiffsfonds der Dr. Peters-Gruppe von den Anlegern. Es geht noch schlimmer: Mehrere Tausend Anleger des geschlossenen Schiffsfonds MPC Offen Flotte, mussten dem Notverkauf der Schiffe zustimmen. Von dem eingezahlten Geld lässt sich wohl nur ein Bruchteil retten.

Die aktuelle Krise zeigt, dass unternehmerische Beteiligungen auch das Risiko eines Totalverlusts einschließen. Bisher gingen etwa 120 Schiffsfonds pleite. Weitere Fonds in Schieflage mussten im vergangenen Jahr insgesamt 86 Schiffe verkaufen. Reeder Bertram Rickmers hält die Zeit für Schiffsfinanzierungen über Fonds inzwischen für abgelaufen.

Die gebrochenen Versprechen der Euro-Retter

  • Keine Finanzhilfe für Griechenland

    „Hilfe steht nicht auf der Tagesordnung, denn Griechenland sagt selbst, dass es im Augenblick keine Hilfe braucht."
    Bundeskanzlerin Angela Merkel am 21. März 2010

    Ende April beantragt Griechenland offiziell Finanzhilfe, im Mai beschließen die EU, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) das erste Griechenlandpaket.

  • Keine dauerhaften Rettungsschirme

    „Die Rettungsschirme laufen aus. Das haben wir klar vereinbart."
    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am 24. Juli 2010

    Die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (ESFS) ist zwar zeitlich befristet, aber die Euro-Finanzminister einigen sich Anfang 2012 auf den dauerhaften Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM).

  • Kein griechischer Schuldenschnitt

    „Ich werde langsam müde, diese Gerüchte immer wieder zu dementieren."
    Griechenlands früherer Finanzminister Giorgos Papakonstantinou am 18. April 2011

    Im Oktober beschließen die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone einen Schuldenschnitt für Griechenland: Private Gläubiger und Banken verzichten auf 50 Prozent ihrer Forderungen.

  • Das Volumen der Rettungsschirme

    „Wir haben jetzt ein Land unter dem Schirm, das ist Irland. Und damit ist das Volumen noch weit davon entfernt, ausgeschöpft zu sein."
    Bundeskanzlerin Angela Merkel am 12. Januar 2011

    Im April 2011 stellt Portugal Antrag auf Hilfe. Es wird klar, dass die bisher hinterlegten Bürgschaften nicht ausreichen, um die Kredite zu den gewünschten Zinskonditionen zu beschaffen. Im Juni beschließt die Euro-Zone, den EFSF auf 780 Milliarden Euro aufzustocken, durch den sogenannten Hebel wird das Volumen im Oktober auf mehr als 1000 Milliarden Euro erhöht.

  • Keine Haftungsunion

    „Eine gesamtschuldnerische Haftung wird es nicht geben, solange ich lebe."
    Bundeskanzlerin Angela Merkel am 26. Juni 2012

    Im Oktober 2012 schlägt die Troika aus EU, EZB und IWF den Finanzministern der Euro-Zone einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland vor: Auch die öffentlichen Gläubiger sollen Athen nun einen Teil ihrer Forderungen erlassen. Damit würde die Rettung Griechenlands erstmals die deutschen Steuerzahler wirklich Geld kosten. Schäuble lehnt ab und schlägt vor, Griechenland mehr Zeit zu geben.

  • Die Spareinlagen sind sicher

    Die Europäische Union garantiert, dass Ersparnisse bis zu 100.000 Euro innerhalb der Währungsunion sicher sind.

    Im Fall Zyperns war die Politik kurz davor, gegen ihre eigenen Zusagen zu verstoßen. Zunächst war geplant, Kleinsparer an der Bankenrettung zu beteiligen. Nach empörten Protesten wurde die Zwangsabgabe überarbeitet. Nun müssen nur noch zyprische Sparer mit einem Vermögen über 100.000 Euro haften.

  • Nur ein Einzelfall?

    „Zypern war nun ein ganz besonderer Fall, das wusste jeder.“
    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am 28. März 2013

    Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem hatte zuvor in Interviews die Einbeziehung von wohlhabenden Kunden zyprischer Banken in die Maßnahmen zur Zypern-Rettung als richtungsweisend hingestellt. Er bezeichnete sie als „Blaupause“ für andere Länder, relativierte die Aussagen dann später wieder.

Auch bei anderen Sachwerten, beispielsweise Immobilien häufen sich Insolvenzen. So ging im vergangenen Jahr das von einem geschlossenen Fonds des Initiators Anno-August Jagdfeld finanzierte Hotel Heiligendamm pleite. Ein Insolvenzverwalter kümmerte sich um den Weiterbetrieb. Inzwischen hat Jagdfeld eingeräumt, dass das Hotel gescheitert sei. Schuld seien Tagestouristen, die als Zaungäste den Hotelbetrieb störten.

Die Pleite Heiligendamms ist kein Einzelfall. Tausende Anleger waren beispielsweise von Pleiten der Immobilienfonds, die die Falk Gruppe oder die DG Bank aufgelegt hatten. Laut einer Studie des Analysehauses Deutsche Fondsresearch drohe in den kommenden drei Jahren jedem zehnten geschlossenen Immobilienfonds die Pleite, weil die Mieterträge nicht reichten, um die aufgenommenen Darlehen zu bedienen.

Oft geraten geschlossene Fonds in Schieflage, weil die Macher zu optimistisch geplant haben. So werden beispielsweise bei Immobilienfonds die erzielbaren Mieten zu hoch angesetzt. Schwächelnde Konjunktur und Stellenabbau sorgen für leere Bürotürme, die Mieteinnahmen bröckeln.

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