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Indexfonds: Reißen ETFs den Goldpreis in den Abgrund?

Indexfonds auf Edelmetalle haben eine rasante Erfolgsgeschichte vorzuweisen und spielen eine wichtige Rolle für die Rally von Gold und Silber. Doch jetzt steigen große Hedge-Fonds aus. Der Markt droht zu kippen.

Indexfonds auf Gold sind meist physisch besichert - für alle Anteile liegen tatsächlich Goldbarren in den Banktresoren. Quelle: dpa
Indexfonds auf Gold sind meist physisch besichert - für alle Anteile liegen tatsächlich Goldbarren in den Banktresoren. Quelle: dpa

DüsseldorfIn weniger als sieben Jahren sind börsengehandelte Indexfonds (ETF) auf Gold und Silber vom Nischenprodukt zu einer Marktmacht aufgestiegen. Die Zu- und Abflüsse in die milliardenschweren Fonds bewegen die Preise der Edelmetalle, im Preisaufschwung der vergangenen Jahre spielten sie eine wichtige Rolle. Doch was in der Finanzwelt so schnell wächst, wird oft kritisch beäugt: Anleger fürchten, dass die ETF-Giganten die Anlage in Gold und Silber unberechenbar machen.

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ETFs haben Anlagen in Edelmetalle massentauglich und unkompliziert gemacht. Anleger kaufen Fondsanteile und müssen sich um die Lagerung der physischen Anlagen nicht kümmern. Stattdessen kauft der ETF für die komplette Summe, die Anleger einzahlen, Gold oder Silber und hinterlegt dieses bei einer Depotbank - für den Anleger spielt sich der Kauf ähnlich wie bei jedem anderen Wertpapier ab.

Bekannte Hedge-Fonds- und Vermögensverwalter wie John Paulson (Paulson & Co.), Larry Fink (Blackrock) und George Soros (Soros Fund Management) haben nach der Finanzkrise massiv über ETFs in Gold investiert. Wo Hedge-Fonds in großem Stil mitmischen, kommt Bewegung in die Kurse: Seit Frühjahr 2009 ist der Goldpreis von rund 850 bis auf einen Rekordwert von 1.575 Dollar je Feinunze gestiegen.

Die größten Gold-ETFs

  • SPDR Gold Trust

    Der SPDR Gold Trust (GLD) ist mit Abstand der größte Indexfonds auf Gold und hält nach den USA, Deutschland, dem IWF, Italien und Frankreich die größten Goldbestände der Welt: 39,5 Millionen Unzen im Wert von 60 Milliarden Dollar. 2004 gründete Christopher Thompson, damals Vorsitzender des World Gold Council, den Fonds als erstes Finanzinstrument dieser Art, um ein massentaugliches Anlageprodukt für Gold zu schaffen.

  • ZKB Gold ETF

    Seit März 2006 gibt es den Gold-ETF der Zürcher Kantonalbank. Mittlerweile handelt der Fonds in vier Währungsklassen (CHF, USD, EUR und GBP). Anleger können sich jederzeit ihre Anlagen in 12,5kg-Barren Gold auszahlen lassen - insgesamt liegen davon in Schweizer Tresoren ungefähr 14,000.

  • iShares Gold Trust

    Der iShares Gold Trust (IAU) des Investmenthauses Blackrock ist der Gold-ETF für Tageshändler und kleine Investoren: Anders als zum Beispiel der SPDR Gold Trust, der eine Unze Gold in zehn Anteile aufteilt, entfallen beim iShares Gold Trust 100 Anteile auf eine Unze. Insgesamt hält der Fonds nach sechs Jahren im Handel 4,3 Millionen Unzen Gold.

  • Julius Bär Physical Gold Fund

    Der Julius Bär Physical Gold Fund lässt seinen Anlegern die Wahl: Wer "A-Class"-Anteile kauft, hat das Recht auf Lieferung des physischen Goldes, für das er Anteile hält. Anteile der "AX-Class" sind zwar mit physischen Gold abgesichert, lassen sich aber nicht in solches eintauschen. Der Fonds verwahrt knapp drei Millionen Feinunzen Gold.

  • ETF Securities Physical Swiss Gold

    Der ETFS Physical Swiss Gold wurde im April 2007 aufgelegt. Der in den USA gelistete Indexfonds hält derzeit knapp 900.000 Unzen Gold.

