
DüsseldorfDie Angst vor der Armut im Alter wächst.. Eine aktuelle Forsa-Umfrage belegt: Sechs von zehn Deutschen machen sich häufiger Gedanken über ihre finanzielle Versorgung in der Zukunft. 44 Prozent der Bundesbürger befürchten, dass sie im Alter nicht genügend Geld im Leben haben werden. Doch trotz dieser Einsicht, sorgen immer noch zu wenige Menschen vor.
Die Gründe: Jeder Zweite gibt an, nicht genügend finanziellen Spielraum zu haben, um privat für das Alter vorzusorgen. 32 Prozent geben ihr Geld aber lieber für andere Dinge aus als für die Altersvorsorge. Ein Fehler, meinen Experten. Denn ist es relativ einfach, schon mit 25 oder 50 Euro pro Monat für das Alter vorzusorgen.
Bei einer langfristigen Finanzplanung ist die Inflation ein wesentlicher Faktor. „100 Euro sind in 20 Jahren bei einer angenommenen jährlichen Inflationsrate von zwei Prozent nur noch 67 Euro wert“, rechnet Finanzexperte Siebold vor.
„Steigt die Inflationsrate auf drei Prozent, sind es nur noch rund 55 Euro.“ Nach 30 Jahren seien 100 Euro bei zwei Prozent Teuerung nur 55 Euro und bei drei Prozent nur rund 41 Euro wert, so der Experte. Einen Inflationsschutz bieten nach Expertenansicht Sachwerte wie Aktien oder Immobilien.
Die Deutschen scheuen das Risiko, doch das kann bei der Altersvorsorge unangenehme Folgen haben. „Viele Deutsche fühlen sich mit Bar- und Festgeld sowie mit sicheren Rentenpapieren wohl“, sagt Finanzplaner Christian Siebold.
„Aber wirklich riskant ist es, langfristig nicht auch chancenorientierte Investments beizumischen, damit die Rendite stimmt“, meint der Fachmann. Experten empfehlen Aktien, Anleihen und Fonds als chancenorientierte Anlagen. Auch alternative Investments wie Private Equity (außerbörsliche Beteiligungen), Rohstoffe oder Hedge-Fonds können ein Baustein des langfristig orientierten Altersvorsorgeportfolios sein.
Wer sich für ein Produkt entscheidet, sollte sich die Details genau anschauen. Private Rentenversicherungen bieten Flexibilität, die Einzahlungen lassen sich anpassen.
Wird aber beispielsweise die Riester-Rente nicht hoch genug bespart, zahlt der Staat auch nicht die volle Förderung. Grundsätzlich sollten Verbraucher unabhängigen Rat einholen und dafür auch Geld investieren.
Gut informierte Anleger können ihre private Altersvorsorge einfach, kostengünstig und flexibel mit börsengehandelten Indexfonds gestalten, meint Thomas Mai. „Mit Sparplänen lässt sich schon mit kleinen Beträgen ein Vermögen aufbauen“, sagt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Ein weiterer Vorteil der sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs): Mit wenigen Produkten lässt sich das Anlagevermögen breit streuen und das Risiko so minimieren, denn Indexfonds bilden die Entwicklung eines Börsenbarometers nahezu eins zu eins ab. Anleger setzen also mit einem Produkt auf Dutzende oder sogar Hunderte Aktien.
Wie immer bei der Altersvorsorge gilt: „Jeder sollte möglichst früh und regelmäßig sparen“, sagt Tom Friess, Chef des VZ Vermögenszentrums in München. Aktien sind langfristig die renditestärkste Anlageklasse. Über Zeiträume von 25 oder 30 Jahren zeigten die durchschnittlichen Entwicklungskurven von Aktien- gegenüber Renteninvestments nach Daten des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) zwar deutlich höhere Kursschwankungen und damit auch mehr kurzfristige Unsicherheit. Doch bei der Wertentwicklung punkten Aktien. Die Statistiken des BVI zeigen für die zurückliegenden Jahre recht klar: Je nachdem, wann ein Sparplan beginnt, kann mit Aktienfonds eine durchschnittliche Rendite von mehr als sechs Prozent jährlich erreicht werden.
"Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demographischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten."
"An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus."
"Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen , treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen."
"Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden."
"Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene 'Konten' zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren."
Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.
Sechs Prozent, die vor Altersarmut schützen können. Denn dass die gesetzliche Rente alleine nicht ausreichen wird, ist mittlerweile Konsens. Die staatliche Rente wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich sinken. Diese Lücke gilt es zu schließen. „Langfristig führt kein Weg daran vorbei, für das Alter Geld zurückzulegen“, sagt Finanzexperte Mai.
Eine Rendite von sechs oder sogar mehr Prozent erwirtschaftet man aber eben nur noch über Investments an den Kapitalmärkten. Doch Wertpapieranlagen sind nach vielen negativen Erfahrungen stigmatisiert. Das Platzen der Dot.com-Blase, die Finanz- und Bankenkrise und das Schuldendrama in Europa ließen die Börsen in den vergangenen Jahren gleich mehrfach abstürzen. Das Vertrauen der Privatanleger ist erschüttert. „Viele Anleger sparen nicht effizient, weil sie eine Aversion gegen die Risiken der Kapitalmärkte haben“, sagt Andreas Beck, Vorstand beim Institut für Vermögensaufbau (IVA).

... die von Ihnen beschriebene Sparform hat nichts mit Altersvorsorge zu tun. Wann endlich lernt die Republik zu differenziern zwischen den Notwendigkeiten eines Altersvorsorgesparers (lebenslange Rente) und den Wunschzielen eins Anlagesparers (bloßes Sparen für später, vererbbares u. kapitalisierbares Vermögen zu schaffen) zu unterscheiden.
Lesen Sie nach, z.B. hier: https://www.xing.com/net/pri9b0accx/zav/

mein Gott, was für ein blanker Neoliberalismus, wie er ins Lehrbuch konstruiert wurde! Schämen sollten sich Heerscharen solcher Millionen, diese Thesen breit zu treten. Jedes Subjekt für sich: wenn alle Gold horten, steigt der Preis aber: niemand kauft irgendwann auf hohem Niveau ein/zu. Schallmauer!

Angesichts der Tatsache, dass das Portfolio der Versicherer zunehmend mit Unsicherheiten behaftet ist - bis hin zu Bunds, die als Assets der Bundesbank längst an die Target-Bilanz an die EZB verpfändet sind und im Falle eines griechischen Bankrotts erstmals konkrete Abschreibungen nach sich ziehen werden, wäre man doch wahnsinnig, sein Geld langfristig an das Schicksal dieser Eurozone zu binden - nur um für ein paar weitere Jahre den gehobenen Lebensstandard Südeuropas zu finanzieren.






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