  • NewGold ETF

    Der NewGold ETF der südafrikanischen Investmentfirma Absa Capital gehört durch seine Gründung im Jahr 2004 zu den ältesten unter den Gold-ETFs. Mit jedem Anteil erwirbt der Anleger eine Hundertstel Unze Gold. Insgesamt hält der Fonds heute 1,5 Millionen Unzen.

Doch was in die eine Richtung funktioniert, wirkt auch mit umgekehrten Vorzeichen: Dass der Goldpreis Anfang Mai um 60 Dollar abrutschte, war unter anderem Gerüchten geschuldet, dass Soros seine Anteile am SPDR Gold Trust verkauft habe.

Dieses Gerücht bestätigte nun die amerikanische Börsenaufsicht. Soros hat im ersten Quartal seine kompletten fünf Millionen Anteile am iShares Gold Trust sowie 99 Prozent seiner Anteile am SPDR Gold Trust im Wert von 800 Millionen Dollar auf den Markt geworfen. Sein Konkurrent John Paulson hingegen hielt an seinen Goldanlagen fest. Er hält Anteile am SPDR Gold Trust im Wert von 4,4 Milliarden Dollar.

Für Investoren am Rohstoffmarkt ist die Situation ein Novum. Zum ersten Mal in der Geschichte der Edelmetall-ETFs stellt sich die Frage, wie der Preis der Rohstoffe auf einen Aderlass der Indexfonds reagieren würde. James Steel, Chefanalyst für Rohstoffe bei HSBC in London, rechnet für diesen Fall mit einer starken Belastung für den Goldpreis: "Wenn Investoren jetzt auch nur einen Bruchteil mehr ihrer Anlagen liquidieren, könnte binnen kürzester Zeit eine beachtliche Menge an physischem Gold auf dem Markt landen, mit entsprechenden Auswirkungen auf den Preis", sagt er.

  • 19.05.2011, 10:49 UhrAnonymer Benutzer: Stirnrunzler

    Auch wenn Sie Falsches immer wieder wiederholen, wird es dadurch nicht richtiger. Wenn der geneigte Leser Ihrer These (Deflation = fallendes Gold) folgen soll, muss G. Soros ja ein richtiger Volltrottel sein. Kaufte er nach eigenen Angaben nicht (Papier)Gold als Schutz vor Deflation und stellte jetzt glatt, weil er diese nicht mehr länger befürchtet? Jetzt hat Soros auch noch in weitere Minenaktien umgeschichtet! Sie sollten ihn jetzt aber wirklich schnell anrufen und warnen, was für einen gravierenden Fehler er doch macht!Soros braucht ihre Hilfe!!!

  • 18.05.2011, 22:08 UhrAnonymer Benutzer: Simon

    die 13F-Filings aus denen der Soros-Verkauf hervorgeht sind unvollständig und nicht aktuell... Ausserdem werden in Zukunft nicht mehr nur die Westler und ihr Banken-Oligopol den Preis mitbestimmen. Hingegen werden sie zunehmend mit schwächeren Währung mitbieten müssen. Was das wohl für Preis, zB in € heisst? :)

  • 18.05.2011, 19:28 UhrAnonymer Benutzer: Hans

    Diese "Dollar-Blase" wird nebensächlich, wenn es zu einer erneuten Finanzkrise kommen würde. Die darausfolgenden Abschreibungen machen den USD wieder attraktiv - auch wenn nur von kurzer Dauer. Es reicht aber, dass sich genügend Anleger verzocken werden.

    Und ich kann es nur immer wiederholen. Eine langanhaltende Finanzkrise hat eigentlich immer eine Deflation zur Folge. In der Deflation fallen die Preise, auch für Rohstoffe, insbesondere Edelmetalle.

    Immer dieser Glaube, dass das Fiat-money irgendwann ein Ende haben wird, ist absurd. Allein schon der Unterschied, dass wir heute virtuelles Geld haben, impliziert die Vermutung, dass sich die Vergangenheit nicht in gleicher Art und Weise wiederholen wird. Hinzukommt, dass wir weltweit eine Vielzahl von Alternativen haben.
    Erst dann, wenn vielleicht nur noch eine Hand voll Währungen global gehandelt werden, ist eine ALternatiwährung sinnvoll.

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